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Europa Truck Trial in Fürstenau: Die Premiere gelingt

Die Kämpfe in den Sektionen sind ausgetragen. Die Sieger des Europa Truck Trial-Laufs in Fürstenau stehen fest.

Mit insgesamt 29 Startern waren in Fürstenau alle Klassen gut vertreten. Allen voran die Dreiachser. Gleich zehn Teams gingen in dieser ehemals scheintoten Klasse an den Start. Am meisten Pech hatten die beiden Hauber-Fahrer Team Bodensee und Zebra-Zil. Letztere müssen sich mit dem zehnten Platz begnügen. Bis auf eine Sektion haben sie überall die theoretische Fehlerhöchstpunktzahl gesammelt: Sektion nicht gefahren. Team Bodensee ging es nur wenig besser. Obwohl sie mehr Sektionen unter die Räder nehmen konnten, blieben auch sie mit gut 6.000 Fehlerpunkten chancenlos. 

Ein weitere Unglücksvogel ist das Team Alsace. Auch hier schlägt die Höchststrafen-Keule gleich mehrfach zu. Allerdings halten sie mit nur gut 2.900 Punkten immerhin den Anschluss ans Feld. Auf Platz sieben steht ein Newcomer. Das Auto ist der altbekannte rot-gelbe Magirus Jupiter von Ron van Gemeren. Am Steuer saß allerdings die nächste Generation: Young Wheels over the World. Team Hamm sichert sich Platz sechs und ist gleichsam das letzte Team, das mehr als 2.000 Fehlerpunkte ins Ziel bringt. Weiter geht es mit Philipp aus dem Hanfbachtal und Team Young & Funky. Auf Platz drei kann das BFS Truck Sport Team seinen Rang auch am Sonntag behaupten - trotz argen Handicaps von Fahrer Marc Stegmaier. Platz zwei geht an Team Baden. Titelverteidiger Team Borzym sichert sich den Sieg und ist gleichsam das einzige Dreiachser-Team mit weniger als 1.000 Fehlerpunkten. 

Volle Ränge auch mit weniger Achsen

Bei den Zweiachsern geht es ebenso zahlreich weiter. Wie gehabt wertet der Veranstalter in dieser Klasse quasi nach den alten Serienklassen S2 und S1 noch in einer Kompaktwertung. Sechs der sieben Starter fallen indes in diese Kompaktklasse. Nur Team Avia entspricht der alten S2-Serienklasse. Unter den kleinen holt sich Team Aupitz den Sieg vor Gangs of Sud Est, Team LVM, Team H&Co und Team Plein Gaz. Schlusslicht ist Team Fahlbusch mit dem wohlklingenden Benziner-Unimog. Diese Reihenfolge entspricht auch der der eigentlichen Zweiachser-Klasse - mit einer Ausnahme. Team Avia schiebt sich an allen "Kleinen" vorbei und bringt die Trophäe heim nach Tschechien.

Ungeschicktes Versehen

Die Prototypen sind ebenso stark besetzt wie die Zweiachser. In Fürstenau verstärkt noch ein Sonderling das Feld. Leon de Wit, vielen besser bekannt aus der Rallye-Szene, ist mit seinem Sportgerät angetreten. Da er allerdings einige Modifikationen am Fahrzeug vorgenommen hat, lassen ihn die Kommissare statt in der angestrebten Zweiachserklasse nur bei den Protos starten. Entsprechend chancenlos ist er im Vergleich zu den "echten" Prototypen, die mit einzeln lenk- und hebbaren Achsen und vielem mehr auftrumpfen. Nur das Team Proto Swiss muss de Wit ziehen lassen. Die Schweizer haben bereits am Samstag mit starken technischen Problemen zu kämpfen. Auch sie sammeln einige Höchstpunktzahlen. 

Weniger die Fahrzeugtechnik, als vielmehr das Gedächtnis machen Karl Vavrik (KVK-Racing) einen dicken Strich durch die Rechnung. Der zwar flott aber dennoch bedächtig fahrende Allein-Kutscher hatte in einer Sektion schlicht den Helm vergessen. Laut Reglement gilt die Sektion damit als nicht gefahren. Trostpflaster für Hätte-Wäre-Wenn-Denker: Nicht einmal ohne die 740 Strafpunkte hätte es dem Österreicher diesmal für einen Sieg gereicht. Team Manent-Cellier sind mit ihrem Dreiachser-Ural einfach besser. Mit nur 312 Fehlerpunkten halten sie den Rekord des Wochenendes. Auf Platz zwei folgt das Team JCCMog vor Fans on the Road. Auf Platz vier fährt das französische Team Action Lev. 

Tatra im Unglück

Als einziger Doppelstarter geht das Team Sauerland mit dem mächtigen Tatra in der Vierachser-Klasse ins Feld. So eindrucksvoll sein Motorsound auch ist, so lädiert scheint sein Getriebe zu sein. Gegen frühen Nachmittag geht zumindest rückwärts im Gelände nichts mehr. Immer wieder springt der Rückwärtsgang raus. Da hilft auch kein beherztes Dagegenhalten. Noch ein Kandidat also für die Punktehöchststrafen. 

Besser lief es hingegen für das Team MSC Truck Trial (Platz drei) und Team Reicher (Platz zwei). Uneinholbar fährt allerdings Team HS-Schoch. Mit nur 1.004 Fehlerpunkten kommen die Schwaben durchs Wochenende. Rudi Reicher sammelt mit 1.840 fast doppelt so viele. 

Streitpunkt Fahrtrichtungswechsel

Gerade beim eigentlich unterlegenen Sauerland-Tatra sorgt eine Regel immer wieder für frühzeitige Abbrüche. Nur sechs Fahrtrichtungswechsel sind zwischen zwei Toren erlaubt. Bekanntlich gilt eine "Fahrtrichtung" bereits als gefahren, wenn sich das Fahrzeug zehn Zentimeter bewegt hat. Ein Freischaukeln ist damit leichte Beute für die Trillerpfeife des Kommissars. Einerseits verkürzt die Regelung den Aufenthalt in den Sektionen, macht den Wettbewerb vielleicht für die Zuschauer schneller. Andererseits bestraft sie gerade die Teams, die statt ein Tor auszulassen, lieber alles daran setzen, auch ein eigentlich für sie unfahrbares Tor zu bezwingen. Eine Möglichkeit wäre, die Zahl der Fahrtrichtungswechsel anzuheben. Eine andere, man kennt es aus Tschechien, wäre, die Fahrtrichtungswechsel gar nicht erst zu begrenzen. Stattdessen könnten die Teams höhere Strafen für jeden Wechsel bekommen. So wird würden die Kommissare zumindest niemanden abpfeifen, der mit aller Macht versucht, ein Tor zu schaffen.

Siegerehrung mit Jubiläum

Das Europa Truck Trial hatte sein großes Jahr 2014. Damals haben die Trialer ihr 25. Jubiläum gefeiert. Fast genauso lange ist Kommissar Jürgen Gaa dabei. Getreu dem Motto "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist" geht Gaa direkt nach Fürstenau in Kommissarspension. Er werde der Truppe aber als ganz besonderer Zuschauer erhalten bleiben. 

Nach der erfolgreiche Premiere auf dem neuen Trial-Gelände in Fürstenau - Bürgermeister und Betreiber haben sich schon auf der Siegerehrungsfeier für eine Wiederholung ausgesprochen - machen die Truck Trialer ein paar Wochen Pause. Der fünfte Lauf steigt am letzten Augustwochenende in Oberndorf/Tirol.

Ford Transit Custom

Autor

Foto

Markus Bauer

Datum

2. August 2015
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