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Foto: Matthias Rathmann

Deutscher Speditions- und Logistikverband

DSLV stellt sich in Berlin neu auf

Sein neues Domizil in Berlin hat er schon länger bezogen. Doch für eine Einweihungsparty war bisher keine Gelegenheit. Das will der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) am 16. Mai ändern. Bis zu 300 geladene Gäste können sich dann ein Bild von den neuen Büros im Herzen der Stadt machen und mit den Mitarbeitern – darunter auch einige neue Gesichter – ins Gespräch kommen. Grußworte sprechen DSLV-Präsident Mathias Krage und die parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär.

Zentraler könnte der Verband kaum residieren: Die Geschäftsstelle befindet sich im geschichtsträchtigen Schweizer Haus in perfekter Innenstadtlage an der Kreuzung Unter den Linden/Friedrichsstraße. Das ab 1934 erbaute Gebäude war von den Bauherren als Geldanlage, aber auch als erste Adresse für angesehene eidgenössische Unternehmen gedacht. An die Geschichte des Schweizer Hauses erinnert unter anderem eine Bronze-Figur von Wilhelm Tells Sohn Walther, der mit Armbrust und Apfel die Fassade ziert.

DSLV beschäftigt in Berlin 25 Mitarbeiter auf zwei Etagen

Engagierte sich Tell als Freiheitskämpfer, setzt sich der DSLV für die Belange der Transport- und Logistikbranche ein. Zwei Etagen mit zusammen rund 700 Quadratmetern hat der Verband in Berlin angemietet und beschäftigt dort 25 Mitarbeiter. Seit diesem Monat ist damit die Villa in Bonn, in welcher der Verband zuvor seinen Sitz hatte, Geschichte, weil verkauft.

"Der Standort ist ein echter Glücksfall", betont DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell. Der 52-Jährige hatte als einer der Ersten aus seiner Mannschaft im Juni 2016 seinen Arbeitsplatz in der Bundeshauptstadt bezogen. Das DSLV-Präsidium hatte den Wechsel nach Berlin angestoßen, um näher am politischen Geschehen und den Themen zu sein. "Wir haben den Anspruch, von Berlin aus die wichtigsten Themen zu erfassen und am Puls der Zeit zu sein", sagt der gelernte Speditionskaufmann und studierte Volkswirt Huster. Besiegelt wurde der Umzug schließlich im September 2016 im Rahmen der DSLV-Mitgliederversammlung.

DSLV-Chef Huster schätzt die Nähe zu Politik und Verbänden

Huster schätzt aber nicht nur die Nähe zur Politik und den Ministerien, sondern auch zu den anderen Verbänden, was Abstimmungen vereinfacht. Zur Initiative Pro Mobilität sitzt man Tür an Tür, der Verband der Automobilindustrie (VDA) ist nur einen Steinwurf entfernt.

Andererseits bringt die Nähe auch eine höhere Schlagzahl. Deutlich mehr Themen flattern den Mitarbeitern auf den Tisch – die auch immer schneller bearbeitet werden müssen. Darauf will der Verband reagieren und zugleich auch selbst stärker Akzente setzen. Husters Erfahrung ist, dass zum Beispiel Parlamentarier für solche Impulse meist offen sind. "Sofern die Abgeordneten nicht durch Koalitionsverträge gebunden sind, sind sie dankbar für unseren Input. Es wäre fahrlässig, dieses Bedürfnis nicht stillen zu wollen."

Jürgen Hasler neu dabei für Ressort Politik und Kommunikation

Nicht zuletzt deshalb hat sich der DSLV Mitte Februar mit Jürgen Hasler verstärkt. Der 47-Jährige hatte zuvor bei Imperial Logistics sowie dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen Lobbyarbeit betrieben und entsprechende Netzwerke geknüpft. Nun leitet er beim DSLV das Ressort Politik und Kommunikation – und weiß, wie agil und reaktionsschnell der Verband auf diesen Feldern agieren muss. "Die Geschwindigkeit in Gesetzgebungsprozessen hat enorm zugenommen", berichtet Hasler.

Beispielhaft sei folgender Ablauf: Am Montag findet zu einem Thema eine Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags statt, zu der Sachverständige, Wissenschaftler und Verbändevertreter befragt werden. Am Mittwoch verabschiedet der Verkehrsausschuss seine Beschlussempfehlung und am Donnerstag wird das Gesetz in zweiter und dritter Lesung im Bundestag beschlossen. "Um in der Kürze der Zeit qualifizierte Stellungnahmen abzugeben, muss man fokussiert vorgehen und auf die sehr gute Vorarbeit aus den Fachabteilungen und -gremien zugreifen können. Nur dann ist das zu schaffen", sagt Hasler.

Tim Schneider neu für Bereiche Prozesse, Standards und Digitalisierung

Neu im DSLV-Team ist auch Tim Schneider (24), der für Prozesse, Standards und Digitalisierung zuständig ist. Dass Schneider übergeordnete Themen bearbeitet, kommt nicht von ungefähr: Huster hält es für unabdingbar, die Ressort-übergreifende Kompetenz zu stärken, um alle Facetten eines Themas beleuchten und beurteilen zu können – sei es beim IT-Sicherheitsgesetz oder der Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur.

DSLV fördert interdisziplinäres Arbeiten

"Wir haben uns von einer reinen Verkehrsträgerbetrachtung gelöst", sagt DSLV-Mann Frank Huster. "Vielmehr werden wir immer stärker von gesellschaftspolitischen Themen geprägt sein, die mehrere Felder in der Spedition betreffen." Das erfordere innerhalb des Verbands eine interdisziplinäre Arbeit. "Das wird sich auf unsere interne Aufgabenzuweisung auswirken, aber auch auf unsere Gremienstruktur", erläutert Huster und benennt sechs Themenkreise, die der DSLV fortan interdisziplinär betrachtet: Umwelt, Soziales, Digitales, Sicherheit, Infrastruktur und Wettbewerb.

Wer in allen sechs Feldern fit sein möchte, braucht das entsprechende Know-how und die nötige Energie. Doch Huster hält die Mission für machbar und seine Mannschaft für motiviert – wozu auch die modernen Büros in prächtiger Lage einen kleinen Beitrag leisten.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

2. Mai 2017
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