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Mobilität: Mobil in die Zukunft

Intermodale Verkehre, Leichtbau, E-Antrieb –  Experten haben ermittelt, wie sich die Mobilität aufgrund des Verkehrswachstums verändert.

Der Verkehr wächst – und mit ihm das Umwelt- und Lärmproblem. Neue Ansätze sind  gefragt, um den prognostizierten Verkehrs- und Transportanstieg bis 2020 umweltgerecht zu bewältigen. In den Ballungszentren führen Lärm und Luftbelastungen zu immer größeren Akzeptanzproblemen. Was also tun? Dieser Frage ist die Forschungsunion nachgegangen, ein Gremium von Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Sie hat ein Zukunftsprojekt "Nachhaltige Mobilität" erarbeitet, das sie vorigen Freitag in Berlin vorstellte.

Prof. Dr. Thomas Weber fordert geeignete Rahmenbedingungen

Die Auseinandersetzung mit der Mobilität kommt nicht von ungefähr: Schließlich hängen die drei umsatzstärksten Branchen – Autoindustrie, Handel und Logistik – wesentlich von ihr ab. Daimler-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Thomas Weber fordert geeignete Rahmenbedingungen, damit zukunftsfähige Mobilitätsprodukte weiterhin hierzulande entwickelt und produziert werden können. Nur so könne Deutschland wettbewerbsfähig bleiben.

"Eine deutlich stärkere Unterstützung, besonders der naturwissenschaftlichen Ausbildungsgänge", mahnt Dr. Volker Kefer, Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn, an. Schließlich gebe es jede Menge interessante Aufgabenstellungen. Um diese zu bewältigen, seien hoch qualifizierte Techniker erforderlich. Kefer sprach sich auch für eine stärkere Kooperation zwischen Industrie und Hochschulen aus, um die Entwicklung, Forschung und Lehre praxisbezogener zu gestalten.

Das technische Knowhow ist die größte Ressource

Auch der Finanzminister kann seinen Beitrag leisten: Bei der steuerlichen Förderung von Forschungskapazitäten hänge Deutschland gegenüber dem europäischen Ausland nach, sagt Dr. Lutz Bertling, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). "Das technische Knowhow ist die größte Ressource, die wir in Deutschland haben." Es gelte, zu verhindern, dass Forschung und Entwicklung an Standorte mit attraktiveren Rahmenbedingungen abwanderten.

Bahn-Repräsentant Kefer verdeutlicht, dass nachhaltige Transporte auch seinem Konzern am Herzen lägen. Er weist auf die Strategie DB 2020 hin, die festschreibe, dass die ökologische Seite verbessert werden solle. "Da arbeiten wir jetzt heftig dran." Gleichzeitig macht Kefer auf einen zweiten wichtigen Punkt aufmerksam: die Vernetzung der Verkehrsträger. "Das ist das Gebiet, das uns in absehbarer Zeit noch stark beschäftigen wird", erklärt der Bahn-Verantwortliche. Um das weiter voranzutreiben, benötige es Innovationen.

"Das Öl der Zukunft sind die Daten"

BDLI-Präsident Bertling teilt Kefers Meinung. Er zeigt sich überzeugt, "dass wir mit der Forschungsunion den richtigen Weg gegangen sind, um diese Synergie zwischen den Branchen weiter zu entwickeln und auszubauen". So könne das Potenzial hierzulande richtig nutzbar gemacht werden.

Was die Expertengruppe erarbeitet hat, sind Visionen, wohin die Mobilität führen soll. Daimler-Mann Weber sagt ganz klar: "Das Öl der Zukunft sind die Daten." Deshalb sei das künftige Verkehrssystem von einer guten Datenqualität abhängig. Hier sei der Gesetzgeber gefordert, damit die Daten für alle verfügbar seien und zugleich rechtliche Sicherheit garantiert sei. "Das wollen wir in der Forschungsunion massiv zum Thema machen, weil wir in der Industrie von diesem Öl der Zukunft abhängig sind", erklärt Weber.

Fakt ist, dass viele Informationen, die für ein intelligentes Verkehrsmanagement erforderlich sind, bereits erhoben und genutzt werden. Nur sind diese Daten bisher sehr unzureichend miteinander verknüpft. Wichtig ist außerdem, eine einheitliche und verfügbare Datenbasis über alle Verkehrsträgergrenzen hinaus zu schaffen. Die Initiative des Bundesverkehrsministeriums "Mobilitätsdaten-Marktplatz" zielt darauf ab. Sie will die Zugriffsmöglichkeit auf bestehende Daten über standardisierte Schnittstellen erreichen, über die dann eine Vernetzung aller relevanten Akteure möglich ist.

Materialforschung auf einem ganz anderen Niveau ist nötig

Weber weist noch auf einen weiteren Aspekt der künftigen Mobilität hin: So werde vor allem die Fahrzeugtechnologie von neuartigen Materialien geprägt sein. Leichtbau ist das gemeinsame Industriethema. Dazu sei "Materialforschung auf einem ganz anderen Niveau" nötig. Auch das wolle die Forschungsunion vorantreiben, um neue Werkstoffe und deren Produktionsverfahren zu entwickeln, sagt Weber.

Nicht zu vergessen: das Thema Elektromobilität. Die Experten empfehlen unter anderem, den Maßnahmenkatalog der Nationalen Plattform Elektromobilität als Ganzes umzusetzen, damit die E-Mobilität ihr Potenzial zur Eindämmung der CO2-Emissionen im Straßenverkehr auch ausspielen kann. Dem Gremium ist klar, dass es einer engen Kooperation zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bedarf, um die Herausforderung einer klimafreundlichen Zukunftsmobilität erfolgreich anzugehen.

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Datum

20. März 2013
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