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Fahrzeuge: Fahrzeuge tauschen Sicherheits-Infos aus

Verkehrssicherheit gehört mittlerweile zu den Belangen, die in der EU höchste Priorität genießen. Fahrzeuge, die in so genannten kooperativen Systemen untereinander und mit der Infrastruktur kommunizieren, sollen die Sicherheit im Straßenverkehr schon bald um einen großen Schritt nach vorne bringen. „Dass Fahrzeuge miteinander kommunizieren, ist längst keine Utopie mehr. In der Entwicklung dieser Technologie befinden wir uns heute bereits in einem weit fortgeschrittenen Stadium", sagt Carl Johan Almqvist, Leiter des Bereichs Verkehrs- und Produktsicherheit bei Volvo Trucks.

Im Rahmen eines umfassenden europäischen Forschungsprojekts namens Safespot wird derzeit untersucht, wie Personen- und Lastkraftwagen in so genannten kooperativen Systemen miteinander und über die Infrastruktur kommunizieren können, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. "Safespot, künftige Verkehrssicherheit" Fahrzeuge und Infrastruktur, die miteinander kommunizieren, sollen in Zukunft die Verkehrssicherheit erhöhen. Das EU-Projekt Safespot entwickelt Technik, die das möglich macht. Zwischen den Jahren 1970 und 2000 hat sich der Verkehr auf Europas Straßen verdreifacht. Parallel dazu ist die Anzahl der Verkehrsunfälle in die Höhe geschnellt. Jedes Jahr sterben in Europa immer noch etwa 40.000 Menschen bei Verkehrsunfällen, und ungefähr 1,7 Millionen Menschen werden verletzt. Neben den Tragödien und dem menschlichen Leid entstehen auch enorme Kosten für die Gesellschaft - etwa 160 Milliarden Euro. Die EU betrachtet die Verkehrssicherheit deshalb inzwischen als eine der wichtigsten aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Das Safespot-Projekt, das zum Teil von der EU finanziert wird, wurde 2006 ins Leben gerufen. Heute sind 51 Akteure aus zwölf europäischen Länder daran beteiligt. Viele der großen europäischen Fahrzeughersteller sind ebenso mit an Bord wie Zulieferer, Universitäten und Behörden, die die Verantwortung für das Straßennetz tragen. In sechs verschiedenen Testzentren in ganz Europa wird geforscht, unter anderem in Dortmund. Hier wird untersucht und erprobt, wie die technischen Lösungen von Safespot in städtischen Umgebungen funktionieren. Mit neuen Lösungen aus der Telematik - integrierte Nutzung von Telekommunikation und Informatik - können Fahrzeuge immer intelligenter gemacht werden. Schon heute sind viele Lkw beispielsweise mit GPS- (Global Positioning System) Navigationssystemen oder mit kamerabasierten Spurwechsel-Assistenzsystemen ausgestattet. Einzigartig am Safespot-Projekt ist, dass man Fahrzeuge mit Hilfe der Telematik miteinander kommunizieren lässt, was als V2V, Vehicle-to-Vehicle (= Fahrzeug zu Fahrzeug) bezeichnet wird. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Fahrzeuge sogar mit einer Infrastruktur kommunizieren zu lassen (V2I, Vehicle-to-Infrastructure = Fahrzeug zu Infrastruktur), um aktive Sicherheit durch Fahrassistenzsysteme zu schaffen. „Das wird einer vollkommen neuen Generation von Sicherheitslösungen zur Vermeidung von Unfällen die Tür öffnen", meint Carl Johan Almqvist, Leiter des Bereichs Verkehrs- und Produktsicherheit bei Volvo Trucks, einem der an dem Projekt mitwirkenden Unternehmen. "Funktionen Safespot" Funktionen, die Safespot entwickelt: Infrastrukturbasiertes Warnsystem, Sicherer Abstand und sichere Geschwindigkeit, Unterstützung für den toten Winkel, Kollisionsfolgenminderung, Spurunterstützung, Spurwechselunterstützung, Seitenaufprallverhütung, Warnungen von anderen Fahrzeugen, Rückwärtige Erkennung Das Safespot-Projekt hat verschiedene Anwendungen definiert und getestet. Einige davon gehen vom Fahrzeug aus, wie beispielsweise bei der Sicherheit an Kreuzungen, Warnung vor Frontalkollisionen, schlechtem Wetter und erkannten Radfahrern oder Fußgängern. Andere Anwendungen basieren auf der Infrastruktur: Geschwindigkeitswarnungen, Warnung, wenn voraus ein Unfall passiert ist, oder die rechtzeitige Schaffung einer Gasse für Einsatzfahrzeuge. Der Fahrer erhält die Informationen über einen Bildschirm oder Ton-/Lichtsignale in seinem Fahrzeug. Die Informationen können aber auch über Schilder oder blinkende Lichter an der Straße übermittelt werden. Die Grundlage der kooperativen Systeme von Safespot bilden drei innovative Technologien: Accurate Cooperative Localisation (= genaue kooperative Positionsbestimmung), Local Dynamic Maps (= lokale dynamische Karten) und Ad-Hoc Communication Networking (= situationsangepasste Kommunikationsnetzwerke). „Ziel ist es, eine mindestens auf den Meter genaue Positionierung erreichen", sagt Johan Fjellström, Projektleiter für den Bereich von Safespot, den Volvo Technology vorantreibt, und in dessen Rahmen unter anderem innovative technische Lösungen für Volvo Trucks entwickelt werden. Um die gewünschte Genauigkeit zu erreichen, werden GPS-Daten, Informationen von den Sensoren des Fahrzeugs sowie Kenntnisse der exakten Position verschiedener Landmarken verwendet, beispielsweise Laternenpfähle und Fahrbahnmarkierungen, die der Local Dynamic Map (LDM) des Systems entnommen werden. Die LDM ist eine zentralisierte Datenbank und bildet den Kern des Systems. In die Informationen von einer herkömmlichen digitalen Karte integriert sie Schichten von Informationen, die über Fahrzeuge oder Infrastruktur erfasst werden, was eine völlig neue Arbeitsweise darstellt. "Safespot - komplexe Kommunikation" Zahlreiche Informationen werden aus unterschiedlichen Quellen erfasst, unter anderem den eigenen Sensoren des Fahrzeugs und dem VANET (Vehicular Ad-Hoc Network, Ad-hoc-Netzwerk zwischen Fahrzeugen), die dann in die LDM-Datenbank (Local Dynamic Map) einfließen. Die Informationen aus der Datenbank werden analysiert und an den Fahrer übermittelt, beispielsweise über Ton-/Lichtsignale oder einen Bildschirm. „Es geht darum, dem Fahrer auf der Grundlage von Informationen über die Position und Geschwindigkeit anderer Fahrzeuge, die Straßensituation und eventuelle Hindernisse frühzeitig relevante Informationen darüber zu geben, was im Verkehrsumfeld geschieht. Damit dies zuverlässig funktioniert, ist eine verlässliche und schnelle Kommunikation in einem lokalen Netzwerk erforderlich. Safespot verwendet den Standard für Car2Car - das Protokoll IEEE 802.11p und das 5,9-GHz-Frequenzband", erklärt Johan Fjellström. Die technischen Lösungen des Safespot-Projekts befinden sich noch im Forschungsstadium. Bevor das Projekt 2010 abgeschlossen wird, werden noch umfassende Analysen durchgeführt. Noch lässt sich  laut Johan Fjellström nicht genau vorhersagen, wann kooperative Systeme in unseren Fahrzeugen Standard sein werden: „Man braucht eine kritische Masse, damit es effektiv wird. Gleichzeitig müssen auch die Kunden einen Nutzen von den Lösungen haben. Das Konzept der kooperativen Systeme ist äußerst vielversprechend und bringt viele wichtige Vorteile mit sich. Der größte davon ist, dass der Fahrer bereits zu einem viel früheren Zeitpunkt Informationen erhalten kann, auch über Dinge außerhalb des eigenen Sichtfeldes und darüber, was in anderen Fahrzeugen geschieht. Das ist ohne die kooperativen Systeme unmöglich. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit, eine große Anzahl von Sicherheitsanwendungen mit einem einzigen System abzudecken - was ansonsten zahlreiche Sensoren konventionellen Typs erfordern würde, wie beispielsweise Radar." Fakten Safespot Ein EU-Projekt, das auf der Grundlage von Infrastruktur und Fahrzeugen sicherheitsrelevante Informationen durch kooperative Systeme übermitteln soll. Das Projekt entwickelt und erprobt Technik, die in Zukunft die Verkehrssicherheit erhöhen soll. Car2Car Das Car2Car Communication Consortium ist eine Arbeitsgemeinschaft, die unter anderem an der Schaffung eines gemeinsamen europäischen Standards für Kommunikationssysteme zwischen Fahrzeugen arbeitet. Das System verwendet mit Funkwellen arbeitende LAN-Netzwerke (Local Area Network). Das Car2Car-Funksystem basiert auf dem Standard IEEE 802.11p.

Datum

4. August 2009
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