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Fahrzeuge: Lösungsansätze

Die Ergebnisse der Parkplatznotumfrage liegen vor

Über den FERNFAHRER Club befragte Verkehrswirtschaftlerin Nadine Wirnitzer für ihre Diplomarbeit Fahrer zum Thema Parkplatznot - jetzt stellt sie ihre Ergebnisse vor. Fehlende Parkmöglichkeiten für Lkw an den bundesdeutschen Autobahnen sind ein bekanntes Problem. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee kündigte bis zum Jahr 2012 die Schaffung von 11 000 zusätzlichen Parkplätzen an. Gibt es eine schnellere Lösung? In ihrer Diplomarbeit untersucht die Verkehrswirtschaftlerin Nadine Wirnitzer die Entwicklung einer sogenannten „nachhaltigen“ Strategie zur Erweiterung des Stellflächenangebotes. Eine solche Strategie ist ökonomisch, gesellschaftlich und gleichzeitig ökologisch vertretbar. Außerdem ist sie langfristig haltbar und finanzierbar. Doch worin liegen eigentlich die Ursachen, dass es an den Autobahnen zu wenig Parkplätze gibt? Bei der wissenschaftlichen Untersuchung eines Problems muss zuallererst das Problem definiert werden. Hier kommen die Betroffenen, also die Lkw-Fahrer, selbst ins Spiel: 66 Fernfahrer füllten einen Fragebogen aus, der im Rahmen der Diplomarbeit aus gewertet wurde. Die Ergebnisse der Umfrage stützen die allgemeinen Aussagen der Branche und zeigen eine mittlere Parkplatzsuchdauer von 41 Minuten. Die am stärksten betroffenen Bundesautobahnen sind die A 2, A 61, A 3, A 9 und die A 5. Diese Ergebnisse decken sich mit einer Studie des ADAC. Auf die Frage, ob die Fahrer einen Umweg für die Parkplatzsuche in Kauf nehmen, antworteten fast 40 Prozent der Befragten mit Ja. Daraus berechnet sich ein mittlerer Umweg von 17 Kilometern. Das bedenklichste Ergebnis erbringt jedoch die Frage nach der Lenkzeitüberschreitung: Fast drei Viertel der Befragten ga ben an, dass sie bei der Parkplatz suche der letzten drei Fahrten die vorgeschriebene Lenkzeit überschreiten mussten. Aus den Angaben derer, die die Lenkzeit überschritten, ergibt sich ein Mittelwert von fast 35 Minuten. Die Umfrage-Resultate zeigen deutlich, was der Suchvorgang nach sich zieht: Neben unnötiger Zeit für die Parkplatzsuche und erhöhter Verkehrsemissionen, die durch Umwege entstehen, kommt es zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit durch das Überschreiten der Lenkzeit. Hinzu kommt noch enormer Stress für die Fahrer. Eine Analyse der Rastanlagen und Autohöfe in Deutschland zeigt aber gleichzeitig, dass es keinen Zusammenhang zwischen den stark belasteten Bundesautobahnen und deren Ausstattung mit Parkplätzen gibt. Im Gegenteil - vielbefahrene Strecken weisen im Vergleich zu anderen ein vergleichsweise gutes Angebot an Parkflächen auf. Die eigentliche Ursache ist die extreme Entwicklung des Straßengüterverkehrs hinsichtlich der Transportentfernung. Ein Problem sind auch die Langzeitparker, vor allem in der Nacht und an den Wochentagen Montag bis Donnerstag. Eine Studie der Fachhochschule Erfurt lässt auch den Missbrauch von Rastanlagen zur Optimierung von Just-in-time-Prozessen vermuten. Nadine Wirnitzer untersuchte auch die Präferenzen der Fernfahrer, was den Neubau von weiteren Autohöfen, Parkleitsysteme und Telematisches Kolonnenparken angeht. 73 Prozent der Befragten bevorzugen dabei Autohöfe gegenüber Rastanlagen. Nahezu 80 Prozent sind bereit, für einen Parkplatz zu bezahlen. Bei der Einschätzung der Maßnahmen „Parkleitsystem“, „Telematisches Kolonnenparken“ und „Reservierungssystem“ schneidet das „Parkleitsystem“ am besten ab. Über 70 Prozent befinden diese Maßnahme als „gut“. Die verschiedenen Lösungsansätze wurden im Rahmen einer Nutzwertanalyse bewertet und führen für Nadine Wirnitzer zu dem Fazit, dass eine nachhaltige Strategie, dem Parkplatzmangel zu begegnen, ein Mix sein sollte, der sowohl Maßnahmen wie Gebührenerhebung und Parkleitsysteme beinhaltet und gleichzeitig die tatsächlichen Präferenzen der Fernfahrer berücksichtigt. Ergo, vorhandene Plätze besser nutzen und neue Autohöfe bauen. Wer die komplette Diplomarbeit von Nadine Wirnitzer nachlesen möchte, schickt einfach eine Mail an info@fernfahrerclub.com.

Datum

18. März 2009
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