Flottenmanagement, Scania Zoom

Fahrzeugtelematik: Flottenmanagement in Serie

Wer einen neuen Scania kauft, kann das Flottenmanagement zwölf Monate kostenlos nutzen.

Der Nutzfahrzeughersteller Scania hat das Potenzial von Telematikanwendungen kontinuierlich ausgebaut. Bereits vor zwei Jahren begann das Unternehmen, jeden neu produzierten Lkw mit einem Communicator auszustatten. Diese Blackbox von Scania sorgt für die Verbindung zwischen Lkw und Büro. Sie nimmt die Daten von CAN-Bus, digitalem Tachografen und der GPS-Antenne entgegen. Die kleine Box hat Scania gleich mit einer SIM-Karte versehen. Damit muss sich der Transportunternehmer keine Gedanken darüber machen, welchen Telekommunikationsanbieter er wählen soll.

Die Grundausstattung bekommt der Käufer eines neuen Scania für ein Jahr kostenlos geliefert. Dabei handelt es sich um einen Monitoring-Report, der zum kleinsten Dienstleistungspaket gehört. Bis zu fünf Personen kann der Transportunternehmer benennen, die dann wöchentlich, monatlich oder jährlich eine PDF-Datei mit den wichtigsten Daten rund ums Fahrzeug bekommen. Darin sind immer der Kraftstoffverbrauch und die verursachten Emissionswerte zu finden. Zudem zeigt der Report auch Änderungen gegenüber dem zuvor erschienenen Bericht an. Kleine rote oder grüne Pfeile machen deutlich, ob Leerlaufzeiten, Geschwindigkeitsüberschreitungen und starke Bremsungen gestiegen oder gefallen sind. Sämtliche Werte lassen sich grafisch darstellen. Kunden, die Reparatur- oder Wartungsverträge abgeschlossen haben, bekommen den Report für die Dauer der Verträge.

Flotten-Management-Portal soll Chaos verhindern

Damit in der Zentrale kein Datenchaos herrscht, hat Scania gleichzeitig ein Flotten-Management-Portal aufgebaut. Auf diese internetbasierte Anwendung können Chef, Fuhrparkmanager oder Disponent zugreifen. Für eine bessere Übersicht hat das Unternehmen zum Monitoring-Report drei größere Bereiche definiert. Mit dem Analysepaket bekommt das Transportunternehmen einen Überblick über wichtige Fahrer- und Fahrzeugdaten wie Kilometerstand, Gesamtverbrauch und Laufleistung. Von dort kann es tiefer in die Auswertung hineingehen. In der detaillierten Aufschlüsselung stehen dann auch Informationen zu Leerlaufzeiten, Überdrehen des Motors, Geschwindigkeitsüberschreitungen oder starken Bremsvorgängen. Im Paket enthalten sind auch Werkzeuge, um die Wartung der Fahrzeuge zu planen. Ein Umweltreport zeigt die Emissionswerte an. Hinzu kommen noch Ausnahmeberichte. Hier finden die Kunden alle Fehlermeldungen, die über den gewählten Zeitraum im Fahrzeug aufgetreten sind.

Das zweite Paket widmet sich ganz der Ortung und den dazugehörenden Dienstleistungen. Scania bietet entsprechend eine aktuelle Positionierung und eine Routenverfolgung an. Darüber hinaus lassen sich mit dem Programm auch selbstdefinierte Gebiete überwachen. Die Unternehmen können das sogenannte Geo-Fencing einerseits dazu nutzen, um dem Empfänger rechtzeitig die Ankunftszeit zu melden oder um Standzeiten aufzuzeichnen. Andererseits dienen die Grenzen auch dazu, Alarme zu generieren, sobald ein Lkw den definierten Bereich verlässt.

Scania Communicator schafft Schnittstelle zum Digitacho

Der Scania Communicator schafft auch eine Schnittstelle zum digitalen Tachografen. Damit kann Scania den sogenannten Remote Download für den digitalen Tachografen anbieten. Nach Angaben des Herstellers lassen sich Fahrerkarten pro Fahrzeug und Monat maximal 50 Mal herunterladen. Wenn der Administrator keine individuellen Wünsche hat, wird der Massenspeicher monatlich heruntergeladen. Auf dem DigiTacho-Portal von Scania sieht der Transportunternehmer sofort, ob Fahrerkarten abgelaufen sind oder bald ablaufen. Zudem findet er eine Übersicht über alle Downloads. Sollten noch Karten fehlen, erhalten die Fahrer eine SMS zur Erinnerung. Eine grafische Auswertung der Fahrerdaten ist ebenso vorhanden wie eine Auflistung von Gesetzesüberschreitungen durch den Fahrer.

Scania nutzt außerdem die Trends der mobilen Kommunikation. Seit diesem Jahr gibt es eine App für mobile Endgeräte, über die der Fahrer direkt von unterwegs Defekte oder Beschädigungen in die Online-Serviceplanung hochladen kann. Optional lassen sich gleich Fotos mit anhängen. So kann sich beispielsweise die Werkstatt ein besseres Bild über mögliche Beschädigungen machen. Die Scania-App gibt es für die Betriebssysteme iOS und Android-Endgeräte. Kunden finden sie in den jeweiligen Internetshops der Geräteanbieter. Kunden, die das Control-Paket gebucht haben, können mit dem kleinen Programm auf den mobilen Endgeräten die Fuhrparkposition abrufen oder von dort eine Nachricht an den Fahrer schicken.

Scania-Flottenmanagement hilft bei Pannen

Das neue Fleet Management von Scania hilft auch bei Pannen. Die Fahrzeuge sind über das System Remote diagnosefähig. Somit kann jeder Scania-Partner Fehler analysieren, ohne dass das Fahrzeug in die Werkstatt kommen muss. Damit weiß im Notfall auch die Scania Assistance schon vorab, um welchen Defekt es sich wahrscheinlich handelt, und kann sich darauf vorbereiten. Das reduziert die Zeiten in der Werkstatt sowohl im Pannen- als auch im Reparaturfall. Je nach Umfang der Telematikanwendung berechnet Scania monatlich ab 9,50 Euro pro Fahrzeug. Darin enthalten sind bereits die SIM-Karte mit den entsprechenden Kommunikations- und Roaminggebühren.

Autor

Foto

Scania

Datum

16. Dezember 2013
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