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DVR warnt vor Risiko Sekundenschlaf

Jeder zweite Lkw-Fahrer schon mal eingenickt

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) schlägt Alarm: Viele Lkw-Fahrer unterschätzen das Risiko des Sekundenschlafs. Sie setzen demnach auch auf die falschen Maßnahmen im Kampf gegen Müdigkeit.

Müdigkeit am Steuer ist ein unterschätztes Unfallrisiko. Wie groß die Gefahr ist, zeigen die Ergebnisse einer Befragung von mehr als 350 Lkw-Fahrern. Jeder zweite von ihnen ist demnach mindestens schon einmal während der Fahrt kurz eingenickt. Die Quote von 46 Prozent alarmiert auch den Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). "Die Ergebnisse zeigen, dass wir besonders Personen, die mit dem Lkw unterwegs sind, noch mehr über die Gefahr von Müdigkeit am Steuer aufklären müssen", erklärt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf.

Der DVR hat die Befragung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in Auftrag gegeben. Ausgeführt hat die persönliche Befragung von 353 Lkw-Fahrern das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid.

Aktion "Vorsicht Sekundenschlaf" soll Fahrern die Augen öffnen

Dreiviertel der Befragten geben an, eine Pause zu machen, wenn sie müde sind. 85 Prozent sind der Ansicht, dass sie den Einschlafzeitpunkt vorhersehen können – was DVR, DGSM, BMVI und DGUV aber bezweifeln. "Weder durch Erfahrung noch durch Willenskraft lässt sich akute Müdigkeit beim Fahren kompensieren", erklären sie. Vielen Fahrern sei das Risiko, müde am Steuer zu sitzen, nicht bewusst. Daher haben die vier Organisationen auch die Aktion "Vorsicht Sekundenschlaf" ins Leben gerufen, mit der sie Fahrern buchstäblich die Augen öffnen wollen.

Die Macher der Kampagne "Vorsicht Sekundenschlaf" sind auch der Ansicht, dass viele Fahrer die falschen Maßnahmen wählen, um Müdigkeit am Steuer vorzubeugen. 37 Prozent öffnen das Fenster, um frische Luft in die Kabine zu lassen, 31 Prozent trinken koffeinhaltige Getränke. Das beste Mittel ist laut DVR genügend Schlaf im Vorfeld einer Tour. "Ausreichend Schlaf ist das A und O. Nur wer ausgeschlafen und somit leistungsfähig und konzentriert unterwegs ist, schützt sich und andere Verkehrsteilnehmer und kommt sicher am Tourziel an", sagt Eichendorf. Besondere Wachsamkeit ist demnach geboten, wenn der Schlaf-Wach-Rhythmus durch Touren am frühen Morgen oder mitten in der Nacht durcheinander kommt.

Erste Anzeichen für Müdigkeit für den DVR sind schwere Augenlider und häufiges Gähnen. Wer das bemerkt, sollte nicht mehr fahren, sondern sofort eine Pause einlegen.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

28. Juli 2017
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