Die Spedition Stöhr Zoom

Spedition Stöhr: Mit Flexibilität beim Kunden punkten

Die Spedition Stöhr aus Rottenacker bei Ulm macht mit Prämienmodellen für Fahrer von sich reden. Geschäftsführer Erwin Stöhr schlägt so mehrere Fliegen mit einer Klappe. Das bringt auch Vorteile für die Kunden.

Vor 23 Jahren ist Erwin Stöhr in die Unternehmensleitung des elterlichen Betriebs eingestiegen. Seine Mutter Anna Stöhr hatte nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes zehn Jahre nach der Firmengründung die Spedition viele Jahre alleine weitergeführt. Die Lkw brachten vor allem Zement und andere Baustoffe ab Werk zu den Baustellen. Mit der Übergabe der Geschäftsleitung an Sohn Erwin 1999 wandelte sich die Spedition zum internationalen Logistikdienstleister.

2008 verlegte die Spedition ihren Firmensitz von Munderkingen in den Nachbarort Rottenacker. Auf einer Fläche von 45.000 Quadratmetern entstand ein moderner Logistikstandort als Grundstein für zukünftiges Wachstum. Und dieses verlief konstant. Der Fuhrpark wuchs von 16 Fahrzeugen im Jahr 1996 auf heute 90 silber-grüne Lkw an.
Darunter sind rund 35 Kranfahrzeuge und 55 Planfahrzeuge. Zusammen mit Subunternehmen und Partnern bringt Stöhr 200 Lkw europaweit mit Teil- und Komplettladungen auf Tour, mit einer Jahresleistung von 13,5 Millionen Kilometern.

Ein moderner Fuhrpark

Für reibungslose Abläufe will das Unternehmen mit Qualität auf allen Ebenen sorgen, wie der gelernte Speditionskaufmann Erwin Stöhr betont. Ein moderner Fuhrpark, die neuesten technischen Möglichkeiten und ein gut geschultes Team gehören für ihn dazu. Die Fahrer und Azubis werden durch einen eigenen Trainer in einem neu eingerichteten Schulungsraum unterrichtet. Von 16 Lehrlingen werden elf zum Berufskraftfahrer ausgebildet, weitere drei im kaufmännischen Bereich und zwei in der Werkstatt.

Ausbilden lohnt sich, hat der Unternehmer festgestellt. Denn die meisten Azubis bleiben
viele Jahre im Unternehmen: "Ausbildung ist uns wichtig. Natürlich muss die Firma
aber generell einen guten und fairen Umgang mit den Mitarbeitern pflegen."

Ein weiterer Baustein für die positive Personalentwicklung ist das Prämiensystem, das die Spedition vor drei Monaten erweitert hat. Neben Schadensfreiheit und Anwesenheit wird seit Januar auch die wirtschaftliche Fahrweise belohnt. Das Prämienmodell sei entstanden, weil man pünktliche, umsichtige und wirtschaftliche Fahrer belohnen wollte. "Eine gute Fahrweise kommt der Firma zugute und daran wollen wir unsere Fahrer teilhaben lassen", sagt der Firmenchef.

Spritkosten Ersparnis um 5,2 Prozent

Im ersten Halbjahr 2012 reduzierte das Unternehmen so die Spritkosten um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Einsparungen fließen zum Teil auch in die Prämien, betont Stöhr. Zur Berechnung wird der Bordcomputer zum Fahrstil-Assistenten: Er gleicht Telemetriedaten wie das Beschleunigungs- und Bremsverhalten mit konkreten Zielvorgaben ab und zeigt die Auswertung dem Fahrer via Ampelfarben an. Je mehr Grün, desto höher sind Zielerreichung und Prämie.

Monatlich können die Fahrer bis zu 100 Euro zu ihrem Gehalt dazuverdienen. Nach den ersten drei Monaten zieht Stöhr eine erste Bilanz: "Das System hat sich bewährt. Es ist fair und nachvollziehbar, denn jeder unserer 120 Fahrer kann auch die volle Punktzahl und die gesamte Prämie erreichen."

Die schwäbische Spedition hat sich breit aufgestellt. "Das ist unsere Stärke und reduziert die Abhängigkeit." Es habe dem Unternehmen ermöglicht, in der Krise Zusatzgeschäfte zu generieren und ausgebliebene Aufträge zu kompensieren. Seine sieben größten Kunden aus der Transportlogistik sind über eine SAP-Schnittstelle an die Spedition angebunden. Jeder Kundenauftrag wird automatisch ins Speditionssystem überspielt. So lassen sich Touren schneller zusammenstellen und der Kunde spart sich das Versandpersonal. "Für unsere Kunden stellen wir eine Kapazitätsgarantie – was reinkommt, muss auch raus", sagt der Geschäftsführer. So erkläre sich auch der große Fuhrpark. Die fertige Disposition wird dem Kunden zurückgemeldet. So lässt sich dort die Kommissionierung gut planen.

Ein vorbildlicher Fuhrpark

Voraussetzung für zufriedene Kunden ist auch ein vorbildlicher Fuhrpark, ist Stöhr überzeugt. "Unser Fuhrpark ist unsere Visitenkarte." Dieser wachse jedes Jahr um 10 bis
15 Fahrzeuge. 95 Prozent der Lkw tragen einen Stern. "Bei Mercedes stimmt das Gesamtpaket mit Unterhalt, Ersatzteilen und Service", sagt Erwin Stöhr. Zu den 90 eigenen Euro-5-Lkw kommen wohl nächstes Jahr 15 Fahrzeuge der Klasse Euro 6 hinzu. Ein Versuch mit Erdgasantrieb wird diskutiert.

Dieses Jahr feiert Stöhr sein 50-jähriges Bestehen. Im Jubiläumsjahr hat die Spedition ihre Werkstatt mit Wärmedämmung und Fotovoltaik energetisch modernisiert und zu einem Truck-Service-Center mit Lkw-Waschstraße erweitert. Dort arbeiten fünf Me­chaniker und zwei Azubis. "Da die geplanten Werkstattaufenthalte nachts und an Wochenenden stattfinden, haben wir so gut wie keinen Stillstand", betont Stöhr.

Stöhr kaufte ein Schubbodenfahrzeug

Auf Kundenwünsche versucht der Spediteur flexibel zu reagieren – auch wenn es um das passende Fahrzeug geht. Für einen langjährigen Kunden, der Blumenerde herstellt, hat Stöhr ein Schubbodenfahrzeug gekauft, mit dem sowohl Paletten als auch lose Ware befördert werden können. Für einen großen Baustoffhersteller mit 18 deutschen Standorten wickelt Stöhr im Team mit zwei weiteren Speditionen den deutschlandweiten Transport ab. Die regionalen Baustoffkunden sind dem Transportunternehmen treu geblieben. Hinzu gekommen sind dem Firmenchef zufolge Kunden aus der Automobil-, Aluminium-, Kunststoff-, Metall- und Holzindustrie.

"Wir arbeiten in der Nische, bieten aber auch das gesamte Logistikpaket für die Wirtschaft an", sagt Erwin Stöhr. Für einen großen Automobil­zulieferer übernimmt das Unternehmen etwa den kompletten Transport und das ­Warehousing: Die Ware wird im Lager kontrolliert, verpackt, kommissioniert und just in time angeliefert. Gute Qualität sei stets zentral, betont Erwin Stöhr, im Umgang mit Kunden und Fahrern, im Fuhrpark, bei der EDV und der Ausbildung. "Wir können komplette Werke abwickeln. Dabei versuchen wir, den Kunden immer mehr abzunehmen und so interessant zu bleiben", sagt der mittelständische Unternehmer. Oberstes Ziel sei dabei immer eines: "Der Kunde soll gerne mit uns arbeiten."

Das Unternehmen

Stöhr Logistik arbeitet für eine Vielfalt an Branchen und bietet diesen Transport- und Logistikdienstleistungen an. Zum Geschäftsfeld gehören neben Industrieguttransporten auch Mehrwertdienste für die Automotive- und Baustoffbranche sowie für metallverarbeitende Betriebe. Das 1962 gegründete Unternehmen aus Rottenacker südlich von Ulm verfügt über 90 Sattelzüge mit diversen Aufbauten, darunter auch Schubbodenhänger- und Baustoffkranzüge. Die Lkw haben 2011 rund 13,5 Millionen Straßenkilometer unter die Räder genommen, um Teil- und Komplettladungen zu transportieren.  Eine eigene Werkstatt mit neuer Waschanlage ist für die Wartung und Pflege des eigenen Fuhrparks da. Stöhr Logistik zählt 185 Mitarbeiter, von denen 120 als Fahrer arbeiten. Das Unternehmen verfügt über 15.000 Quadratmeter Lagerfläche und schlägt nach eigenen Angaben täglich 800 Paletten um.

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Stöhr

Datum

26. Oktober 2012
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