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Deutsche Bahn: Vorstände wenden sich an die Mitarbeiter

Die Führungsriege der Deutschen Bahn hat sich in einem der Fachzeitschrift trans aktuell vorliegenden Brief an die Belegschaft gewandt.

Die aktuelle Entwicklung der Tarifauseinandersetzung bereite dem Vorstand ernste Sorge. Die GDL begründe ihre "völlig maßlose Streikandrohung mit unserem Angebot vom vergangenen Mittwoch". Man habe der GDL, wie auch der EVG, ein sehr seriöses Angebotspaket vorgelegt. "Denn wir wollen diesen Tarifkonflikt endlich befrieden und tragfähige Verhandlungsergebnisse erzielen." Die Bahn hatte den Gewerkschaften wie bereits berichtet eine Entgelterhöhung von insgesamt 4,7 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 1.000 Euro angeboten. "Daneben haben wir ein Volumen von 0,5 Prozent für zahlreiche weitere Forderungen der GDL reserviert." Dazu habe man ebenfalls konkrete Vorschläge gemacht. "In anderen Unternehmen ist ein solches Angebot nicht nur Verhandlungsbasis, sondern bereits der fertig verhandelte Tarifabschluss", so der Brief. "Die GDL hat über unser Angebot vom 29. April 2015 mit uns bisher jedoch ebenso wenig verhandelt wie über unser Angebot vom 20. November 2014."

"Darüber hinaus haben wir, anders als die GDL behauptet, auch Maßnahmen zur Belastungsreduktion angeboten." Dazu gehöre demnach auch, 300 zusätzliche Lokführer einzustellen, sowie betriebliche Arbeitszeitprojekte auszubauen. Eine Arbeitszeitabsenkung halte man hingegen für keine Lösung, "zumal bei unseren Wettbewerbern – mit der GDL vereinbart – in aller Regel eine 40-Stunden-Woche gilt und damit eine Stunde mehr Arbeit zu leisten ist als im DB-Konzern". Unabhängig davon habe man Programme zur Reduzierung von Überstunden aufgelegt und den Abbau von Mehrarbeit in Zielvereinbarungen verankert. Erfolge seien bereits sichtbar.

Tarifkonflikt dreht sich nicht um den Lohn

Tatsächlich drehe sich der aktuelle Tarifkonflikt im Kern um andere Themen als um Lohnerhöhungen und Arbeitszeit. "Der Knackpunkt der Verhandlungen ist nach wie vor, dass die GDL, vor allem für Lokrangierführer, andere Entgelt- und Zulagenstrukturen und andere Arbeitszeitregelungen will als die bestehenden, mit der EVG vereinbarten." Man könne nicht ignorieren, dass im DB-Konzern bereits ein Tarifsystem existiere, das Zugbegleiter, Bordgastronomen, Lokrangierführer und alle andere Arbeitsgruppen mit Ausnahme der Lokführer umfasst. "Denn bis zum Sommer 2014 gab es klare Tarifzuständigkeiten zwischen den beiden Gewerkschaften." Es gehe der DB nicht darum, dass alles bleibt, wie es ist. Man sei offen für eine gemeinsame Weiterentwicklung. "Aber als Arbeitgeber dürfen wir nach wie vor nicht zulassen, dass für ein und dieselbe Berufsgruppe in unseren Betrieben je nach Gewerkschaftszugehörigkeit unterschiedliche Regelungen entstehen." Dies würde die Belegschaft spalten und dem Unternehmen nachhaltig schaden.

Das Angebot vom 29. April habe man trotz der aktuellen wirtschaftlichen Lage unterbreitet, die nicht viel Spielraum lasse. "Denn wir müssen für unsere Kunden verlässliche Partner sein, sonst suchen sie sich andere Transportmittel oder –unternehmen. Das erleben wir in diesen Tagen vor allem im Güter- und im Fernverkehr." Im Regionalverkehr verliere man Ausschreibungen, weil man die Systemvorteile nicht mehr nutzen könne. "In einem Wettbewerb, der allein über Personalkosten geführt wird, können wir nicht bestehen."

Laut DB können nur am Verhandlungstisch faire und tragfähige Lösungen gefunden werden, die den Interessen aller Beteiligten gerecht werden. "Nach dem bisherigen Verhandlungsverlauf scheint dies jedoch nur mit Unterstützung eines neutralen Dritten möglich." Daher habe man der GDL ein Schlichtungsverfahren angeboten. "Denn ein weiterer Streik bringt uns einer Lösung keinen Schritt näher."

Ford Transit Custom

Autor

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Volker Emersleben

Datum

6. Mai 2015
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