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Europa Truck Trial in Nieder-Ofleiden: Helm auf zum Trial

Es ist der Lauf, bei dem nicht nur die Fahrer Helm tragen. Alle drei Jahre startet der Europa Trial bei der Fachmesse SteinExpo in einem gewaltigen Steinbruch in Nieder-Ofleiden in Nordhessen. So auch mit dem Finallauf 2014.

Die Hausordnung der Messeveranstalter schreibt die knitterfreie Kopfbedeckung auch für alle Besucher vor. Das macht zwar bei den Trial-Zuschauern wenig Sinn, schließlich könnte denen hier oben am Rand des Bruchs nur der Himmel auf den Kopf fallen, sorgt aber für eine ganz eigenen unverwechselbaren Rahmen. Die Aussicht auf das ungewöhnliche Messegelände aus der Vogelperspektive tut ein Übriges.

Knappe Ausgangslage

Stand schon im Vorfeld des Finales in der Zweiachser-Klasse alles auf Sieg und Titel für Trial-Rückkehrer Vaclav Kabourek, war die Ausgangslage mit Blick auf die Titelvergabe bei den Drei- und Vierachsern nicht so eindeutig. Titelverteidiger Borzym, Team Joker oder BFS lagen extrem eng beieinander und konnten sich Hoffnungen auf den Meistertitel machen. Am Ende waren es die routinierten Eheleute Borzym mit dem schwarzen Ural, die sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen ließen. Lagen Marc Stegmaier und Jan Plieninger mit ihrem MAN vor dem Start noch einen Punkt hinter Team Joker auf Platz drei, konnten sie das Verhältnis umkehren und wurden erneut Vizemeister – einen Punkt vor dem Joker-Zil.

Fünf Sterne für HS-Schoch

Fünf Sterne in der fetten Eins auf den HS Schoch-T-Shirts: Vier Siege in den sechs Saisonläufen machen den fünften Titel für das MAN-Team aus Baden-Württemberg klar. Rein rechnerisch hätten Alex Budde und Susanne Quappe den braunen MAN noch abfangen können. Diese Rechnung durchkreuzte aber das Rudi-Reicher-Duo (Rudi senior und – erstmals – Rudi junior) mit einem Sieg, um 24 Strafpunkte besser als die Titelverteidiger Marcel Schoch und Johnny Stumpp. Mit deutlichem Abstand folgte dahinter der Budde-Actros auf Platz drei. Dieser zweite Platz reichte dem HS Schoch-Team für den erneuten und damit fünften Titel samt dem selbstbewusst vorproduzierten Fünf-Sterne-Shirt.

Bei den Zweiachsern holte sich das tschechische Avia-Team mit Fahrer Bohumir Cap den zweiten Saisonsieg und sicherte sich damit den Vize-Titel hinter Meister Kabourek und knapp vor dem französischen Team Mogli.

Nachsitzen bei den Protos

Eng war auch die Ausgangslage bei den Prototypen, wo die Funke Junioren (Young & Funky) trotz eines Umkippers am Samstag ihrem führenden Landsmann Karl Vavrik punktemäßig heftig ans Heck klopften. Der konnte dann auch den SteinExpo-Lauf für sich entscheiden. Über den Titel kann sich Zopfträger Karl aber nicht wirklich freuen: Er ist Meister auf Abruf. Das Team Young & Funky hat gegen die Laufwertung in Nieder-Ofleiden Protest eingelegt, über den noch nicht entschieden wurde. Deshalb wurde das Schlussergebnis bei den Prototypen nur unter Vorbehalt veröffentlicht.

Grund für den Protest: Vavrik hatte während des Laufs zeitweise einen Copiloten aus einem französischen Team an Bord. Derlei Personalwechsel sind aber nach dem Regelwerk nicht erlaubt, auch wenn das Vergehen in der Sektion vom Kommissar nicht geahndet wurde. Jetzt ist für die Sportkommissare Nachsitzen angesagt. Würden Vavrik die kompletten Punkte des letzten Laufs aberkannt, wären die Funke-Kids Meister. Meisterschafts-Dritter wurde das französische Action Lev-Team.

Die neu eingeführte "Kompakt"-Klasse der kleinen, ehemaligen S1-Trucks entschied ebenfalls Vaclav Kabourek für sich, gefolgt von den französischen Teams Mogli und H&Co. Insgesamt 53 Teams gingen während der sechs Europa-Trial-Wochenenden 2014 an den Start. Aber nur 21 davon starteten bei mindestens drei Läufen und waren damit von Relevanz bei den Wertungen.

Autor

Foto

Robert Eberlein

Datum

11. September 2014
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