Erfolgsgeschichte, Joachim Becker, Thomas Becker Zoom

Porträt Dako: Verständliche Lösungen

Alles fing 1992 mit einem DDR-Staatsbetrieb an. Heute ist Dako spezialisierter Anbieter von Soft- und Hardware für Speditionen.

Es war Anfang der 1990er-Jahre. Damals war Joachim Becker noch Direktor des Produktionsrechenzentrums des VEB Carl Zeiss Jena. Doch dann musste er seine mehr als 150 Mitarbeiter und auch 
sich selbst entlassen. Das war zu der Zeit, als aus dem Volkseigenen Betrieb eine GmbH wurde. Doch das sollte nicht das Ende bedeuten. Denn der Geschäftsführer der neuen Jenoptik, 
Lothar Späth, erkannte, welches große Potenzial Becker und seine Mitarbeiter mitbrachten.

Aufträge aus Baden-Württemberg

Also gab Späth dem Thüringer Diplom-Ingenieur eine Chance – mit Aufträgen aus Baden-Württemberg. "Aus einer anfänglichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme heraus haben wir dann am 4. Dezember 1992 die Firma Dako EDV-Vertrieb und Entwicklungsgesellschaft gegründet", erzählt Becker.

Mit fünf seiner ehemals besten Kollegen schuf Becker spezielle Archivlösungen. Sie stellten zunächst CAD-Produktkataloge her. CAD steht dabei für Computer-aided Design, zu Deutsch rechnerunterstütztes Zeichnen. Damit hatte der Firmengründer bereits zu DDR-Zeiten angefangen und konnte dieses Wissen nun vielen renommierten Industriefirmen anbieten. Die Kunde von den guten Leistungen verbreitete sich schnell. Vor allem Sparkassen und Banken fragten die einfach handhabbaren Archivsysteme nach.

Eines Tages stand die Polizei vor der Tür. Sie brauchte mobile Geräte, um Personalausweise und Tachoscheiben zu scannen. Die großen Hersteller hatten bereits alle abgewunken: zu kompliziert, zu kleine Stückzahlen. Für Joachim Becker war es eine Herausforderung – und der Durchbruch in diesem Segment. Denn Dako baute die gewünschten Scanner und lieferte der Polizei selbstverständlich darüber hinaus die Auswertungssoftware dazu.

Becker entwickelte innerhalb von drei Monaten den Dako-Key

Das sprach sich in Windeseile auch bei den Speditionen herum. Sie wollten nun ebenfalls eine solche Technologie. "Das fing alles 1994 an. 1996 machten wir die ersten Arbeiten und 1998 kamen wir dann in die Auswertbereiche für Sozialvorschriften und Schaublätter rein", erzählt Becker. Er war auch einer der ersten, der nach praktischen Lösungen suchte, als der digitale Tachograf spruchreif wurde. Da ein Mitbewerber versuchte, mit einer Patentanmeldung die Sache für sich zu entscheiden, wurde sein erfinderischer Ehrgeiz noch mehr angestachelt. Also entwickelte Becker innerhalb von drei Monaten den Dako-Key, der 2005 als Patent anerkannt wurde. "Und besser war, als das, was die Konkurrenz hatte", erzählt er.

Doch dieser universelle Dako-Key kann für kleine Fuhrunternehmen zu viel. Deshalb entwickelte er für diesen Kundenkreis den Dako-Blitz. "Und alles funktioniert Geschäftsführer-sicher", erklärt Becker. Denn sein generelles Entwicklungscredo lautet: einfach, zuverlässig, kompetent und ausdauernd. So müssen sich die Geräte problemlos bedienen lassen, ohne dass der Benutzer erst eine umfassende Ausbildung absolviert oder stundenlang die Betriebsanleitung studiert.

Das größte Netz an Download-Stationen in ganz Europa

Allerdings waren Dako-Key und -Blitz nur die Spitze des Eisberges. "Zusätzlich brauchten wir gute Download-Lösungen", sagt Becker. Doch es sollte eine Variante sein, die ohne Sprachkenntnisse funktioniert. Da blieb nur das Licht. Diese silbergrauen Ladegeräte stehen inzwischen als sogenannte Tachostationen mit einem entsprechenden Logo in allen Niederlassungen der Sachverständigenorganisation Dekra. Außerdem sind auch zahlreiche Raststätten und Tankstellen damit ausgestattet – und das europaweit. "Im Moment haben wir das größte Netz an Download-Stationen in ganz Europa", so Becker.

Blau leuchten die eingelassenen Dako-Buchstaben von der ruhenden Tachostation. Wird die Fahrer- oder Firmenkarte eingesteckt, blinken sie grün. Ein grünes Dauerlicht signalisiert, dass der Auslesevorgang erfolgreich beendet ist. Blinkt der Schriftzug rot, so ist ein Fehler aufgetreten. Diese Farbdeutungen sind für jeden Nutzer unmissverständlich und bedürfen somit keiner weiteren Erklärung. "Es muss nicht das Schickste sein, sondern es muss genau das machen, was der Nutzer erwartet", bekräftigt Becker. Deshalb plädiert er, wie auch schon in den vergangenen 20 Jahren, für simple Anwendungslösungen, die jedoch modernste Technologielösungen beinhalten.

10.000 Unternehmen nutzen die digitalen Dienste von Dako

Als der Dako-Gründer 1999 schwer erkrankte, übernahmen seine Frau Sabine und sein Thomas vorübergehend die Geschäfte. Inzwischen ist Thomas Becker Geschäftsführer des Unternehmensbereiches Spedition- und Transportgewerbe. In sechs Jahren wird er die Nachfolge seines Vaters antreten. Sein gegenwärtiger Geschäftsbereich macht etwa drei Viertel der gesamten Unternehmensaktivitäten mit einem Jahresumsatz von knapp sechs Millionen Euro aus. Vater und Sohn sind überzeugt, dass dieser Teil auch künftig "der größte Wachstumsmarkt" bleiben wird. Aktuell nutzen rund 10.000 Unternehmen und etwa 80.000 Fahrer die digitalen Dienste von Dako. "Wir haben pro Quartal einen Zuwachs von etwa 30 Prozent", fügt Marketingchefin Doreen Becker hinzu.

Die Mitarbeiterzahl von 59 wird in Kürze um elf erweitert. Der Großteil von ihnen wird sich dann ausschließlich um die Belange des Transportgewerbes kümmern. Denn schon jetzt arbeitet die Dako-Mannschaft an neuen Lösungen für die gesetzlichen Vorgaben aus Brüssel. "Wir schlafen nicht", versichert Joachim Becker. Schon die jetzigen Lösungen erleichtern den Unternehmen die Auswertung und die Abrechnung. Ein sehr ausgefeiltes Sicherheitskonzept ermöglicht es auch, die Passwort-geschützten Daten per Internet jederzeit aufzurufen. Mit der Fuhrparkverwaltung und -kontrolle wird das System perfektioniert.

Die Produkte

  • Fahrzeugortung – Übertragung der Positions- und Tachodaten
  • Di-Tach – lokale Lösungen zum Auslesen, Auswerten und Archivieren von Tachografen- und Fahrerkartendateien. Es gibt sie in sechs Variationen – vom selbstfahrenden ­Un­ternehmer bis zu mittleren und großen Speditionen ab zehn Angestellten.
  • Meine-Fahrerkarte – webbasierte Lösung als Verwaltungsportal zum Einsehen und Auswerten der Fahrerkartendaten.
  • Tacho-Card – lokale Lösung, um Fahrerkartendaten auszulesen und mit der Software einzusehen.
  • Tacho-Remote-Download – ferngesteuertes Auslesen und verschlüsseltes Übertragen von Tachografendaten.
  • Tacho-Trans Sozialvorschriften – Software zum Erkennen und Auswerten von Sozialverstößen.
  • Tacho-View – Auswertung der tätigkeitsbezogenen Daten des Fahrzeugs und des Fahrers.
  • Tacho-Web – Datenmanagement digitaler Tachografen und Fahrerkarten.
  • Universal Web-Archiv – Passwort geschützter Archivzugriff auf das Internet für Dokumente aller Art.

Autor

Foto

Schadewald

Datum

15. Juni 2012
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