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Fahrzeuge: Besorgnis um Autohöfe

Die VEDA e.V. sieht dem Vorhaben des US-Konzerns Flying J mit Besorgnis entgegen.

Mit Besorgnis sieht die Vereinigung Deutscher Autohöfe e.V. – kurz VEDA – dem Vorhaben des US-Konzerns Flying J entgegen, der in Europa ein Tankstellen- und Raststättennetz ähnlich wie in den USA aufbauen will. Acht bis zehn Autohöfe mit für Europa ungewöhnlich großer Fläche und Größenordnung plant Flying J in Deutschland, Polen, Österreich und der Schweiz. Als europäische Ausgangsbasis wählte der Truckstop-Gigant Deutschland aus. VEDA-Vorstand Karl-Heinz Schneider sieht die Sorge in erster Linie dadurch begründet, dass der deutsche Markt längst gesättigt sei. Bundesweit gibt es 430 Tank & Rast-Anlagen sowie 160 Autohöfe, die die Versorgung von Reisenden und Lkw-Fahrern entlang deutscher Autobahnen sicherstellen. „Der Kuchen ist also verteilt“ so Schneider. „Und kann man amerikanische Maßstäbe auf Deutschland herunter brechen? Denn: Wie groß – oder besser gesagt wie klein – ist Deutschland im Vergleich zu den USA? Wieviel Liter auf 100 Kilometern braucht ein amerikanischer Truck im Verhältnis zu einem europäischen Lkw?“ Hinzu kommt, dass die Umsätze im Tankstellengeschäft seit 1999 um 40 bis 50 Prozent zurückgegangen sind. Flying J wird nach Meinung der VEDA nur Fuß fassen können, indem vorhandene Betriebe verdrängt oder Umsätze von diesen Betrieben geholt werden. Damit sind die bestehenden mittelständischen Autohöfe, die die VEDA als Verband vertritt, in ihrer Existenz bedroht. Die VEDA vermutet, dass der US-Konzern wohl in erster Linie versuchen wird, über Niedrigpreise, vor allem im Kraftstoffbereich, den deutschen Markt aufzurollen. „Wir fürchten nicht die Konkurrenz, wir wissen, die Leistungen unserer Autohöfe sind gut, wir haben unsere Services und Dienstleistungen in den letzten Jahren stetig weiter entwickelt. Was will Flying noch besser machen als wir? Da bleibt dem US-Konzern als finanzkräftiges Unternehmen nur, die Preise kräftig nach unten zu drehen.“ Und dennoch sieht die VEDA Flying J nicht als Gewinner auf dem deutschen Markt. „Unsere hiesigen Marktbedingungen verkennend hat der US-Konzern Walmart vor einigen Jahren geglaubt, unsere Lebensmittelbranche aufmischen zu können. Das Ende vom Lied: Milliarden von Euro wurden in den Sand gesetzt“ erläutert Schneider seine Bedenken. „Europa ist für die Flying J-Strategie zu klein. Ein Lkw fährt heute mit einer Tankfüllung quer durch Europa. Getankt wird dort, wo der Kraftstoff günstig ist – also nicht in Deutschland. Mit den günstigen Spritpreisen wie in Luxemburg, Polen oder Ukraine wird auch Flying J auf Dauer nicht mithalten können, da auch sie von den in Deutschland erhobenen Steuern (Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer) nicht befreit sein werden. Nur bis Flying J zu dieser Erkenntnis kommen wird, sind unsere bestehenden Betriebe bereits zerstört und damit zahlreiche Arbeitsplätze vernichtet. Durch den im Güterverkehr bestehenden Tanktourismus sind bereits heute einige Betriebe in ihrer Existenz bedroht.“ Auch die VEDA weiß, dass es in Deutschland sicherlich noch einige Standorte gibt, an denen ein neuer Rasthof Sinn macht. „Doch diese sollten dann nach deutschem Maßstab errichtet werden“ betont Schneider. „Das was in Deutschland wirklich fehlt, sind Lkw-Stellplätze – und zwar an bestehenden Autohöfen und Tank- & Rast-Anlagen.“

Datum

3. März 2008
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