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Europa Truck Trial: Unter Steirischer Sonne

Anders als am Samstag, zeigt sich der Wettergott am Sonntag von seiner gnädigen Seite. Und auch die Fans zieht es wieder ins Gelände.

Dank der starken Regenfälle am Samstag, ist das Gelände am Sonntag geradezu mörderisch. Die S1 hat sich entschlossen, am Sonntag wieder zu fahren. Allerdings haben die einzelnen Teams gleich in der ersten Sektion nur ein kurzes Gastspiel. Genau ein Tor nach dem Einfahrtstor schaffen sie - dann stecken sie fest. Der Bagger ist im Dauereinsatz. Die einzige Frage, die sich stellt: "Angelika, wollt ihr rausgezogen werden, oder fliegen?" - sie fliegen am Baggerhaken.

Ein paar Franzosen versuchen noch, das ungeschickte Tor zu umfahren und hangeln sich nah am Abgrund entlang. Der Effekt ist dennoch der selbe. Wer auf dem engen Grat nicht die Sektionsabsperrung touchiert, muss spätestens auf halber Strecke bis zum Ausfahrtstor in den Graben fahren und bleibt unweigerlich stecken.

Ebenso im Dauereinsatz ist der Bagger bei der S4. Auslöser ist wieder einmal eine Graben-Sektion. Zwar versuchen die meisten den sicheren Weg um den Graben zu finden, doch der tiefe Matsch lässt die Dreiachser immer wieder abrutschen in Richtung Graben. Team Kröpfel geht auf volles Risiko und gibt Gas. Das Ergebnis ist allerdings nicht viel mehr als eine schwarze Vollgas-Rauchwolke und ein süslicher Geruch vom hinteren Aufbau. Nachdem der Motor beinahe minutenlang auf Drehzahl ist, geht die Temperatur stetig nach oben. Das Kühlwasser bahnt sich den Weg nach draußen. Nach dem unausweichlichen Abwinken gibt sich Fahrer Hermann Anzini gelassen: "Die Temperatur war halt a bisserl hoch. Aber der Kühler ist dicht, keine Sorge."

Für Aufsehen sorgt Lokalmatador Koren. Auch der Diesel-Ural hüllt die Zuschauer in schwarze Grobstaubwolken. Er schafft die Zitterpartie am Graben vorbei in Richtung Ausfahrttor. Doch der weg zum Ausgang besteht aus mehreren Schlammterrassen. Zwar versuchen die Österreicher sich mehrmals mit Vollgas durchzufräsen, doch letztlich müssen auch sie vor dem Dreck kapitulieren. Für einen letzten Versuch wollen sie zurücksetzen und geraten dabei vom Regen in die Traufe. Der Ural liegt seitlich im Graben, die rechten Räder scharren in der Luft, die linken rühren den Matsch durch. Trotzdem bleibt der Ural am Gas - solange, bis der Kommissar abpfeift. "Ich kann die ja nicht mal wegen Fahrtrichtungswechseln abwinken, die bewegen sich ja nicht mehr."

Unter den Zuschauern ist ein relativ entspanntes Team Funke. für sie dauert die Mittagspause bis zum Abend. Der Bolide liegt danieder mit Getriebeschaden. In der Meisterschaft behalten sie dennoch die Führung vor Team Auniger.

In der S2 reicht es für Team MiniMog gerade so für den dritten Platz. Nur ein winziges Pünktchen trennt sie von Team Avia auf vier. Die MiniMog Girls haben Pech und rutschen hinter Team Avia und Team Offner auf den letzten Platz zurück. In der Meisterschaft führt nun wieder TT Klub Lom U Tachova. Die Entscheidung fällt also erst in Lakitelek.

Ähnlich eng sieht die Meisterschaft in der S5 aus. Die Engelbändiger führen knapp vor Team Schoch. Gut 100 Fehlerpunkte trennen die beiden in Voitsberg. In der Meisterschaft sind es drei Zähler. Beide haben allerdings schon mindestens den Vizetitel sicher.

Das Dexter Team und 3 Engel für HK sind gleich auf im Kampf um Platz drei. Enrico Grätz hat damit also seine Drohung gegen Schwester Sandra und Papa Olaf wahr gemacht: "Pass auf, wir holen euch heute ein und überholen euch sogar." Ob die 3-1 Mädels das auch in der Meisterschaft packen? Am 13. September dürften wir schlauer sein.

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Markus Bauer

Datum

8. September 2010
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