Fahrzeuge: Symposium: Clever fahren mit Telematik

„Mit Telematik werden wir einen ähnlichen Boom erleben wie beim Handy“, sagt Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands Dekra SE, auf dem Telematik-Symposium in Stuttgart. Der Vorteil für Unternehmen liegt auf der Hand: Umwegekilometer entfallen und Sprit- sowie Kommunikationskosten sinken. Das Angebot an Systemen ist riesengroß. „Für Kunden ist es wenig transparent, welches System geeignet ist, sagt Gerd-Jürgen Britsch, Präsident des Verbands Spedition und Logistik Baden-Württemberg (VSL). Unternehmen mit großen Flotten haben Telematiksysteme bereits im Einsatz. Klein- und mittelständische Unternehmen stochern im unübersichtlichen Markt oft noch im Nebel. Dass Telematik im Kommen ist, darin sind sich die Experten auf dem von trans aktuell, VSL und Dekra veranstalteten Symposium einig. Am Mittwoch starteten sowohl Anbieter als auch Praktiker den Versuch, Licht ins Dunkel des Telematik-Dschungels zu bringen. Was Telematik ist und was sie kann Professor Dr. Heinz-Leo Dudek von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg warnt davor, die eierlegende Wollmilchsau unter den Systemen zu suchen. „Vertrauen Sie ruhig in etablierte Systeme“, sagt Dudek. Sie böten die meisten Kundenwünsche bereits als Standard-Lösung an. Das Equipment besteht dabei aus einem Endgerät im Fahrzeug, einem Datenübertragungssystem etwa GSM oder Satcom und einem zentralen System für den Flottenbetreiber. Nicht alle Unternehmen benötigen dieselben Telematik-Bausteine. Der Wissenschaftler unterscheidet zwischen Einsteiger, Basis-Anwender, Allrounder und Profi. Je nach Bedarf bildet das System den Fahrzeugstandort und die gefahrene Routen ab. Es kann zudem für den Nachrichtenaustausch zwischen Disponent und Fahrer sorgen und das Fahrzeug überwachen. Auch Personalmanagement wie Lenk- und Ruhezeiten plus Navigation können einige Systeme abbilden. Im letzten Schritt ist Überwachung und Optimierung der Geschäftsprozesse möglich. Was Telematik kostet Die Kosten liegen laut Dudek bei einem System mit Allround-Qualitäten etwa bei 50 bis 70 Euro pro Fahrzeug und Monat. Amortisieren werde sich das System - da sind sich alle Experten einig - innerhalb sechs bis neun Monaten. Wichtig: Bei der Wahl des Systems ist darauf zu achten, ob die Lösung auf den Bedarf des Unternehmens zugeschnitten ist, sagt der Experte. „Die Frage darf nicht sein, was kann ein Telematiksystem, sondern was soll ein Telematiksystem leisten, fügt Marcus Oberfeld, Leiter IT bei Greiwing, an. In seinem Unternehmen ist die Telematik stark mit dem System des Kunden verzahnt. Vorteil: Der Kunde ist frühzeitig über mögliche Störungen informiert. Auch beim Ersatzteilmanagement kann Telematik Vorteile bringen: „Eine halbe Stunde bevor das Fahrzeug in der Werkstatt ankommt, ist das Ersatzteil dank Telematiksystemen bereits verfügbar“, ergänzt Ralf Faust, Vorsitzender der Geschäftsführung von Euro-Leasing. Vorteil: Der Reparaturfaktor verringert sich, Kosten und Zeit werden eingespart. Produktivität steigern - Einsparpotenziale schaffen „Ziel jedes Unternehmens ist es, mit Telematik die Produktivität zu steigern und Einsparpotenziale zu schaffen“, sagt Markus Lipinsky, Geschäftsführer von Daimler Fleetboard. Das betreffe sowohl das Fahrzeug- und Transportmanagement als auch die Zeitwirtschaft im Unternehmen. Laut Lipinsky hat Fleetboard-Kunde Tesco nach einer Schulung seiner Fahrer rund sieben Prozent Sprit eingespart. Auf das Jahr gerechnet, sparte Tesco rund 5,7 Millionen Euro ein und verringerte die CO2-Emission um 10.000 Tonnen. Nach Angaben des Fleetboard-Chefs amortisierten sich die Kosten des Telematiksystems in sechs Monaten. Telematik als Beitrag zur Grünen Logistik Saubere Luft dank Telematik ist das Motto des Paketdienstleisters DPD. „Telematik leistet einen wichtigen Beitrag zur grünen Logistik“, sagt Gerd Seber von DPD Geo-Post Deutschland. Verbesserte Fahrweisen und optimierte Routen garantieren weniger CO2-Emisssionen. Bei Fahrten im Gebiet Magdeburg konnte das Unternehmen die tägliche Laufleistung um 500 Kilometer verringern. An CO2 eingespart hat der Dienstleister eigenen Angaben zufolge 43 Tonnen pro Jahr. Mehr zum Symposium lesen Sie in der trans aktuell Ausgabe 6. Sie erscheint am 11. März 2011. Hierkönnen Sie das Fachblatt bestellen. finden Sie die Bildergalerie zur Veranstaltung. Mit freundlicher Unterstützung von:

Datum

24. Februar 2011
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