Rampe Daimler Zoom
Foto: Matthias Rathmann

Effiziente Wareneingangsabwicklung

Miteinander reden

GS 1 Germany und Praktiker erstellen in langjähriger Arbeit Empfehlungen.

Tagtäglich werden in Deutschland Tausende Tonnen in den Lagerstandorten von Herstellern, Speditionen und Händlern umgeschlagen. Doch egal wie groß das Volumen, von einem durchgängigen, perfekten Prozess, mit dem alle Beteiligten zufrieden sind, ist die Branche noch weit entfernt. Die Organisation GS 1 Germany aus Köln hat zusammen mit Experten gemeinsam Lösungen für eine effiziente Wareneingangsabwicklung zusammengetragen und diese in einer aktuellen Best-Practice-Lösung gebündelt. Denn während viele Rampenbetreiber schon mit der Einführung von elektronischen Zeitfenstermanagementsystemen zufrieden sind, beklagen Transportunternehmer weiter die zum Teil sehr langen Wartezeiten an den Rampen, von fehlenden Regelungen zu Themen wie Ladetätigkeit des Fahrers, Vergütung von Wartezeiten sowie Palettentausch mal abgesehen. Dies hat das Bundesamt für Güterverkehr  (BAG) in einer aktuellen Befragung im Rahmen des Aktionsplans Güterverkehr und Logistik des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) herausgefunden (siehe trans aktuell 8/2016). Anders als etwa das BMVI-Handbuch zur "Schnittstelle Rampe", das auf einer Umfrage basiert, haben sich für die Best-Practice-Empfehlungen "Effiziente Wareneingangsabwicklung im FMCG Bereich" der Kölner Organisation GS 1 Germany Anwender zusammengesetzt. "Und zwar über einen relativ langen Zeitraum von viereinhalb Jahren, um gemeinsam Empfehlungen zu erarbeiten", sagt Matthias Haubenreißer, Senior Manager ECR und Supply-Chain bei GS 1. Bei den unterschiedlichen Ansichten und Anforderungen ist das Ergebnis ein runder Kompromiss, ein gemeinsamer Nenner, auf den sich alle drei Seiten einigen konnten – Verlader, Spediteure und Empfänger. Reden alle von derselben Sache? "Wichtig ist zunächst, dass alle von derselben Sache reden", sagt Haubenreißer. Eine Definition der Voraussetzungen und der Prozesse sei deshalb schon im Vorfeld unumgänglich. "Deshalb kann man auch nicht von einem einzelnen Problem an der Rampe reden – es kommt immer auf die Sichtweise an." Während etwa die Verlader und Empfänger das Zeitfenstermanagement loben, ergeben sich daraus für den Spediteur unter Umständen neue Fragestellungen: Wie kann ich bei mehreren Kunden hintereinander jeweils die Zeitfenster zum richtigen Zeitpunkt buchen? Wie stelle ich in solch einem Fall die Tourenplanung zusammen? "Ein eindeutiges Verbesserungspotenzial liegt in der Kommunikation und der Abstimmung aller drei Beteiligten", sagt Haubenreißer. Ein Manko in puncto Rampenprozesse ist nach Angaben des Supply-Chain-Experten das fehlende Exceptionsmanagament – also der Plan B für den Fall, dass vereinbarte Termine oder das gebuchte Zeitfenster nicht eingehalten werden können. Mehr vertragliche Vereinbarungen Weiteres Optimierungspotenzial sieht er durch mehr vertragliche Vereinbarungen, etwa dazu, ob und was der Fahrer auf der Rampe zu leisten hat. Beispiel Palettentausch: "Wenn ein Lieferant mit dem Händler einen Tausch vertraglich vereinbart hat, darf er das mit dem Spediteur nicht anders machen", erklärt Haubenreißer, "kurz: es muss eine Vertragskongruenz bestehen. Dafür hat derjenige zu sorgen, der Dreh- und Angelpunkt der Lieferung ist – also der Lieferant." Haubenreißers Tipp deswegen, um die Situation an der Rampe für alle zu verbessern. "Redet miteinander!"

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Ilona Jüngst

Autor

Datum

19. April 2016
5 4 3 2 1 0 5 0
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