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Europa Truck Trial: Halbzeit in Wittenberg

Mit Lauf Nummer drei nach Kitzbühel und Montalieu macht der Europa Truck Trial mit Wittenberg-Abtsdorf erstmals in diesem Jahr Station in Deutschland und hat Saison-Halbzeit.

Schon 2006 und 2008 stand das Areal nahe der Luther-Stadt im Rennkalender der Offroad-Artisten. In dem kompakten und zuschauerfreundlichen Gelände warten ganz unterschiedliche Schwierigkeitsgrade auf die Geländefahrer: Unterschiedliche Geröllhalden bis hin zu großen Felsbrocken, oft in Kombination mit spektakulären Steil- oder Schrägfahrten und Sand, jede Menge Sand!

In der Meisterschaft schälen sich erste erkennbare Trends heraus. So ist in der kleinen Klasse der Franzose Manent mit seinem Unimog 406 auf Kurs Titelverteidigung, obwohl das Team Aupitz 4x4 hier im heimischen Sachsen-Anhalt den Sieg einfuhr. Ebenso die Tschechen vom Truck Trial Club Lom in der Klasse S2, die mit einem weiteren Sieg vor Landsmann Bohumir Cap und den Kassen-Brüdern Titel Nummer drei in Folge anvisieren.  Völlig offen ist die Meisterschaft in der „Mittelklasse“ S3, wo sich mit den Teams Cebular und Zebra-Zil zwei österreichische Teams mit ZIL-Trucks duellieren. In Wittenberg trafen Sie jedoch auf ihren Herrn und Meister: Vielfach-Champion Udo Heidenreich hatte wieder einmal Lust auf einen Off Road-Ausritt und seinen Unimog U 2400 entstaubt. Bei solchen Gelegenheiten pflegt er der Konkurrenz stets zu zeigen, wer das Maß der Trial-Dinge ist. So auch mit einem klaren Sieg in Luthers Stadt, wo Udo H. seine Thesen in den Fläming-Sand hämmerte: Es gibt keine unfahrbaren Tore, Physik und Erdanziehung können überlistet werden, Torstangen lässt man unberührt stehen ...!

Die einstmals so attraktive Klasse S4 der seriennahen großen Dreiachser ist notleidend und spielt bisher in diesem Jahr wegen Startermangels keine wirkliche Rolle. In Wittenberg reichte es aber endlich wieder zu einem vollen Podium. Jan Borzym und Demnächst-Ehefrau Nikola meldeten sich in der Meisterschaft mit einem Sieg zurück. Holger Brauwers und Marcel Kotschate wollten es nach ihrem Salto bei der Rallye Breslau jetzt einfach Trial-ruhiger angehen lassen und die sympathischen Elsässer Franbcis Wey, Leo Zimmer und Matthieu Wendling, noch neu im Trial-Geschäft, nutzten die Gelegenheit, sich den einen oder anderen Trick abzuschauen. Außerdem fielen die Franzosen durch eine unerschöpfliche Champagner-Quelle auf, die irgendwo in einem der Wohnmobile sprudelt!In der Königsklasse S5 bei den großen Vierachsern strengt sich das deutsche HS Schoch Team an, den im vergangenen Jahr an die Duisburger HK-Truppe verlorenen Titel zurück zu holen und trifft dabei auf zwei zusätzliche "Störfaktoren": Ex-Europameister Rudi Reicher aus Graz, der nach auskuriertem schweren Skiunfall wieder angreift und das Dexter-Team von Olaf Grätz (Oranienbaum) mit dem urig-kurzen Ford Vierachser. Mit einem deutlich besseren Strafpunktekonto vor Grätz/Schoder und einem weiteren, wichtigen Schritt in Richtung Saisonziel fahren die Laucheimer wieder Richtung Süden. Grätz kann die Titelverteidigenden „Engelbändiger“, bei denen nicht mehr Christian Müller sondern Torsten Ruppelt neben Fahrer Pattrick Töpfer im Cockpit sitzt, um 83 Strafpunkte schlagen.

Bleiben die Prototypen: Hier sieht sich Dominator und Titelverteidiger Wolfgang Bülles (Aachen) durch das französische Team Mazzuchini/Baillard in der Klasse der kleinen Prototypen unter Druck, zumal er in Wittenberg wegen eines kurz zuvor im heimischen Aachen total abgefackelten Servicetrucks nicht antreten konnte. Altmeister Sepp Auinger (Österreich) führt bei den großen Freistil-Trucks mit zwei Siegen trotz neuen Beifahrers die Meisterschaft erneut an, kann in Abtsdorf aber keinen weiteren Sieg hinzufügen. Den verbucht Dauerrivale und ETT-Mitveranstalter Jürgen Funke gemeinsam mit Sohn Felix ein. Mit 39 Startern bot der Lauf in Sachsen-Anhalt - der sogar Besuch vom Ministerpräsidenten bekam - ein attraktives Starterfeld. Zwölf Teams traten dabei in der neu geschaffenen Nationen-Wertung an, einer "kleinen" Wertung, die bei nur drei Saisonstarts einen eigenen Wettbewerb ermöglicht.

Foto

Klaus-Peter Kessler

Datum

20. Juli 2011
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