Sicherheitstechnik, Lkw, Abstand, Actros, Assistenzsystem Zoom

Geschichte der Sicherheitssysteme: Elektronische Helfer im Einsatz

Der Lkw wurde in den vergangenen 30 Jahren immer sicherer. FERNFAHRER zeigt den Weg vom ersten ABS bis zur heutigen Sicherheitsausstattung auf.

Beißender Frost und tiefster skandinavischer Winter herrschten, als Daimler-Benz zu Beginn des Jahres 1981 im finnischen Ort Rovaniemi das weltweit erste ABS-System für Nutzfahrzeuge präsentierte. Die Zeiten waren aus heutiger Sicht finster – nicht nur bergab, sondern auch bergauf. Den damals üblichen Trommelbremsen  war nicht viel zuzumuten, bevor das gefürchtet Fading einsetzte. Manch einer, der zu optimistisch talwärts brauste, setzte am Ende gar die Reifen in Brand. Bei Glätte wurde der Horror total. Dem machte ABS ein Ende. Lieferbar war das von Mercedes vorgestellte Antiblockiersystem ab Herbst 1981. Anfangs allerdings nur als Sonderausstattung für Reisebusse und schwere Sattelzugmaschinen.

ABS wird von der EU seit 1991 vorgeschrieben

Erst zehn Jahre später wurde ABS von der EU verbindlich für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht vorgeschrieben. Da war die Technik am Rad schon längst einen Schritt weiter. Denn schon im Februar 1986, und zwar wieder im finnischen Rovanniemi, hatte Mercedes-Versuchsleiter Ernst Göhring als logischen zweiten Schritt die Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) präsentiert. Konzipiert ist ASR als ein System, das auf den Komponenten von ABS aufbaut und maximale Traktion nicht beim Bremsen, sondern beim Fahren sicherstellen soll. Verhindert wird damit im Extremfall das Ausbrechen des Fahrzeugs.
"Mikrocomputer" hieß seinerzeit noch, was heute unter dem Begriff "Elektronik" verstanden wird. 1996 brachte Scania in der 4er-Reihe erstmals – optional – elektronisch geregelte Scheibenbremsen.

Daimler stattet den Actros serienmäßig mit EBS aus

Im gleichen Jahr zog Mercedes im neuen Actros nach und stattete diesen serienmäßig mit dem elektronischen Bremssystem EBS aus. Daraus resultierte nicht nur ein kürzerer Bremsweg, sondern auch Rollsperre und Brems-Assistent. Sie bildeten aber nur den Auftakt zu einer ganzen Reihe an weiteren umfassenden Sicherheitssystemen, die dann ungefähr zur Jahrtausendwende Schlag auf Schlag folgten. Dazu zählen Abstandsregeltempomat, ESP oder Spurhalte-Assistent. ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) baut wiederum auf ABS und ASR auf und kann so die Schleuder- sowie Kippgefahr bei Kurvenfahrten oder Ausweichmanövern reduzieren.

Spurhalteassistent warnt den Fahrer vor dem Abkommen von der Fahrbahn

Der Spurhalteassistent warnt den Fahrer, wenn die Gefahr droht, von der Fahrbahn abzukommen. Herzstück der Anlage ist eine kleine Kamera hinter der Windschutzscheibe. Der radarbasierte Abstandsregeltempomat als Dritter im Bunde der seinerzeit brandneuen Sicherheitssysteme hält das Fahrzeug in einem sicheren Abstand zum Vordermann.
Genau auf dieses System baut eine weitere Neuerung auf, die dann 2006 folgte und mit der die Vision vom unfallfreien Lkw-Fahren einen deutlichen Schub erfuhr. Die Rede ist von automatischen Notbremssystemen, bei denen ABA (Active Brake Assist) von Mercedes lange Jahre die Pionierrolle spielen sollte. Heute ist Mercedes schon bei ABA  3 angelangt: Da geschieht die automatische Notbremsung bis zum Stillstand auch dann, wenn ein stehendes und nicht nur ein fahrendes Hindernis den Weg versperrt.

Das Nutzfahrzeug ist Vorreiter bei der aktiven Sicherheit

Alles in allem ist das Nutzfahrzeug heute nicht mehr Nachzügler, sondern Vorreiter bei der aktiven Sicherheit. Fest steht, dass die bereits vorhandenen aktiven Systeme sowie das stetig gestiegene Niveau der passiven Sicherheit äußerst positive Wirkung zeigen.

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6. September 2013
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