Fahrzeuge: IAA: Wissmann warnt vor Schwarzmalerei

Umweltverträgliche Mobilität und Sicherheit - das sind die zentralen Themen auf der 62. IAA Nutzfahrzeuge, die der Verband der Automobilindustrie (VDA) heute eröffnet. VDA-Präsident Matthias Wissmann sieht Fortschritte in beiden Bereichen. Er mahnt im Gespräch mit lastauto-omnibus.de aber weitere Anstrengungen an. lastauto-omnibus.de: Herr Wissmann, das Transportgewerbe hält sich mit Investitionen derzeit zurück. In der Folge brechen den Fahrzeugherstellern wichtige Aufträge weg. Sind das schlechte Vorzeichen für die anstehende IAA Nutzfahrzeuge?
Wissmann: Die Stimmung ist insgesamt gut und ich warne vor Schwarzmalerei. Wir hatten mit 28.730 verkauften Nutzfahrzeugen allein im Juli sechs Prozent mehr Neuzulassungen als im gleichen Monat 2007. Bei den schweren Nutzfahrzeugen verzeichneten wir im Juli sogar ein Plus von elf Prozent. In den ersten sieben Monaten 2008 haben wir fast 200.000 Nutzfahrzeuge neu in den Verkehr gebracht. Das entspricht einem fünfprozentigen Zuwachs. lastauto-omnibus.de: Also kein Grund zur Sorge?
Wissmann: Es mag sein, dass es im restlichen Jahresverlauf zu einer Normalisierung kommt. Diese Marktberuhigung erfolgt allerdings auf hohem Niveau, wir hatten schließlich einen vier Jahre andauernden Boom mit immer neuen Rekordwerten. Doch keine Frage: Natürlich wollen wir die IAA auch nutzen, um neue Impulse zu setzen und die Nachfrage weiter zu beleben. Wir werden viele Weltpremieren erleben und die ungebrochene Innovationsdynamik der Branche vor Augen geführt bekommen.
 
lastauto-omnibus.de: Das Interesse an der IAA ist so groß wie noch nie. Wie erklären Sie sich diese Resonanz?
Wissmann: Das Interesse belegt deutlich, dass sich die IAA konsequent als wichtigste Messe rund um das Nutzfahrzeug durchgesetzt hat. Hersteller und Zulieferer überlegen sehr genau, welche Messen sie belegen. Die Unternehmen wollen dort sein, wo die meisten Geschäfte angebahnt werden und ein Transfer von Informationen erfolgt. Wir haben mehr als 2.000 Aussteller aus 47 Ländern, das ist ein Viertel mehr als bei der bisherigen Rekordmesse 2006. Wir haben auch bei der Ausstellungsfläche mit 275.000 Quadratmetern um zehn Prozent zugelegt. lastauto-omnibus.de: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Themen auf der IAA?
Wissmann: Bei den Sachthemen sind dies die nachhaltige Mobilität und die Sicherheit. In beiden Bereichen sind wir gut vorangekommen. Beginnen wir mit der Umwelt: Die Nutzfahrzeugbranche hat ihren Kraftstoffverbrauch je Tonnenkilometer in Deutschland seit 1990 um ein Drittel, die Schadstoffemissionen um rund 85 Prozent und den Stickoxidausstoß um mehr als 95 Prozent gesenkt. Damit sind wir aber noch nicht am Ende: Beim Verbrauch haben wir den Ehrgeiz, bis 2025 eine erneute Senkung um ein Drittel zu erreichen. lastauto-omnibus.de: Und was haben Sie sich beim zweiten Top-Thema, der Sicherheit, vorgenommen?
Wissmann: Unser Ziel ist es, Nutzfahrzeuge verstärkt mit lebensrettenden Assistenzsystemen auszustatten. Systeme wie Abstandswarner oder ESP befinden sich erst in knapp einem Zehntel aller Nutzfahrzeuge. Wir wollen die Unternehmen davon überzeugen, dass weitere Investitionen in die Sicherheit sinnvoll sind und sich rechnen. Das ist genauso wichtig, wie der Politik deutlich zu machen, dass sie finanzielle Anreize für den Einbau solcher Systeme setzen muss. lastauto-omnibus.de: Wird die IAA die Nachfrage ankurbeln können? Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung 2008 und 2009 ein?
Wissmann: 2008 wird für die deutsche Nutzfahrzeugbranche ein gutes Jahr werden. Wir haben das Jahr mit sehr hohen Auftragsbeständen begonnen. Selbst wenn sich die Nachfrage nun etwas verlangsamt, bleibt das Nutzfahrzeugjahr 2008 auf hohem Niveau. Was 2009 angeht, kommt es entscheidend darauf an, wie sich die Weltwirtschaft entwickelt. Wenn sie infolge der Finanzkrise nach unten gezogen wird, wird es schwerer. Bleibt sie stabil, sehe ich für die deutsche Branche auch weiterhin positive Tendenzen.

Datum

25. September 2008
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