Fahrwerksystem von BPW Zoom

Fahrweksysteme von BPW: Alles Eco

Dem Trend entsprechend hatte sich BPW auf der IAA „Wirtschaftlichkeit“ und „Effizienz“ auf die Fahnen geschrieben. Neue Fahrwerkskonzepte, Werkstoffkombinationen und Elektroniksysteme sollen es richten.

Der Wahlspruch entspricht dem Zeitgeist. In Anlehnung an den Prince-Hit „Let´s go crazy“ hat BPW das IAA-Motto „Let´s go eco“ gewählt. So taucht das Kürzel „Eco“ in fast allen Lösungen auf, die die Wiehler Achsenschmiede zur Messe im Gepäck hat.

Dazu gehört das Anhänger-Fahrwerk Eco-Air-Compact. Es soll vor allem zwei Anforderungen unter einen Hut bringen: die der Aufbauer und jene der Fuhrparkbetreiber. Den Wünschen der Aufbauhersteller will BPW mit einer leichteren Montage des Fahrwerks Eco-Air-Compact entgegenkommen.

Dazu hat BPW die Variantenvielfalt verringert, wodurch sich der Aufwand bei der Montage per se reduziert. Auf zwei Stützen, zwei Lenkern und drei Balgträgern basiert das Fahrwerk. BPW verspricht damit weniger Lagerkosten und mehr Flexibilität. Durch einen neuen Zweiseiten-Achslift soll sich der Montageaufwand zudem halbieren.

Mit der Konstruktion des neuen Fahrwerks hat BPW ebenso die Anforderungen der Transporteure im Blick. Grundlage von Eco-Air-Compact ist ein zweiteiliger Lenker aus Stahlguss, der diagonal verschraubt ist. Er soll die einwirkenden Kräfte besser verteilen, für die vier Auflagepunkte gewährleistet BPW Wartungsfreiheit.

Ein leichter Lufttank

Von einer neu konstruierten Stahl-Gummi-Buchse verspricht sich der Hersteller eine bessere Spurführung und somit auch geringeren Reifenverschleiß. Gewicht und Lebensdauer hat BPW bei seiner Fahrwerklösung ebenfalls im Auge.

Der Lufttank besteht aus glasfaserverstärktem, rostunempfindlichem Kunststoff (GFK). Gegenüber zwei konventionellen 60-Liter-Lufttanks aus Stahl soll er 60 Prozent leichter sein und damit sogar weniger wiegen als Varianten aus Alu.

Der Temperaturbereich, dem der Tank standhält, bewegt sich laut BPW zwischen minus 40 und plus 80 Grad. Zu montieren ist er vertikal oder horizontal mit Hilfe von besonderen Spannbändern. An den Endkappen nehmen Standardgewinde-Anschlüsse die Luftschläuche auf. Zu haben ist der Tank mit Volumen von 30 bis 120 Litern.

Serienlauf im jahr 2014

Wartungsfreiheit ist auch das oberste Gebot bei der Nachlaufachse Eco-Turn. Eine neue Lenkungs-Lagerung macht regelmäßiges Abschmieren überflüssig. Somit steht nur noch ein Check vor den amtlichen Abnahmen bevor. Die Gewichtsersparnis beziffert BPW auf zehn Prozent.

Zum Einsatz kommen Stahl-Gummi-Stahl-Buchsen mit höherer Lebensdauer. Ab dem dritten Quartal 2013 soll die Achse laut Produktchef Bernhard Rossenbach in den Feldversuch gehen. Den Serienanlauf plant er für 2014.

Nachlauflenkachsen bewähren sich besonders durch die verringerte Belastung während Kurvenfahrten. In Kurven bewirkt der Nachlauf einen dem Radius entsprechenden Einschlag der Räder und verringert somit die Seitenkräfte an den Reifen, was ihre Laufleistung erhöht.

Für die erste Achse im Trailerfahrwerk gibt BPW entsprechend eine um 50 Prozent und auf der Hinterachse um 70 Prozent erhöhte Reifen- Kilometerleistung an. Aufgrund der verringerten Belastung lassen sich zudem die Rahmenkonstruktionen abspecken.

Trailerachse viel leichter als Stahlachse

Bis zu vier Reifen weniger und 1.000 Liter weniger Diesel bei einer Laufleistung von 100.000 Kilometer versprechen die Wiehler für die Nachlaufachse. Auf bisher wenig erprobtem Terrain bewegt sich BPW mit dem Trailer-Achse Eco Vision.

Der Achskörper besteht nicht aus einem konventionellen Stahltragrohr, sondern aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Besondere Herausforderung dabei ist das Anbinden der nach wie vor aus Stahl bestehenden Achsenden an den GFK-Körper.

Die Verbindung stellt BPW mit einer neuen Technologie bereits während des Webens der Glasfasern her. Sie soll hochfest und mit bis zu 27 Tonnen belastbar sein. Ausgelegt ist das Aggregat als Neun-Tonnen-Achse mit Scheibenbremsen und Luftfederung.

Entscheidender Vorteil des GFKKonzepts: Die Trailerachse ist um rund 80 Kilogramm leichter als eine vergleichbare Stahlachse. Weiter verringern sich mit der GFK-Achse die ungefederten Massen mit entsprechendem Gewinn für Fahreigenschaften und Straßenschonung.

Hohe Lebensdauer des Glasfaser-Polyester-Werkstoffes

Positiv beeinflussen soll der Werkstoff auch die Torsionseigenschaften, was insbesondere bei Kurvenfahrt unter hoher Last zum Tragen kommt. Von der notwendigen Festigkeit, die Stahl in nichts nachstehen soll, ist man bei BPW überzeugt. Ebenso von der Lebensdauer des Glasfaser-Polyester-Werkstoffs. Sie soll weit über die Lebenserwartung des Fahrzeugs hinausreichen, auch bei extremen Einsätzen.

Korrosion? Kein Problem. Mit einer Serienfertigung rechnet BPW ab dem Jahr 2016. Derzeit werden zu Testzwecken fünf Prototypen gebaut. Telematik-Anwendung und Reifendruckkontrolle vereint das System Eco Tronic T-Control, das BPW gemeinsam mit dem Tochterunternehmen Idem entwickelt hat.

Mit der RFID-Erkennung der Zugmaschine und der Ladung lassen sich Infos über die Transportauslastung generieren. Ebenso diverse Alarmmeldungen, wie die Überwachung des Kühlaggregats, die das System wahlweise per SMS, E-Mail oder Smartphone-App zusendet. Statusreports und Auswertungen lassen sich in Echtzeit über ein Internetportal abrufen.

Andreas Wolf lastauto omnibus

Autor

Foto

BPW

Datum

14. November 2012
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