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Deutsch-niederländisches Projekt: Fünf Logistiker erwerben neun schwere E-Lkw

Die Elektromobilität hält Einzug in gewerbliche Flotten. Den Anfang machten die Paketfahrzeuge, nun folgt der Schwerverkehr. Fünf Logistikdienstleister haben sich vorgenommen, innerhalb der nächsten dreieinhalb Jahre gemeinsam neun Zugmaschinen auf die Straße zu bringen.

Als wäre dieses Unterfangen bei Gesamtgewichten von 44 Tonnen im Kombinierten Verkehr nicht anspruchsvoll genug, kommt eine weitere Besonderheit dazu: Bei "Electric Green Last Mile" (eGLM) handelt es sich um das erste grenzüberschreitende Projekt zur Erprobung von schweren Elektro-Lkw im Speditionsalltag. Teilnehmer sind Unternehmen aus der Region Limburg in den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen (NRW). Die Federführung liegt bei der Industriebank LIOF aus Maastricht, unterstützt wird das Ganze vom Ingenieurbüro FIER Automotive und der EU-Organisation Interreg, deren Spezialität grenzüberschreitende Kooperationen sind. Am gestrigen Donnerstag stellten die Projektpartner in Maastricht ihre Pläne vor.

Auch Spedition Köppen will Elektrofahrzeuge anschaffen

Mit von der Partie war auch Jochen Köppen, Geschäftsführer der Spedition Köppen aus Duisburg. Sein Unternehmen ist auf Logistik von Tankcontainern spezialisiert – im Vor- und Nachlauf innerhalb von NRW beziehungsweise zu den Westhäfen in den Niederlanden. Ein weiteres Geschäftsfeld sind Serviceleistungen, etwa Lagern, Reinigen oder Reparieren von Containern. Die 50 eigenen Zugmaschinen sind mit Dieselantrieb unterwegs – noch. Denn Köppen wird im Rahmen des Projekts zwei E-Lkw in seine Flotte aufnehmen. Wahrscheinlich ist er auch der Unternehmer, der ein entsprechendes Pilotfahrzeug auf Herz und Nieren testet, ehe weitere Lkw innerhalb des Projekts  angeschafft werden.

"Wir sind heutzutage mehr denn je mit den Themen Lärm- und CO2-Vermeidung konfrontiert", sagt der Spediteur gegenüber der Fachzeitschrift trans aktuell. Die Zufahrten zu den neun Terminals in Duisburg seien meist nicht direkt von der Autobahn erreichbar, sondern führten an Wohngebieten vorbei. Die Bevölkerung reagiere sehr sensibel auf den Fahrzeuglärm. "Wenn wir eine Akzeptanz des Güterverkehrs erreichen wollen, müssen wir uns mit diesen Themen beschäftigen", erklärt Köppen. Hinzu komme, dass sich auch seine Kundschaft zunehmend mit nachhaltigen Logistiklösungen beschäftige.

Köppen, CTV, Samskip, KLG und Meulenberg machen mit

Bei einer Veranstaltung des Logistik Clusters NRW hatte der Spediteur von dem grenzüberschreitenden Vorhaben gehört und Interesse signalisiert. Die anderen Logistikpartner bei eGLM sind die Containerspezialisten CTV und Samskip sowie die holländischen Speditionen KLG und Meulenberg. Jedes Unternehmen ist etwas anders aufgestellt, daher wird es nach Köppens Auffassung auch nicht nur eine E-Lkw-Variante geben. Der Zeitplan sieht vor, dass die Partner im Frühjahr ein Lastenheft erstellen und das Projekt bis Juli ausschreiben. Ende 2017 soll ein Prototyp vorfahren, mit dem Köppen Erfahrungen sammeln will. Es soll zügig vorangehen – damit die letzte Meile rasch grün wird.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Jan Bergrath

Datum

17. Februar 2017
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