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European Truck Racing Championship Hungaroring: Actiontage in Budapest

Fünfzehn Truckracer kamen zum ersten Rennen der zweiten Saisonhälfte auf den frisch renovierten Hungaroring bei Budapest. 

Aus den Top-Rängen fehlte eigentlich nur der bis dato Drittplatzierte René Reinert, der den Lauf in Ungarn nach offiziellen Angaben wegen "persönlicher Gründe" ausließ. Und wie sich schnell zeigen sollten, hatten die (zwei) Fahrerinnen und Fahrern nicht die geringste Mühe, nach der Sommerpause vom Urlaubs- auf Kampfmodus umzuschalten. Es ging munter zu in Budapest, die Besucher bekamen für ihr Geld viel Action zu sehen. Zunächst bekamen sie allerdings die Renntrucks in Downtown Budapest zu sehen. Mit einem Konvoi in das Zentrum der ungarischen Hauptstadt machten die Organisatoren spektakulär Werbung für das Truckfest auf dem Hungaroring und lockten zur Autogrammstunde in der Nähe des Heldenplatzes Hunderte Schaulustige an.

Vor allem im zweiten Championshiprennen am Samstagnachmittag ging es rund. Zunächst für Ellen Lohr, die sich ausgangs der Start- und Zielgeraden spektakulär drehte. Auslöser war in diesem Fall André Kursim, der Sascha Lenz anschob, welcher wiederum in den Bernau-MAN von Lohr rutschte. Eine klassische Kettenreaktion. Kurz danach kreiselte Ryan Smith an der gleichen Stelle, was erneut mit viel Rauch und "Kleinholz" verbunden war. Auch bei dieser Einlage war Kursim mit im Spiel. Erst ganz am Ende erwischte es dann Frankie Vojtisek, der in Budapest ein phantastisches Rennen gefahren war – einen Tick langsamer wie die Spitzenfahrer, aber immer regelgerecht. So hatte Frankie seinen zweiten Platz Runde um Runde mit Verve verteidigt. Das Ziel schon vor Augen, wurde Frankie von seinem Verfolger Norbert Kiss noch einmal kurz angerempelt, drehte sich leicht, bekam seinen Truck nicht mehr unter Kontrolle und krachte mit voller Wucht in die Boxenmauer. Ein Unfall, der für viele Diskussionen sorgte. Die Meinungen reichten vorn "Hat’s das noch gebraucht, so kurz vor dem Ziel? Sowas müsste hart bestraft werden!" bis zu "Rennunfall, passiert halt". Die letztgenannte Meinung machten sich auch die Rennkommissare zu eigen und beließen es bei einer milden Verwarnung für Lokalmatador Kiss. Frankie und sein Team sind jedenfalls nicht zu beneiden. Um den schwer lädierten Truck bis zum Heimrennen des Tschechen am kommenden Wochenende wieder fit zu bekommen, sind sicher einige Nachtschichten nötig. Aber Frankie genießt auch viele Sympathien im Fahrerlager, und so haben sich schon zahlreiche Kollegen gemeldet, die dem Tschechen bei der Arbeit helfen wollen. Einen Sieger gab es auch in diesem Rennen, genau gesagt eine Siegerin. Steffi Halm wiederholte in Abwesenheit ihres Teamchefs Reinert den Erfolg vom Vorjahr und gewann den schlachtenreichen Lauf.

In der Gesamtschau ist Jochen Hahn der große Sieger des Wochenendes. Der dreifache Europameister hatte zwar während der Sommerpause gemeinsam mit dem Buggyra-Team die Streck in Most für weitere Testfahrten gemietet. Doch Hahns Crew hat offenbar besser gearbeitet wie die Mannschaft von Adam Lacko. Der Tscheche blieb in Ungarn deutlich hinter seinen Erwartungen zurück während Hahn die beiden 20-Punkte-Rennen für sich entschied. Lacko wurde im letzten Rennen ein später Sieger, weil sich Gerd Körber ebenso wie Ryan Smith zu früh über Platz 1 und 2 gefreut hatten: Die beiden Herren, befanden jedenfalls die Kommissare, hatten während der Einführungsrunde zu stark aufs Gaspedal gedrückt (Ellen Lohr war auch noch mit dabei), bekamen daher 30 Sekunden Zeitaufschlag und musste die Trophäen wieder abgeben. Der Gewinn am grünen Tisch reichte jedenfalls nicht aus, um die Führung in der Gesamtwertung zu verteidigen, zumal der Rest des Wochenendes für Lacko eher durchwachsen war. Die Spitze hat jetzt Hahn mit einem Vorsprung von dreizehn Punkten übernommen. Die beste Voraussetzung also für ein heißes Wochenende in Most.

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whitecrossmedia.ch

Datum

30. August 2016
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