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Fahrzeuge: Schmiergeldaffäre beim MAN-Konzern erreicht das Topmanagement

Die Affäre um mögliche Schmiergeldzahlungen im MAN-Konzern erreicht das Topmanagement. Am Sonntag teilte das Unternehmen mit, dass Peter Erichreineke seinen Posten vorerst ruhen lässt. Erichreineke ist Vorstand für Vertrieb und Marketing der Nutzfahrzeugtochter und war Anfang Mai von der Staatsanwaltschaft München nach einer Großrazzia vernommen worden.

Seit 01. Januar 2006 ist Peter Erichreineke Mitglied des Vorstandes der MAN Nutzfahrzeuge AG und verantwortet dort das Ressort Marketing & Vertrieb.   „Um mögliche Belastungen durch das gegen ihn laufende Ermittlungsverfahren vom Unternehmen abzuwenden, hat Herr Peter Erichreineke darum gebeten, von den Verpflichtungen aus seinem Vorstandsmandat bei der MAN Nutzfahrzeuge AG vorläufig entbunden zu werden“, teilte MAN am Sonntag mit. Erichreinekes Ressort wird bis auf weiteres von Nutzfahrzeugchef Anton Weinmann kommissarisch geführt. „Wir respektieren den Schritt von Herrn Erichreineke“, erklärte ein Konzernsprecher auf Nachfrage. Erichreineke ist der erste MAN-Manager, der wegen der möglichen Schmiergeldzahlungen in der Nutzfahrzeugsparte Konsequenzen zieht. Die Staatsanwaltschaft München hatte am 5. Mai in einer Großrazzia 59 Objekte in Deutschland durchsucht, darunter die Konzernzentrale in München-Schwabing, die Zentrale der Nutzfahrzeugsparte in München-Allach, sowie zahlreiche Niederlassungen und Privatwohnungen im ganzen Bundesgebiet. Mittlerweile werden 100 Personen als Beschuldigte geführt, darunter sowohl MAN-Mitarbeiter als auch Empfänger von möglichen Schmiergeldzahlungen. Peter Erichreineke ist stark mit MAN verwachsen. Als der gebürtige Westfale 2006 in den Vorstand der Nutzfahrzeugsparte aufstieg, war er bereits 26 Jahre im Konzern tätig. Von 2002 bis 2006 leitete er den Vertrieb von Lastwagen und Bussen in Deutschland, eine Schlüsselposition unterhalb des Vorstandes. Vorstandschef der Nutzfahrzeugtochter war zu diesem Zeitpunkt der heutige MAN-Chef Håkan Samuelsson, der kurz zuvor vom schwedischen Rivalen Scania kam. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft beziehen sich auf den Zeitraum 2002 bis 2005. „Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse besteht der Verdacht, dass bei der MAN Nutzfahrzeug AG ein System zur Förderung des Absatzes von Lkws und Bussen im Bundesgebiet existierte“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Samuelsson wird aber nicht als Beschuldigter geführt. Der MAN-Chef hatte in der vergangenen Woche persönlich Kontakt zu den Ermittlern gesucht. In einem Gespräch mit der Staatsanwaltschaft München soll der MAN-Chef volle Unterstützung angeboten haben. In einem Brief an die Mitarbeiter kündigte Samuelsson an, den guten Ruf des Unternehmens verteidigen zu wollen. „Der Name MAN hat einen guten Klang. Damit das so bleibt, wird gesetztes- und regelwidriges Verhalten in unserem Unternehmen nicht geduldet“, so Samuelsson.

Datum

18. Mai 2009
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