Neue Reifen-Baureihe für Lkw von Dunlop 6 Bilder Zoom
Foto: Goodyear Dunlop

Dunlop SP

Neuauflage der Reifen-Baureihe

Die Neuauflage der Reifen-Baureihe Dunlop SP soll Transportunternehmen vor allem in den Disziplinen Laufleistung, Kraftstoffeffizienz und Winter-Traktion überzeugen.

Auch ein Reifenhersteller braucht Zeit für eine vernünftige Familienplanung. Acht Jahre ist es her, dass Goodyear Dunlop Tires seine letzte Generation von Lkw-Straßenreifen der Baureihe Dunlop SP in Le Mans vorgestellt hat. Jetzt steht mit den Modellen Dunlop SP446, SP346 und SP 246 ein neuer Jahrgang am Start. Die Nomenklatur der Newcomer folgt der bekannten Tradition. Über die Bedeutung der Buchstaben SP darf daher weiter gerätselt werden. Ein Erklärungsmodell: SP könnte für Sumitomo Products stehen, was auf die 1999 begründete und 2015 beendete Zusammenarbeit zwischen Goodyear und dem japanischen Reifenhersteller hinweisen würde. Klarheit herrscht dagegen bei der Auflösung des dreistelligen Produktcodes. Die erste Ziffer bezeichnet die Funktion (2 steht für Trailer, 3 für Lenkachse, 4 für Antriebsachse). Die zweite Ziffer steht für den Einsatzort (4 für Straße), die dritte für die aktuelle Generation, wobei Dunlop hier nur in geraden Zahlen rechnet. Die neuen Reifen repräsentieren also die Generation sechs. Auf dem Markt verfügbar sind jetzt die Reifen für Lenkachse (SP346) und Antriebsachse (SP446) im Format 315/80R22.5. Weitere Größen sollen noch in diesem Jahr folgen. Auch der Trailerreifen soll in den nächsten Monaten in den Handel kommen.

Mit der neuen Reifenfamilie hat Dunlop Kunden im Blick, die im regionalen Verteilerverkehr und im Fernverkehr auf Achse sind. Passend dazu haben die Marketingstrategen einen flotten Slogan für die Klientel ausgetüftelt. Er lautet "Ready for whatever". Die Pneus sollen demnach das ganze Jahr über auf der Straße laufen. Dass die Modelle SP346 und SP446 beide das nach der ECE-Norm 117 spezifizierte Schneeflockensymbol auf der Reifenflanke tragen, ist ein handfester Beleg für gute Fahreigenschaften im Winter. Auch auf den Kostendruck in den Fuhrparks gibt Dunlop mit der neuen Reifengeneration eine Antwort.

Zehn Prozent höhere Laufleistung und Spitzenwerte

Die primären Entwicklungsziele waren eine bestmögliche Laufleistung und eine höhere Kraftstoffeffizienz durch einen verbesserten Rollwiderstand. Die neuen Reifen legen hier noch einmal eine Schippe drauf. Sie sollen gegenüber den Vorgängern mit einer bis zu zehn Prozent höheren Laufleistung aufwarten. Was der Vergleich nur unzureichend zeigt: Den Reifenentwicklern ist mit der neuen Generation ein veritabler Sprung in der Evolution ihres Produkts gelungen. Die Weichen dafür hat das Chemielabor mit neuen Gummimischungen gestellt. Die nach DIN 53516 durchgeführten Tests der neuen und alten Rezeptur mit dem Abriebprüfgerät belegen, dass das neue Gummi fast die doppelte Ausdauer gegen Verschleiß aufweist. Auch die Profil- und Geräuschdesigner leiten mit topmodernen Technologien und Analysemethoden ihren Beitrag. Das bedeutet im Hinblick auf das Rollgeräusch, dass die neue Generation die ab November 2016 gültigen Grenzwerte der Verordnung (EG) Nr. 661/2009 einhält. Diese Norm definiert für Normalreifen 73, für Traktionsreifen 75 Dezibel als verbindliche Werte. Für den Lenkachsreifen SP346 fällt der Leistungsnachweis in der Reifengröße 315/80R22.5 mit 73 Dezibel daher absolut zufriedenstellend aus. Der Antriebsachsreifen SP446 emittiert im gleichen Format nur 72 Dezibel. Damit erhalten beide im Reifenlabel zwei Schallwellen, was bedeutet, dass sie die Grenzwerte einhalten oder um bis zu drei Dezibel unterschreiten.

Tatsächlich markiert der Wert für den Antriebsachsreifen eine Spitzenleistung. Die Differenz drei Dezibel zum festgelegten Grenzwert bedeutet, dass der Reifen damit eine um die Hälfte geringere Schallenergie entwickelt. Was den SP446 letztlich zum Leisetreter macht, ist das ausgeklügelte Profil auf der extrabreiten Lauffläche. Die Profilblöcke weisen unterschiedliche Größen auf und sind v-förmig angeordnet. Das soll die Kräfte in der Aufstandsfläche gleichmäßig verteilen und damit zu einer guten Traktion bei Nässe beitragen. Akustisch relevant ist allerdings, dass beim Abrollen nie mehrere Profilblöcke gleichzeitig in Kontakt mit der Straße kommen. Anders als bei einem Profil mit nebeneinanderliegenden Blöcken bewirkt das neue Design keine impulsartige, sondern eine kontinuierliche Schallanregung. Auf diese Weise entsteht ein breitbandiges Geräusch, das keine Frequenzspitzen aufweist. Weitere Punkte sammeln soll der SP446 in den Kategorien Laufleistung und Kraftstoffeffizienz. Dafür zuständig ist die Dual-Layer-Technologie, die zwei Gummimischungen mit grundverschiedenen Eigenschaften kombiniert. Die äußere Schicht der Lauffläche ist dabei beständig gegen Abrieb. Die innere Lage hingegen reduziert die Energieverluste bei der Verformung des Reifens und sorgt dadurch für einen niedrigen Rollwiderstand.

Niedrige Temperaturen bedeuten weniger Reibung

Auch beim Lenkachsreifen SP346 folgt das Design einem klaren Auftrag. Ins Auge fallen auf Anhieb die Verbindungsstege zwischen den Profilblöcken und die üppige Verwendung von zum Teil zickzackförmig angeordneten Lamellen in den Profilen. Dieses Arrangement soll das Bremsverhalten und die Seitenführung des Reifens verbessern, die Flexibilität der Profilblöcke erhöhen und auf winterlichen Straßen für gute Traktion sorgen. Und wie hält es der neue Reifen mit der Laufleistung und der Kraftstoffeffizienz? Wie die Dunlop-Ingenieure berichten, haben sie mithilfe ihres High-Tech-Equipments ein sehr gutes Verständnis des Innenlebens eines Reifens und seine Interaktion mit der Straße entwickelt. Eine Schlüsselrolle spielt dabei eine Thermovisionskamera, die rund 100 Bilder pro Sekunde aufnimmt und die an der Reifenoberfläche auftretenden Temperaturen auf 0,025 Grad Celsius genau bestimmt. Die Dokumentation durch das Instrument im Gegenwert zweier Sattelzüge zeigt, dass der SP346 sauber auf der Straße abrollt. Der Temperaturverlauf während der Fahrt ist gleichmäßig, und die absoluten Temperaturen sind deutlich niedriger als beim Vorgängermodell. Heißt in der Praxis: Niedrige Temperaturen bedeuten weniger Reibung, damit weniger Abrieb und eine höhere Laufleistung. Und wohin geht die Reise für die nächste Reifengeneration? Gut möglich, dass die Chemiker des Hauses in Zukunft grüne, rote oder blaue Gummimischungen entwickeln. Fest stehen dürfte, dass die Nachfolger SP348, SP448 und SP248 heißen werden.

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Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 08/2016.
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Datum

8. August 2016
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