Supertruck-Eisenherz 17 Bilder Zoom

Die finnische Edelstahl-Schmiede von Hio-Mex: Funkelndes Metall für den Truck

Was in der Edelstahl-Schmiede von Hio-Mex in Finnland entsteht, lässt Truck-Tuner-Herzen ­höherschlagen!

Bereits seit 1979 wird im finnischen Tuusula unter dem Firmennamen "Hio-Mex" edles Metall und Zubehör für Nutzfahrzeuge hergestellt. Kein prachtvoller Prunkbau deutet hier auf Finnlands größten Zubehör­lieferanten hin. Stünde nicht der eine oder andere Showtruck vor dem Gebäude, würde man glatt daran vorbeifahren.

Auspuffanlagen, Anbauten für Zusatzscheinwerfer und Rammschutze

Der Finne Ilpo Sassi gründete das bis heute familiengeführte Unternehmen. Bei Hio-Mex entstanden schon in den ­frühen 80er-Jahren Auspuffanlagen, Anbauten für Zusatzscheinwerfer und Rammschutze. Ilpo Sassi wusste um die Bedürfnisse seiner Kunden und kannte sich im Metier bestens aus, da er früher selbst Lkw-Fahrer war.

Heute bietet der 30 Kilometer nördlich von Helsinki angesiedelte Edelstahl-Spezialist acht Mitarbeitern ein geregeltes Einkommen und einen interessanten Arbeitsplatz. Der Firmenname selbst ist ein von Ilpo Sassi erschaffenes Kunstwort. Der erste Teil basiert auf dem finnischen Verb "hioa", was schleifen, polieren bedeutet, und die zweite Hälfte ist eine Abwandlung und Abkürzung des Begriffes "maximal".

Hio-Mex ist aber nicht nur im Fahrzeug- und Nutzfahrzeugbereich zu Hause. Es werden auch regelmäßig Arbeiten für Zugher­steller, Aufzugbauer, Abnehmer aus dem medizinischen Bereich und Aufträge diverser anderer Industriekunden erledigt. Jedoch haben die Konstruktion und der Bau von Zubehörelementen für große Lkw und kleinere Transporter stets die Oberhand behalten. Heute macht der Bereich der Truckparts zirka 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Standard bis Ausgefallen

Die angebotenen Produkte gliedern sich in zwei Gruppen. Einerseits können bei Hio-Mex Standardartikel für die drei Hersteller Scania, Volvo und Mercedes-Benz aus dem Katalog geordert werden, andererseits sind spezielle und ausgefallene Arbeiten seit jeher die ­eigentliche Stärke der Firma. Die Kundenliste liest sich deshalb wie das "Who is Who" der finnischen Szene: Jari Jalava, Markku Rio, das Transportunternehmen SCS und nicht zuletzt Mika Auvinen mit seinen Silozügen gehören zu den regelmäßigen Abnehmern der funkelnden Produkte. Sogar schon an den Fahrzeugen von Mika Auvinens Vater hatte Ilpo Sassi die Anbauten und Tuning-Maßnahmen übernommen. Die Liste der Auvinen-Fahrzeuge hat mittlerweile eine ordentliche Länge erreicht. In den letzten 15 Jahren haben die Silozüge namens Outlaw, Gladiator I und Gladiator II, Aces High, Shogun, Gunfighter, Xtar und Highway Hero die nordische Truckszene schlichtweg umgekrempelt.

Keine Grenzen bei der Kreativität

Im Design und in der Herstellung gibt es nur die eine Einschränkung, dass es eigentlich keine Einschränkungen gibt! Alles wird ausprobiert, selbst wenn einmal das eine oder andere Teil auf dem Restehaufen landet. Dabei kommen die Anregungen oftmals aus den verschiedensten Richtungen. Irgendwie bringt sich jeder in der Firma beim Design mit seinen Ideen ein. Unvergessen ist zum Beispiel immer noch der aus Edelstahl gedengelte und mit Klingen besetzte Handschuh von Freddy Krueger am Nightmare-Scania von Jari Jalava aus Akaa. Nicht ohne Grund schaffen es die Hio-Mex-Fahrzeuge regelmäßig, auf Truckshows und -festivals die größten Pokale abzuräumen.

Die finnischen Spezialisten waren übrigens auch die ersten, die themenbezogene Accessoires aus rostfreiem Stahl gestalteten. Bisweilen fließen diese außergewöhnlichen Anfertigungen – wenn auch oftmals in vereinfachter Form – in den normalen Produktkatalog mit ein. Großprojekte wie beispielsweise die Silozüge von Mika Auvinen aus Helsinki verschlingen normalerweise mehrere Wochen Arbeitszeit. Deshalb sind in dem kleinen Betrieb jeweils auch nur ganz wenige Arbeiten dieser Güte pro Jahr möglich. Der große Mann im Hintergrund, der kreative und handwerkliche Kopf der Firma, ist Tero Sassi, der Bruder von Firmengründer Ilpo. Er vermag auch die skurrilsten Einfälle auf das Metall zu übertragen. Von allen wird er übrigens nur als der "Wizard of Stainless Steel" – der "Edelstahl-Zauberer" bezeichnet.

Hier setzt man auf Qualität und Stahl

Bei der Herstellung verwendet Hio-Mex nur Edelstahl bester Qualität – zirka 20 Kilometer Stangenware werden pro Jahr verbraucht! Anschließend wird durch eine elektroly­tische Politur eine möglichst glatte Oberflächenstruktur erzeugt. Nur so kann ein absolut glänzendes und in der Kombination leicht zu reinigendes Finish erreicht werden. Außerdem besitzen diese Produkte dann auch eine extrem lange Lebensdauer und eine maximale Beständigkeit gegenüber Witterungseinflüssen. Alle Hio-Mex-Produkte bestehen übrigens aus purem Edelstahl. Sie sind zu 100 Prozent recycelbar und können deshalb auch beliebig oft wiederverwertet, abgeändert oder repariert werden.

Es gibt insgesamt drei Grundsätze, nach denen sich Hio-Mex-Erzeugnisse definieren lassen müssen. Tapani Arokoski, bei Hio-Mex zuständig für Verkauf und Marketing, bringt es auf den Punkt: "Unsere Sachen müssen gut aussehen, sie müssen leicht in der Handhabung sein und sie müssen dem Besitzer gefallen oder ihm auf irgendeine Weise einen Vorteil verschaffen!" Die Prinzipien des kleinen Familienunternehmens sind außerdem, dass nicht der Profit, sondern der Kunde an erster Stelle steht.

Bereits 2008 hatte sich Ilpo Sassi offi­ziell aus dem Firmengeschehen zurückgezogen – zumindest theoretisch. Seitdem ist er aber immer noch fast jeden Tag in der Firma anzutreffen. Die Leitung des Betriebes hat aber seit diesem Zeitpunkt sein Sohn Mika inne. Schon seit einiger Zeit pflegt Hio-Mex eine Zusammenarbeit mit Händlern und ­Verkäufern in Schweden, Polen und den Niederlanden. Erst kürzlich wurde jetzt eine Kooperation ins Leben gerufen, durch die auch deutsche Kunden über die Marlen Truck Styling GmbH aus Uetersen die fin­nischen Edelparts in Zukunft beziehen
werden können.

Autor

Foto

Otto Miedl

Datum

12. November 2015
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