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Elektromobilität im Verteilerverkehr: Speditionen zufrieden mit ihren Elektro-Lkw

Nicht jeder Flottenbetreiber will auf die Fahrzeugindustrie warten. Bevor diese mit Angeboten für Elektro-Lkw im Verteiler- und Schwerverkehr auf den Markt kommt, haben zahlreiche Logistikdienstleister und Werkverkehre bereits eigene Lösungen im Betrieb, die sie zum Beispiel mit Umrüstern zusammen entwickelt haben.

In einer Umfrage der Fachzeitschrift trans aktuell ziehen die Betreiber solcher reinelektrischen Lkw ein positives Zwischenfazit.  Dass die befragten Flottenbetreiber ihre kreative Energie ins Thema Elektromobilität stecken, hängt damit zusammen, dass sie Vorreiter sein und frühzeitig Erfahrungen sammeln wollen oder dass sie städtischen Lärm- oder CO2-Restriktionen für den Lieferverkehr begegnen möchten. "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", antwortet Walter Müller, Geschäftsführer der Max Müller Spedition aus Opfenbach, auf die Frage, warum er einen elektrischen Verteiler-Lkw in seine Flotte aufgenommen hat. Bei dem einen Lkw soll es nicht bleiben. "Unsere Vision ist es, den Nahverkehrsfuhrpark bis 2025 auf E-Lkw umzustellen", sagt er.

Behala will weitere E-Lkw anschaffen

Die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Behala) will es bei dem einen Terberg-Fahrzeug, das im Kurzstreckenverkehr eingesetzt ist, ebenfalls nicht belassen. Drei bis vier Lkw sollen 2017 und 2018 hinzukommen. Bei der Spedition Hans Ihro aus Neuenstein, die ebenfalls eine E-Zugmaschine einsetzt, hängt dies von der Kundennachfrage ab. Sie lobt den umweltfreundlichen Betrieb und die Wendigkeit. Die Elflein Spedition aus Bamberg, die für ihren Kunden BMW ebenfalls ein Terberg-Zugfahrzeug unterhält, plant aktuell zwar keine weitere Anschaffung von E-Lkw. Doch steht auch für Geschäftsführer Rüdiger Elflein fest, wohin die Reise geht. "Auch der Güterverkehr wird in Zukunft auf eine elektrische Basis gestellt werden", ist er überzeugt.

Ansorge Logistik baut E-Lkw für Kombinierten Verkehr auf

Dies gilt nach Einschätzung von Wolfgang Thoma, Geschäftsführender Gesellschafter von Ansorge Logistik aus Biessenhofen, explizit auch für den Schwer-Verkehr. "E-Mobilität im Schwerlastbereich wird die Zukunft sein", sagt er. Die in seinem Haus eingesetzte Terberg-Zugmaschine sieht er als Brücke, um erste Erfahrungen zu sammeln. Die Betriebskosten seien kalkulierbar, der Lärm gering, die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h setzt den Anwendungsmöglichkeiten aber Grenzen. Daher baut das Unternehmen in Kooperation mit Partnern derzeit einen Lkw auf, der im Kombinierten Verkehr mit 44 Tonnen Reichweiten von 200 Kilometern erzielen kann.

Leichtere E-Laster sind dagegen schon länger unterwegs: Entsprechende Verteiler-Lkw haben Meyer & Meyer im Berliner Raum, die Handelskette Tedi in Dortmund und Hintzen Logistik in Eschweiler im Betrieb. Ein weiteres nahm kürzlich der Logistikdienstleister DSV in seine Flotte auf. Er beliefert damit die Drogeriemarktkette dm. "Die Stärken: null CO2 in der Innenstadt und nur ein Drittel der Energiekosten gegenüber einem Diesel", heißt es von Hintzen.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, wird wie der Logistikdienstleister Ludwig Meyer sine E-Flotte weiter aufstocken. Es gehe nicht nur darum, Erfahrungen zusammeln, sagt Geschäftsführer Matthias Strehl. "Wir sind uns auch unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt und den Menschen bei der Distributionslogistik in den Städten bewusst."

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Ansorge Logistik

Datum

24. Februar 2017
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