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EU-Komission

Strategie zur vernetzten Mobilität

Brüssel verspricht sich mit der Strategie für Kooperative Intelligente Verkehrssysteme mehr Sicherheit und Komfort im Straßenverkehr.

Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Straßeninfrastruktur bis 2019 – das ist das Ziel der EU-Kommission. Mit ihrer Europäischen Strategie für Kooperative Intelligente Verkehrssysteme (C-ITS) soll großflächig die gewerbliche Einführung von vernetzter und automatisierter Mobilität ermöglicht werden. Ein entsprechender Rückhalt in der Bevölkerung ist gegeben. Sie soll Straßenverkehrssicherheit, Verkehrseffizienz und Fahrkomfort deutlich verbessern, die Brüsseler Behörde spricht von einem Meilenstein. Kooperative intelligente Verkehrssysteme könnten es Straßennutzern und Verkehrsleitstellen ermöglichen, Informationen auszutauschen und ihre Vorgehensweise zu koordinieren. Wenn Fahrzeuge untereinander und außerdem mit der Straßeninfrastruktur kommunizieren, bedeutet das, dass Fahrer sich gegenseitig vor gefährlichen Situationen warnen oder ihre Geschwindigkeit optimal an die Straßenverhältnisse angepasst wird.

Funktechnisch könnte das mithilfe von WLAN-gestützter Nahbereichskommunikation, verknüpft mit bereits vorhandenen Mobilfunknetzen, geschehen. Die Brüsseler Strategie konzentriert sich auf die Dienste, die sich kurz- und mittelfristig rasch einführen lassen und die langfristig vorteilhaft für Straßenverkehrssicherheit, Nachhaltigkeit und Automatisierung sind. Als Erstes sollen Warnungen vor drohenden Staus, vor Straßenbauarbeiten und sich nähernden Einsatzfahrzeugen möglich werden.

Menschliche Fehler können eingedämmt werden

Außerdem könnte über Wetterbedingungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie über Hinweise zur Optimierung der Geschwindigkeit (grüne Welle) informiert werden. Die EU-Kommission geht davon aus, dass sich mithilfe der Digitaltechnik menschliche Fehler eindämmen lassen, wird doch der Fahrer darin unterstützt, die richtigen Entscheidungen zu treffen und sich der Situation anzupassen. "C-ITS kann dazu beitragen, eine positive Dynamik zu entfalten und die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zu verringern", meint die Brüsseler Behörde. Das ist auch dringend nötig, denn die Straßenverkehrssicherheit hat sich zuletzt nur noch geringfügig verbessert.

Das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten in der EU zwischen 2010 und 2020 zu halbieren, ist in Gefahr. Wenn aber jeder Mitgliedsstaat weiter vor sich hin experimentiert, könnte das eine Zerstückelung des Binnenmarktes zur Folge haben. Das will die Kommission unbedingt verhindern und Synergien zwischen den verschiedenen Initiativen herbeiführen. Die Verfügbarkeit von C-ITS soll zudem für die Endnutzer unionsweit sichergestellt sein. Dabei spielen Sicherheit und Datenschutz eine große Rolle, die Strategie sieht die Entwicklung einer gemeinsamen Sicherheitspolitik für C-ITS vor.

Vorschlag für eine gemeinsame Sicherheitsstrategie

"Die Cyber-Sicherheit der C-ITS-Kommunikation ist kritisch und erfordert Maßnahmen auf europäischer Ebene, um Hacker- und Cyber-Angriffe zu verhindern", schreibt die Kommission. Damit die Rechtssicherheit für öffentliche und private Investoren gewährleistet ist, soll ein eigener Rechtsrahmen ausgearbeitet werden. Die Strategie enthält den Vorschlag, in Zusammenarbeit mit allen relevanten Interessenträgern eine gemeinsame Sicherheitsstrategie und Certificate Policy für die Einführung und den Betrieb von C-ITS in Europa zu entwickeln. Brüssel erhofft sich auch wirtschaftlich viel von dem neuen Projekt.

So hätten umfassende Untersuchungen gezeigt, dass bei einer interoperablen und europaweiten Einführung technisch ausgereifter C-ITS-Dienste jeder investierte Euro einen Nutzen von bis zu drei Euro generieren dürfte. "Der Markt für kooperatives, vernetztes und automatisiertes Fahren hat Schätzungen zufolge ein Potenzial von etlichen Milliarden Euro pro Jahr und dürfte viele neue Arbeitsplätze schaffen", meint die Kommission.

Dieser Artikel stammt aus Heft trans aktuell 01/2017.
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Datum

14. Dezember 2016
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