Fahrzeuge: "Nicht in Panik verfallen"

Andreas Renschler, Nutzfahrzeugchef der Daimler AG, hat sich beim traditionellen lastauto omnibus-Redaktionsgespräch den Fragen der Redakteure gestellt. Für die aufziehende Wirtschaftskrise sieht er seinen Konzern gut gewappnet. Das kürzlich vereinbarte Engagement beim russischen Lkw-Hersteller Kamaz bietet laut Renschler eine Vielzahl von Chancen bis hin zum Vertrieb von Mitsubishi Fuso-Lkw in Russland. Für die Entwicklung der Lkw-Neuzulassungen wollte er keine Prognose abgeben. Stattdessen forderte er von der Bundesregierung stärkere Investitionen in die Infrastruktur und die Fortführung der Subventionierung von Euro-5-Lkw. lastauto-omnibus.de: Herr Renschler, wie begegnet Ihr Unternehmen der aufziehenden Wirtschaftskrise? Renschler: Die Krise ist natürlich ein Fakt, aber man sollte jetzt nicht in Panik verfallen. Ich finde es sehr beruhigend, dass so viele Unternehmen frühzeitig auf die Entwicklung reagieren. Wir sind gut auf schlechte Zeiten vorbereitet. Kurzarbeit ist bei Mercedes-Benz-Lkw bisher nicht geplant, stattdessen bauen wir unsere gut gefüllten Arbeitszeitkonten im Werk Wörth ab.
lastauto-omnibus.de: Hat die Krise Auswirkungen auf ihre Konzernstrategie? Renschler: Ganz klar nein. Alle zukunftsweisenden Produktprojekte werden weitergeführt und auch unser Engagement auf den Emerging Markets wird weiter vorangetrieben. Darüber zu reden, was passiert, wenn die Krise von längerfristiger Dauer ist, wäre zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation.
lastauto-omnibus.de: Emerging Markets ist ein gutes Stichwort. Welche Bedeutung hat für Sie die jüngst eingegangene Beteiligung beim russischen Lkw-Hersteller Kamaz? Renschler: Die Zusammenarbeit mit Kamaz stellt für Daimler Trucks den Eintritt in den russischen Volumenmarkt dar und folgt der Wachstumsstrategie in den BRIC-Märkten*. Sowohl Kamaz als auch wir werden durch weitere gemeinsame Projekte von der Partnerschaft profitieren. Die Fabrikanlagen aber auch die Vertriebsstrukturen von Kamaz sind für Daimler interessant. Davon wollen wir zum Beispiel beim Verkauf von Fuso-Lkw profitieren.
lastauto-omnibus.de: Welche Erwartungen haben Sie, was die Neuzulassungen für 2009 in Deutschland angeht? Renschler: Da kann ich Ihnen momentan keine Zahlen nennen, denn die Situation, in der wir uns befinden, ist total ungewiss. Wir fahren unsere Produktion auf jeden Fall auf Sicht. Das heißt, je nachdem wie sich der Markt entwickelt werden wir sie hoch oder runter fahren. Auf Halde produzieren wir jedenfalls nicht. lastauto-omnibus.de: Wie sollte Ihrer Ansicht nach die Politik in der Wirtschaftskrise reagieren? Renschler: Aus Sicht von Daimler sind vor allem zwei Dinge wichtig. Zum einen würden wir ein Infrastrukturprogramm begrüßen, das Investitionen in Straßen und andere Verkehrsträger lenkt. Hier hat Deutschland ohnehin einen großen Nachholbedarf. Zum anderen würde es helfen, wenn die Subventionierung der neuen Emissionsgesetze auch für Euro-5-Fahrzeuge weitergeführt würden.
*Mit den BRIC-Staaten sind Brasilien, Russland, Indien und China gemeint.

Datum

22. Dezember 2008
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