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Europa Truck Trial in Crailsheim: Auf Kippen und Brechen - Trial im Steinbruch

Glücklicherweise hielt das Wochenende nicht, was der Donnerstag versprochen hatte: Aus Regen wurde strahlender Sonnenschein. Und mit ihm kamen auch die Zuschauer. Vor allem am Sonntag war der Steinbruch Heldenmühle in Crailsheim richtig voll.

Die Fahrerbesprechung am Samstag früh lässt es schon vermuten: Das Gelände wird es in sich haben. Dazu ist die Zeit pro Sektion und Starter auf 16 Minuten verkürzt. Und die Wege zwischen den Sektionen werden größtenteils ebenfalls nicht allzu lang sein. Der Steinbruch ist  besonders im Vergleich zu Montalieu kompakt. Trotzdem verlangen die Sektionen den Teams teils alles ab; die eine beenden fast alle S5-Starter am Haken, in der anderen fräsen sich sogar die Prototypen fest. Schon am Samstag gibt es zwischenzeitlich einige Verluste. Team Brauwers muss in der Mittagspause an der Elektrik schrauben, das Schoch Team zerlegt gleich Feder und Spurstange und Team Kröpfel fängt sich zum Schluss noch einen Plattfuß ein. Altmeister Auinger hat da schon mehr Glück. Er holt sich gleich an beiden Tagen den Sieg. Am Sonntag geht es für die französischen Starter vom Team Manent im wahrsten Wortsinne rund. Nach mehreren Überschlägen sieht der knallgelbe Unimog nach jeder Menge Arbeit aus. Der Überrollbügel hat seine Schuldigkeit getan. Er ist so weit verschoben und verbogen, dass sogar das Fahrerhaus eine Delle hat. Trotzdem hat er gehalten und die Mannschaft kann ohne Schaden aussteigen. Auf einen Überrollbügel kann Olaf Grätz mit seinem Titan-Tatra verzichten. Die Kabine ist dank des Hightech-Materials den Stürzen und Schlägen gewachsen. Und wie schon in Montalieu nutzt er diese Fähigkeit auch aus. Das große blaue Ungetüm kracht mit lautem Getöse auf die Seite. Trotzdem reicht es für das Dexter Team dank Tagessieg am Samstag noch zum ersten Platz in Crailsheim.

In der S1 scheint es doch etwas schwerer für Team Tussimog zu werden als erwartet. Gleich vier Franzosen starten auch in Crailsheim. Die können den Damen aber relativ wenig anhaben. Viel gefährlicher ist die Konkurrenz durch das Brauwers Team. Weil sein S4-Iveco teilweise abgebrannt ist, startet Holger Brauwers nun doch auf dem altbekannten Holgimog, der ihm schon fünf S1-Titel gebracht hat. Er kann beide Tage für sich entscheiden und liegt nun insgesamt auf Platz drei. Weil die beiden deutschen Teams in Frankreich nicht gestartet sind, sieht die Tabelle noch etwas verzerrt aus, da die Einmalstarter so noch vorne mitmischen. Die S2 ist ganz in Unimog-Hand. Die vielleicht größte Überraschung ist das Team MiniMog: Gerade erst der S1 entwachsen, überholen sie den amtierenden Meister mit einem Punkt Vorsprung und einem Sieg in Crailsheim. Dahinter teilen sich Truck Sport Offner und Black Mog den dritten Platz. Gerade das Team mit dem schwarzen Kommunal-Mog war am Samstag etwas unachtsam, was den letzten Tagesplatz brachte. Ein ähnliches Schicksal haben am Sonntag die MiniMog Girls. Dank einer Pechsträhne laden sie sich rund 2.900 Strafpunkte auf ihr Konto. 

Die Heidenreich-Teams dominieren hingegen klar die S3. Mit etwa 1.500 Fehlerpunkten Vorsprung bleibt auch das zweite Coburger Team vor dem dritten Team Bedford. Die Bedford-Niederländer liefern sich dagegen einen engen Kampf mit dem Zebra-Zil Team. Die Zebras lagen am Samstag noch knapp vorne. Dünn besetzt ist wieder die S4. An beiden Tagen holt sich Team Borzym den Sieg. In der Meisterschaft sind damit beide gleichauf mit je einem Sieg und einem zweiten Platz. Die großen S5-Vierachser treten in Crailsheim wieder geballt mit sieben Startern an. Während sich das Dexter-Team den Sieg holt, ringen die beiden HK-Teams um Platz zwei. Am Ende bändigen die Jungs ihre Engel - „Engelbändiger“ vor „3 Engel für HK“ und damit erster in der Meisterschaft. Auf Platz vier landet der mächtige Kelemen-Tatra in silber. Dahinter rettet sich Team Schoch auf Platz 5. Wie Team BlackMog, zehren sie noch von ihrem Samstags-Pech. Ohne Feder- und Spurstangenversagen wäre eine deutlich bessere Platzierung möglich. So fallen sie in der Meisterschaft zurück auf Platz drei. Auf Platz sechs und sieben landen die beiden orange-blauen Trucks; H+M vor Alfers. 

Die Prototypen-Klassen P1 und P2 sind mehr als dünn besetzt. Zusammen kommen sie auf ganze drei Teams. Team Bülles Startet in der P1 pro forma doppelt. Und auch in der Meisterschaft liegt so Team Bülles Enders auf Platz eins und zwei. Den zweiten teilen sie sich noch mit Team DAFRANCE.In der P2 setzt sich Team Auinger deutlich durch. Nur die Hälfte der Fehlerpunkte von Team Funke haben die beiden Offroad-Rentner. Den Tagessieg hatte Team Auinger schon am Samstag. Aber vielleicht hat die kleine Tauchfahrt von Team Funke im tiefen Schlamm auch etwas zum Ergebnis beigetragen. Die Meisterschaft macht das umso spannender - beide sind nun gleich auf.  Bis zum nächsten Lauf haben die Trialer erst einmal Pause. Weiter geht es am 17. Juli im niederländischen Emmen.

Foto

Markus Bauer

Datum

8. Juni 2010
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