Europa Truck Trial in Osnabrück 29 Bilder Zoom

Europa Truck Trial in Crailsheim: Vierter Sieg für Team HS Schoch

Viele ganz unterschiedliche Facetten hatte der Europa Truck Trial-Lauf in Crailsheim. Mit Auswirkungen auf die Tabelle.

"Ausgerechnet die Sektionen, in denen es so gut lief!" S4/Dreiachser-Europameister Jan Borzym mag seinen Ohren nicht trauen, als "Hauptkommissar" Hermann Schmitz bei der sonntäglichen Fahrerbesprechung die Streichung mehrerer Sektionen aus der Samstag-Wertung verkündete. Grund: In der Nacht war das sommerlich-sonnige Samstagswetter komplett gekippt und sintflutartige Regenfälle sorgten in weiten Bereichen für eine Unbespielbarkeit des Platzes. Der in weiten Teilen lehmige Untergrund im "Grand Canyon" von Crailsheim machte die Hänge nach dem Vollwaschgang zu unberechenbaren Rutschbahnen.

Unbespielbarkeit des Platzes

Zeitweise war sogar der komplette Trial-Spielbetrieb am Sonntag gefährdet. "Wir haben aber noch keine Wertung", erklärte "Stadionsprecher" Udo Cloer den überraschend wetterfesten Zuschauern, "deshalb müssen die noch einmal Teams ran."

Mit der Streichung und der zur Halbzeit nicht vorhandenen Wertung offenbarte sich eine Schwachstelle des neuen Regelwerks, nach dem bekanntlich nicht mehr in Klassen sondern in gemischten Startgruppen in die Sektionen gerollt wird. Ein Start in Klasseneinteilung hätte die Abbruchentscheidung und Übernahme der Samstagswertung als Schlusswertung möglich gemacht. So aber hatten nicht alle Startgruppen alle identischen Sektionen durchfahren. Die Folgen: siehe oben.

Die Auswirkungen waren ganz unterschiedlich. Während Jan Borzym unter anderem vom Ausfallpech und damit vierten Platz des führenden Team Joker profitierte und trotz Streichung einen Laufsieg einheimste, spülte die Streichung plus der einen oder anderen suboptimalen Sektion in der Zweiachser-Kategorie das Team Heidenreich weit zurück. Heidenreich und Borzym verbindet zudem das Fehlen der Punkte aus Lauf drei, als sie an der Rallye Breslau teilnahmen.

Entscheidung vertagt

War der Meisterschafts-Zug für Titelverteidiger Heidenreich schon vor Crailsheim abgefahren, konnte Borzym bis auf einen Punkt auf die Joker im Zil aufholen. Dahinter lauert, ebenfalls noch mit Titelchancen, das BFS-Team. Entscheidung vertagt auf das Finale bei der SteinExpo. Bei den Zweiachsern entscheidet sich die Titelvergabe zwischen Rückkehrer Kabourek und dem französischen Team Mogli. Bei 17 Punkten Differenz ist der Vorteil aber klar auf Seiten des Tschechen.

Endlich einmal wieder ein größeres Starterfeld bei den Vierachsern. Der Österreicher Rudi Reicher, erstmals unterwegs mit seinem Sohn Rudi jr. und der Sauerland Tatra im Doppelstart sorgten in Crailsheim für mehr als ein volles Treppchen. Was aber nichts an den üblichen Empfängern der Siegerpokale änderte: das HS-Schoch Team mit Marcel Schoch und Johannes Stumpp paddelt mit einem Vorsprung von 20 Punkten auf Verfolger Alex Budde/Susanne Quappe (Cloppenburg) aus der Wasserschlacht vor heimischem Publikum Richtung Finale.

Zweikampf bei den Protos

Zu einem österreichischen Zweikampf hat sich die Titelvergabe bei den Prototypen entwickelt. Gerade mal fünf Punkte trennen Laufsieger KVK-Team von Young & Funky, die hier dem französischen Team Action Lev die Vorfahrt auf Platz zwei überlassen mussten.

Viele Ehemalige

Crailsheim 2014 – das hieß auch Jubelfeier zum 25-jährigen Bestehen des Europa Truck Trial. Grund genug für zahlreiche Ehemalige, hierher anzureisen. Helmut Kröpfel war anzumerken, dass es beim Zuschauen noch im Gasfuß juckte und auch Sepp Auinger stand auf die Stirn geschrieben "Ich würd’ ja gern ..." Dabei bringen es die beiden Trial- und Dakar-Urgesteine zusammen auf mehr als 150 Lebensjahre. Deutlich jünger aber ebenfalls immer noch deutlich vom Trial-Virus infiziert schaute Burkhard Holbe vom BSH Team dem Treiben zu. Die Trial-Mitbegründer Franz Aigner und Wolfgang "Wobi" Bitzer samt Teams überlegten nicht. Sie hatten das dienstälteste Trial-Auto reaktiviert und zeigten, dass sie nichts verlernt haben. Ob das Rita und Ronald Bormann auch gerne getan hätten?

Der legendäre S1-Unimog ist längst verkauft und das S5-Auto als Teilespender in die ewigen Trial-Gründe eingegangen. Spaß hatten die beiden Trialsport-Legenden dennoch.
Spaß – das war auch der Oberbegriff für die abendliche Party nach der Siegerehrung. Ein Film mit herrlichen Erinnerungen aus 25 Jahren zwischen den Torstangen trug ebenso zum gelingen des Abends bei wie eine Playback-Show, bei der die Gelände-Artisten bewiesen, dass sie sich auf der großen Bühne im Scheinwerferlicht ebenso sicher bewegen können wie in heftiger Topografie.

Autor

Foto

Robert Eberlein

Datum

5. September 2014
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