Elvis, Expansion, Kooperation Zoom

Kooperation: Elvis rockt den Süden

Die Kooperation Elvis stärkt mit einem Süd-Hub ihr Netz für Teilpartien. Sie will damit neue Sendungen gewinnen und ihre Verkehre nach Südeuropa ausbauen. Betreiber und Dienstleister ist die Spedition Schwarz.

Das Umfeld schenkt dem weißen Vito, der sich der Baustelle nähert, keine Beachtung. Für den Fahrer aber ist die Fahrt dorthin jedes Mal ein Erlebnis. Er kann sich ein Bild vom Baufortschritt machen und sich immer deutlicher ausmalen, was sich ab März 2014 auf dem Gelände abspielen wird.

Elvis nutzt neues Süd-Hub für ihre Teilladungssparte

Der Fahrer ist Thomas Schwarz, geschäftsführender Gesellschafter der Spedition Schwarz aus Herbrechtingen im Kreis Heidenheim. Mit seinem Unternehmen ist er dabei, eine 18.000 Quadratmeter große Logistikhalle aufzubauen, die sich nur wenige hundert Meter vom Stammsitz seiner Firma befindet. Das Besondere an der Immobilie: Die Kooperation Elvis nutzt sie zugleich als neues Süd-Hub für ihre Teilladungssparte.

"Das Projekt ist für uns ein Meilenstein"

4.500 Quadratmeter sind jede Nacht für die Lkw des Ladungsnetzwerks reserviert. Das Design dieses Hallenteils erfüllt alle Anforderungen der Kooperation: Er ist für Lkw in zwei Spuren befahrbar und kommt ohne Säulen aus. Bis zu sieben Sattelzüge können auf einmal be- und entladen werden. "Das Projekt ist für uns ein Meilenstein", sagt Schwarz. Auch für Elvis-Vorstand Jochen Eschborn markiert es den Beginn einer neuen Ära. Nachdem die Teilladungssparte seines Unternehmens im Juni vorigen Jahres ein Zentral-Hub im nordhessischen Knüllwald in Betrieb genommen hatte, entstand die Idee, nach dessen Vorbild weitere dezentrale Umschlagpunkte zu errichten.

Bisher waren Teilladungen im süddeutschen Raum schwer abzuwickeln

Den Auftakt macht Herbrech­tingen. Das hat für Elvis-Mann Eschborn zwei Gründe: "Zum einen waren Teilladungen im süddeutschen Raum für unsere Partner bisher sehr schwer abzuwickeln. Eine Verladung über Knüllwald kam dafür eigentlich nicht infrage", sagt er. Nur vier Prozent der Sendungen, die über das Zentral-Hub laufen, sind Süd-Süd-Verkehre südlich der Mainlinie. "Die meisten dieser Teilpartien gehen somit bisher an unserer Kooperation vorbei", erklärt Eschborn. Bei vier Paletten von Freiburg nach Rosenheim rufe in der Regel kaum ein Ladungsspediteur "Hier". Solche Sendungen will Elvis mit der Drehscheibe Herbrechtingen nun gezielt für sein Netzwerk gewinnen und wirtschaftlich sinnvoll darstellen.

Zum anderen planen die Elvis-Verantwortlichen, Herbrechtingen als Umschlagplatz für die wachsenden Südeuropa-Verkehre zu nutzen. Somit bildet die neue Immobilie gleichzeitig das Europa-Hub für Verkehre in die Schweiz sowie von und nach Österreich, Italien oder Spanien.

Dezentrale Logistikaktivitäten bündeln

Auf der Suche nach einem geeig­neten Standort zur Umsetzung dieser Pläne hatte sich zunächst der Raum Aalen herauskristallisiert – auch aufgrund der passenden Autobahn-Anbindung. Da traf es sich gut, dass der in der Nähe ansässige Elvis-Partner Schwarz zu dem Zeitpunkt ebenfalls Baupläne schmiedete – so fanden beide Partner zusammen. "Wir hätten das neue Lager ohnehin gebaut, also haben wir die Elvis-Anforderungen einfach in unsere Pläne integriert", berichtet Schwarz.

Der Unternehmer will das Gebäude nutzen, um dezentrale Logistikaktivitäten zu bündeln und gleichzeitig zusätzliche Kapazitäten für die Zukunft zu schaffen. Eine Halle ist für die Lagerhaltung reserviert, eine andere für spezielle Mehrwertdienste. Als Partner der Haushaltsgeräte-Industrie bringen die Schwarz-Mitarbeiter unter anderem Zierleisten an Komponenten von Kühlschränken an. Der Spatenstich für die Immobilie war im Juli, als Generalunternehmer fungiert die Stuttgarter Baufirma Züblin. Träger ist die Objektgesellschaft SSL, hinter der Schwarz und die ebenfalls in Herbrechtingen ansässige Familie Sturm stehen. Gemeinsam investierten sie deutlich mehr als zehn Millionen Euro in das Projekt.

Sieben Mitarbeiter für den Betrieb des Elvis-Hubs

Bisher läuft alles wie am Schnürchen: Am 9. Dezember sollen in dem Gebäude bereits Regale aufgebaut werden und die ersten Mitarbeiter einziehen. Anfangs werden rund 40 Beschäftigte in dem Lager arbeiten, mittelfristig plant Firmenchef Schwarz mit rund 60 Leuten. Das Personal zum Betrieb des Elvis-Hubs stellt Schwarz ebenfalls – anfangs sind es sieben Mitarbeiter.

Ein besonderer Clou ist für Spediteur Thomas Schwarz der bereits vorhandene Gleisanschluss. Über zwei seitliche Rolltore wäre eine Bahn-Abfertigung möglich, sofern das Unternehmen den stillgelegten Gleisanschluss eines Tages reaktiviert.
Die Erwartungen an die neue Anlage sind hoch: "In der ersten Stufe sind alle 21 Elvis-Partner aus Süddeutschland angeschlossen", sagt Elvis-Chef Eschborn. Er kalkuliert mit bis zu 40 Paletten pro Partner und Nacht, was bei 800 Paletten eine Tonnage von bis zu 400 Tonnen ergibt. Noch nicht eingerechnet sind die 10 bis 15 internationalen Partner, die in Stufe zwei dazustoßen sollen.

Prozesse werden über Elsa abgebildet

Die Prozesse und Anforderungen an das Süd-Hub sind dieselben wie im Zentral-Hub: Alles, was nachts reinkommt, geht in derselben Nacht auch wieder raus. "Wir bilden sämtliche Prozesse über die webbasierte IT-Lösung Elsa ab. Insofern spielt es keine Rolle, ob sich der Scanner in Herbrechtingen oder Knüllwald befindet", erläutert Unternehmer Schwarz. In Knüllwald laufe es zurzeit richtig gut, ergänzt Elvis-Mann Eschborn. Insgesamt

85 Partner fahren das Depot jede Nacht mit bis zu 120 Lkw an. Zu verteilen sind 2.500 Paletten mit rund 1.500 Tonnen Gewicht.

Doch zurück nach Herbrechtingen: Noch muss man etwas aufpassen, wenn man durch die künftige Elvis-Halle läuft. Lose Steine und herumliegende Kabel sowie Stahlmatten verlangen besondere Obacht. Doch bald wird es keine Stolperfallen mehr ­geben und alles verbaut sein. Dann fährt nicht mehr ein unscheinbarer weißer Vito ein, sondern der erste Sattelzug im Auftrag von Elvis.

Das Hub

Das neue Süd-Hub der Kooperation Elvis soll im März seinen operativen Betrieb aufnehmen. Der nachts für Elvis reservierte Hallenteil ist 4.500 Quadratmeter groß. In der auf zwei Spuren befahrbaren Halle können bis zu sieben Sattelzüge auf einmal abgefertigt werden. Die Kooperation rechnet für den Anfang mit einem Umschlag von bis zu 800 Paletten und 400 Tonnen pro Nacht. Angebunden sind alle 21 Elvis-Partner aus Süddeutschland.

Landesgesellschaft in Österreich

Nach Gründung einer Schweizer Landesgesellschaft fasst Elvis mit einer eigenen Organisation auch in Österreich Fuß. Am 19. Dezember will Vorstand Jochen Eschborn mit den fünf Gründungsmitgliedern der österreichischen Landesorganisation den Gesellschaftervertrag unterzeichnen. Hinter den fünf Mitgliedern stehen zwölf Depots. Die Firmenzentrale befindet sich in Salzburg, wo auch ein knapp 3.000 Quadratmeter großes Lager zur Verfügung steht. Chef der Elvis-Landesorganisation wird Norbert Adler, bislang noch Prokurist bei der Huber Spedition in Sankt Lorenzen.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Porsch/Sputnik

Datum

4. Dezember 2013
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