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Elektromobilität: Ansorge testet Elektro-Zugmaschine

Eine vollelektrisch angetriebene Zugmaschine bietet trotz aller Einschränkungen Einsatzmöglichkeiten in der Logistik. Der niedrige Lärmpegel qualifiziert das Terberg-Nordlift-Fahrzeug nach Ansicht von Ansorge Logistik auch für die Werksentsorgung bei Nacht und am Wochenende.

Die Zugmaschine aus dem Hause Terberg-Nordlift steht unter Strom. Sie ist der Beitrag des Hamburger Herstellers zur Diskussion um Elektromobilität im Nutzfahrzeug. Das Fahrzeug der YT-Baureihe fährt vollelektrisch und vollständig emissionsfrei. Es leidet aber unter denselben Einschränkungen wie die Elektroautos für den Personenverkehr. Da wären der hohe Anschaffungspreis, die geringe Reichweite und die Abhängigkeit von einer teils unzureichenden Tankstellen-Infrastruktur. Im gewerblichen Verkehr kommt die geringere Nutzlast aufgrund der schweren Batterien hinzu.

 

Ansorge prüft das Terberg-Modell YT202-EV auf Herz und Nieren

Einsatzmöglichkeiten in der Logistik gibt es dennoch. Davon sind die Verantwortlichen des Logistikdienstleisters Ansorge aus Biessenhofen überzeugt. Sie haben das Terberg-Modell YT202-EV vier Tage lang auf Herz und Nieren getestet. Nach ihren Erprobungen können sie sich konkret vorstellen, die Zugmaschine im Shuttle-Betrieb in der Werksentsorgung einzusetzen. Sowohl am Stammsitz Biessenhofen im Ostallgäu als auch am Standort Singen ist der Verlader aus der Lebensmittelindustrie, zu dem die Fahrten führen könnten, nur wenige Kilometer entfernt.

Die geringe Reichweite wäre also nicht das Problem, zumal sowohl im Werk als auch auf dem Speditionshof die Batterien aufgeladen werden könnten. Hier wie dort gibt es geeignete Stromanschlüsse, das Infrastruktur-Thema greift also auch nicht. Für eine vollständige Beladung der 92 Batteriezellen wären bei einem 32-Ampere-Anschluss rund acht Stunden veranschlagt. "Eine vollständige Beladung ist bei den kurzen Fahrten nicht erforderlich", sagt Wolfgang Thoma, Geschäftsführender Gesellschafter von Ansorge Logistik. Jeweils rund eine Stunde reiche.

Dreifacher Preis einer Standard-Zugmaschine

Bleibt der hohe Anschaffungspreis. "Wir reden über gut das Dreifache einer Standard-Zugmaschine", erklärt Thoma. Ein K.-o.-Kriterium ist für ihn aber selbst der hohe Preis nicht. "Wir sind immer bestrebt, über unsere Innovationskraft Wettbewerbsvorteile zu erzielen, da helfen Totschlagargumente nicht weiter", sagt der Firmenchef. Er ist guter Dinge, die hohen Anfangsinvestitionen etwa über Vorteile im Betrieb des Fahrzeugs kompensieren zu können. Den ganz großen Vorteil sieht Thoma nämlich in einer erhöhten Produktivität. Er könne die Elektro-Zugmaschine anders als seine konventionellen Diesel-Lkw im speziellen Fall rund um die Uhr einsetzen.

Geringer Lärmpegel überzeugt

Denn ein Thema, das in der Diskussion um E-Fahrzeuge häufig untergehe, seien die geringen Geräusche. Bei seinem Kunden gilt im Sinne der Anwohner nachts strikter Lärmschutz, 45 Dezibel sind bei Anlieferungen das höchste der Gefühle. Mit konventionellen Antrieben sei das nicht zu schaffen. "Hier liefert der Elektro-Lkw aufgrund seiner minimalen Geräuschemissionen einen echten Mehrwert", betont Thoma. Ansorge könnte die Produktionsstätten sowohl nachts als auch am Wochenende entsorgen, ohne dass sich Anwohner daran stören müssten.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Matthias Rathmann

Datum

13. Februar 2014
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