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Fahrzeuge: Unfall nicht bemerkt - keine Unfallflucht

Bemerkt ein Auto- oder Lkw-Fahrer einen von ihm verursachten Unfall nicht und fährt weiter, so liegt keine Unfallflucht vor. Das berichtet der Deutsche Anwaltverein (DAV) unter Bezugnahme auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf (AZ: III-2 Ss 142/07-69/07 III). Im verhandelten Fall streifte laut DAV ein Lkw während der Fahrt einen am rechten Rand geparkten Wagen, ohne dass der Fahrer dies bemerkte. Er fuhr weiter, gefolgt von einer Autofahrerin, die den Vorgang beobachtet hatte und den Fahrer nun mit Hupe und Lichthupe zum Anhalten bewegen wollte. Nach etwa drei Kilometern bemerkte der Lkw-Fahrer die Zeichen der Zeugin und stoppte. Zwei vorhergehende Instanzen hatten den Mann deshalb wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verurteilt. Erst das OLG sprach ihn von dem Vorwurf frei. Das Gericht argumentierte dabei laut DAV, dass sich ein Unfallbeteiligter zwar auch dann strafbar mache, wenn er sich berechtigt oder entschuldigt vom Unfallort entfernt und so die Feststellung von Person, Fahrzeug und Art der Beteiligung verhindert. Dies treffe jedoch im vorliegenden fall nicht zu, da sich der Lkw-Fahrer vorsatzlos vom Unfallort entfernt habe. Erst nach knapp zehn Minuten und drei Kilometern vom Unfallort entfernt habe er von dem Unfallgeschehen erfahren, also nicht mehr in einem zeitlichen und räumlichen Zusammenhang mit dem Unfall. Daraus folge, dass er sich der Tatsache, einen Unfall verursacht zu haben, nicht bewusst war, also den Ort des Unfallgeschehens auch nicht im Vorsatz verlassen habe.

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Foto: photo 5000/Fotolia.com

Datum

17. November 2008
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