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Digitales Zeitalter: Industrie 4.0 ist der nächste Schritt

Industrie 4.0 ist das Thema der Zukunft – auch in der Logistik, wie der Dekra Arbeitsmarkt-Report 2015 zeigt.

Wer einen Blick auf die Stellenanzeigen in Tageszeitungen oder Online-Portalen wirft, der entdeckt mindestens ein Angebot für Berufskraftfahrer. Der Fahrermangel ist nach wie vor groß. Das zeigt auch der Dekra Arbeitsmarkt-Report 2015. Zum achten Mal in Folge hat die Dekra Akademie Stellenanzeigen ausgewertet und eine Gesamtanalyse zum Fachkräftebedarf geliefert. Rund 12.600 Anzeigen in elf deutschen Tageszeitungen und drei Online-Börsen dienten als Grundlage.

Lkw-Fahrer und Zusteller gehören demnach zu den Top 30 der gefragtesten Berufe. Allein das Angebot für Gabelstaplerfahrer ist in diesem Jahr deutlich geringer. In der Lagerlogistik bleibt der Mitarbeiterbedarf aber nach wie vor hoch. Schon 2014 gab es in diesem Bereich mehr Stellenangebote als in den Jahren zuvor, dennoch ­stagnieren die Bewerberzahlen. Jedes zweite Angebot ist allerdings in Zeitarbeit. Das scheint eine allgemeine Tendenz zu sein: Insgesamt sind laut Dekra rund vier Prozent mehr Arbeitnehmer bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigt als im vergangenen Jahr.

Wandel in Digitalisierung, Durchschnittsalter und Konsumverhalten

Das ist nicht der einzige Trend, der sich auch in der Logistikbranche bemerkbar macht: Die weitere Digitalisierung, das wachsende Durchschnittsalter der Bevölkerung und ein verändertes Konsumverhalten spielen ebenfalls eine Rolle. Die Menschen kaufen häufiger übers Internet, der Online-Handel boomt: Bestellungen müssen individuell zusammengestellt, verpackt und ausgeliefert werden. Viele dieser Prozesse laufen mittlerweile teil- oder vollautomatisiert ab. IT-Fachkräfte sind deshalb gesucht wie nie. In Deutschland fehlen laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) rund 41.000 IT-Experten – auch in der Logistik. Idealerweise sollten diese Bewerber laut Dekra SAP-Kenntnisse und Erfahrung mit Warenwirtschaftssystemen mitbringen.

Neben der alternden Bevölkerung und dem veränderten Konsumverhalten ist der Mega­trend die Industrie 4.0. Obwohl ein großes Thema in Politik und Medien, nutzen Arbeitgeber die neuen digitalen Möglichkeiten in der Bewerberansprache nicht, wie die Dekra-Erhebung zeigt. Dabei sind laut einer Studie des Branchenverbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) sogenannte Smart ­Factories in spätestens zehn Jahren Realität.

Wandel auf allen Ebenen

Fertigungsanlagen und Logistiksysteme sollen sich dann ohne menschliche Eingriffe weitgehend selbst organisieren. In der deutschen Industrie nutzen vier von zehn Firmen 4.0-Anwendungen, das hat Bitkom in einer Studie ermittelt. Die von Dekra befragten Unternehmer sind sich einig: Die Umstellung sei wichtig, um am Standort Deutschland international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Doch es herrscht Nachholbedarf: "Viele Unternehmen konzentrieren sich nur auf die technischen Aspekte der Digitalisierung", erklärt Jörg Mannsperger, Vorstandsmitglied der Dekra SE und Geschäftsführer der Dekra Akademie. Der Wandel werde aber Fachkräfte quer durch alle Hierarchie- und Qualifikationsebenen treffen. "Entwicklungen wie Industrie 4.0 werden die Arbeitswelt in einem Maße und einer Geschwindigkeit stärker verändern, als es sich viele heute vorstellen können."

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ranczandras/Fotolia

Datum

15. September 2015
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