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Transportwelt: "Mit blauem Auge davongekommen"

Ralf Faust, Geschäftsführer des Vermietunternehmens Euro Leasing, erklärt im Interview mit trans aktuell online wie stark die Krise den Lkw-Vermieter gebeutelt hat und welche Strategien das Unternehmen für die Zukunft entwickelt. trans aktuell online: Herr Faust, wie hat Euro-Leasing die Krise durchlitten? Faust: Die Vermieter waren als erste davon betroffen. Wir haben seit Anfang 2009 unter der Krise gelitten. Wir sind nun aber auch die ersten, die sich zumindest stabilisieren. Von Erholung will ich noch nicht sprechen. Und wer sich im vergangenen Jahr neu positioniert hat, ist jetzt gut aufgestellt. Dramatisch war für uns der Preisverfall durch Überkapazitäten. Die Preise gingen um 20 bis 30 Prozent runter. Unser Umsatz schmolz um etwa 25 Prozent. Unter dem Strich werden wir gesellschafterbedingt mit einem blauen Auge davonkommen. Damit stehen wir im Wettbewerbsvergleich noch gut da. Aber auch ohne den Einstieg von MAN hätten wir keine negativen Schlagzeilen wie manch anderer Vermieter gemacht. Aber eines ist klar: Eine große Flotte ist nur noch von Vermietern zu halten, die einen starken Partner im Hintergrund haben. trans aktuell online: Welche Neuerungen haben Sie für 2010 geplant? Faust: Ein wichtiges Thema wird die Telematik sein. Dabei geht es nicht um die Fahrerkontrolle. Es geht vielmehr darum, über clevere Schnittstellen Daten auszuwerten und Nutzen daraus zu ziehen - zusammen mit dem Kunden. Damit wollen wir etwa Werkstattaufenthalte besser planen und Leerfahrten reduzieren. Verlader vergeben mittlerweile Ökopunkte für vermiedene Leerfahrten. Genaue Details zu unserer herstellerunabhängige Telematik-Plattform kann ich allerdings noch nicht preisgeben. trans aktuell online: Der Kunde ist König - gilt das auch für Ihr Unternehmen? Faust: Natürlich - wir orientieren uns sehr stark an den Wünschen unserer Kunden. Jeder Kunde und jedes Segment ist uns wichtig. 2010 werden wir einen großen Wandel erleben, was die Strukturen der Kunden angeht. Auch die Finanzierung von Nutzfahrzeugen wird sich ändern. Man denke nur an die zögerliche Kreditvergabe der Banken. Grundsätzlich handeln wir nach dem Motto „Bonität geht vor Auslastung“. Durch diese vernünftige Strategie konnten wir Forderungsverluste sowohl 2008 als auch 2009 weitgehend vermeiden.

Datum

14. Januar 2010
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