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Fahrzeuge: MAN brechen die Aufträge weg

Die konjunkturelle Unsicherheit hat beim Nutzfahrzeuge- und Maschinenbaukonzern MAN im dritten Quartal die Aufträge einbrechen lassen. Vor diesem Hintergrund ist das Unternehmen auch bei seinen Erwartungen an das restliche Jahr vorsichtiger geworden. Insbesondere bei den Nutzfahrzeugen sei es zu "deutlich rückläufigen Bestellungen" gekommen, sagte Konzernchef Hakan Samuelsson am Donnerstag in München. Von Juli bis September bekam MAN nur noch Order über 3,1 Milliarden Euro - das sind 30 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. "Die Abschwächung der Nachfrage kommt für uns nicht unerwartet, allerdings schneller und stärker als dies noch zu Beginn des Jahres abzusehen war", hieß es. Der Umsatz im laufenden Jahr soll zwar weiterhin "das Vorjahresniveau übertreffen", das Ziel einer zehn-prozentigen Steigerung ließ MAN aber fallen. Die Umsatzrendite soll wie geplant bei 12 Prozent liegen. Die Vorsicht begründete der Konzern neben der rückläufigen Nachfrage nach Lastwagen mit geringeren Orders bei Schiffsdieseln. Im Zuge der Finanzkrise waren die Frachtraten eingebrochen und die Reedereien legen Neubauten auf Eis. Bei Dieselmotoren etwa für Notstromaggregate sowie Turbomaschinen rechnet MAN dagegen mit einer "stabilen Entwicklung" der Auftragslage. Die Analysten hatten bereits mit einem Auftragseinbruch auf dem berichteten Niveau gerechnet, weshalb die Aktie getrieben vom positiven DAX-Umfeld im frühen Handel um 5,25 Prozent auf 35,67 Euro zulegte. Genauso waren die Experten angesichts des immer noch bei 12,9 Milliarden Euro liegenden Auftragsbestands von einer guten Umsatz- und Ergebnisentwicklung im dritten Quartal ausgegangen. Der Umsatz stieg von 3,1 auf 3,6 Milliarden Euro, das operative Ergebnis verbesserte sich von 334 auf 422 Millionen Euro, was exakt die Erwartungen traf. Aus den Vergleichszahlen ist der jüngst verkaufte Industrie-Dienstleister Ferrostaal herausgerechnet. Unterm Strich verdiente MAN in den drei Monaten 302 nach 226 Millionen Euro. Für das kommende Jahr gab sich Konzernchef Samuelsson trotz der eingebrochenen Aufträge zuversichtlich: "Trotz der konjunkturellen Unsicherheit und des deutlich schwächeren Lkw-Auftragseingangs verfügen wir mit unserer ausgewogenen Konzernstruktur, dem hohen Auftragsbestand und unserer gesteigerten Flexibilität über eine gute Basis für das Geschäftsjahr 2009, wodurch die Auswirkungen des konjunkturellen Abschwungs abgemildert werden." Bereits zur Halbjahres-Bilanz war eine Abschwächung der Bestellungen erkennbar gewesen, allerdings hatten die starken Lkw-Order aus Osteuropa die Rückgänge im Westen weitgehend ausgleichen können. Dies war nun nicht mehr der Fall. Insbesondere im Inland brachen die Bestellungen ein. Die beiden skandinavischen MAN-Konkurrenten Scania und Volvo hatten ebenfalls schlechte Zahlen vermeldet. MAN ist zu knapp 30 Prozent im Besitz des Autobauers Volkswagen, pocht aber auf seine Unabhängigkeit. Eine Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern, der in Brasilien schwere Lastwagen fertigt, und dessen neuer Lkw-Tochter Scania ist jedoch angedacht.

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Datum

30. Oktober 2008
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