Head-up-Display, Daimler, Golden Gate Bridge Zoom

DLP-Projektion bis zum Jahr 2015: Head-Up-Displays drängen ins Fahrzeug

Mit der Verbreitung von Fahrerassistenz-, Multimedia-  und Infosystemen werden im Fahrzeug künftig zunehmend Head-Up-Displays zum Einsatz kommen. Bis zum Jahr 2020 soll sich der Markt um das Siebenfache wachsen.

Kamen sie in der Vergangenheit nur in der Raumfahrt oder in Millionen teuren Kampffliegern zum Einsatz, könnten künftig auch Lkw-Kabinen oder Omnibus-Arbeitsplätze ein Stück Jagdflieger-Ambiente zeigen: Das Head-Up-Display (HUD)  findet langsam seinen Weg ins Fahrzeug. Bis zum Jahr 2020 rechnet das US-Wirtschaftsprognose- und Consulting-Unternehmen IHS Automotive mit etwa 9,1 Millionen Fahrzeugen, die mit einem HUD ausgerüstet sind. Im vergangenen Jahr waren es 1,2 Millionen, so eine Marktstudie des Unternehmens. Für dieses Jahr ist ein Wachstum um sieben Prozent auf 1,3 Millionen Fahrzeuge vorhergesagt.

Der Fahrer muss den Blick nicht von der Straße abwenden

HUDs projizieren Bilder und Grafiken, die in einer Entfernung von etwa 2,0 bis 2,5 Meter vor dem Auge des Fahrers zu schweben scheinen. „Versuche haben ergeben, dass Fahrer auf diese Weise gezeigte Infos sehr schnell erfassen“, sagt Ben Scott, Technik-Analyst bei IHS Automotive. „Abgesehen von der Anzeige der Geschwindigkeit oder von Warn-Signalen eigen sich HUD perfekt für Infos aus Fahrerassistenz- oder Navigations-Systemen, da sich so wichtige Daten abrufen lassen, ohne dass der Fahrer den Blick von der Straße abwenden muss .“

Nur zwei Prozent aller neuen Fahrzeuge auf dem Weltmarkt waren 2012 mit einem HUD ausgerüstet. Bis zum Jahr 2020 werden es laut der IHS-Studie 9,1 Millionen sein. Während Japan bisher die höchste HUD-Ausrüstungsrate hatte, erwartet IHS, dass bis zum Jahr 2020 der europäische Markt die Spitzenposition übernehmen wird.

Augmented Reality zum Nutzen des Fahrers

Nutzt der Fahrer ein HUD zusammen mit einem GPS-System, lassen sich nicht nur Karten sondern auch Geschwindigkeits-Limits oder Verkehrszeichen auf die Frontscheibe projizieren. Besonders in Nutzfahrzeugen vorteilhaft: Die Anzeige einer Toter-Winkel-Erkennung in Verbindung mit einem Navigationssystem. Ebenso nützlich ist die Anzeige von Warnmeldungen, beispielsweise Motorölstand und Reifen-Druck oder der Signale eines vorausschauenden Tempomats. Möglich sind auch Text-Nachrichten oder Track-Infos vom MP3-Player.

HUDs könnten künftig dem Fahrer das bieten, was unter dem Schlagwort „Augmented Reality“ zusammengefasst ist: Rechnergenerierte Informationen, die mehre Sinnesmodalitäten ansprechen. Features von Fahrerassistenz-Systemen wie Fußgänger-Erkennung, Einschlaf-Warner  oder ein Nachtsicht-System könnten überlagert die gesamte Frontscheibe abdecken.

Digital Light Processing: Chip steuert das Licht

Ganz neue sind HUDs aber auch im Fahrzeug nicht. In den 1980er bot General Motors in verschiedenen Fahrzeugen ein schwarz-weißes HUD an. Schnell zeigte sich aber eine Reihe von technischen Problemen wie die verwendete Lichtquelle und Optik. Der HUD-Absatz blieb daher weit unter den von GM erwarteten Zahlen. Inzwischen hat die Technik ein hohes Maß an Standardisierung erreicht. Im Automobilbereich dominierten bislang HUDs mit Flüssigkeitskristall-Technik. Texas Instruments will jetzt aber mit dem sogenannten DLP-Verfahren (Digital Light Processing) im Fahrzeugbereich Fuß fassen.

Die Technik basiert auf einem DLP-Chip, der das Licht mit Hilfe von kippbaren Mikrospiegeln steuert. Ein HUD-Prototyp des Herstellers projiziert in Zusammenarbeit mit einer zusätzlichen Kamera beispielsweise Navigationshinweise so in die Frontscheibe, dass die entsprechenden  Abbiegepfeile direkt auf der Straße zu liegen scheinen. Die eingeblendeten Hinweise sollen auch dann noch sichtbar sein, wenn der Fahrer eine polarisierte Sonnenbrille trägt. Bis 2015 will Texas Instruments DLP-Systeme für den Einsatz in Serienfahrzeugen anbieten.

Andreas Wolf lastauto omnibus

Autor

Foto

Daimler/Bernd Hanselmann

Datum

3. September 2013
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