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Der richtige Arbeitgeber: Angebot und Wahrheit

Im offenen Gespräch mit dem Chef können Fahrer schnell merken, wie es um das Unternehmen menschlich und wirtschaftlich steht.

Wie ein Blick in den Stellenmarkt in Deutschland, aber auch im Ausland zeigt, werden erfahrene und motivierte Berufskraftfahrer dringend gesucht. Ein prüfender Blick auf die Stellenangebote und Firmen bringt schnell Klarheit.

Die Anzeige in der Lokalzeitung "Fahrer Kl. II gesucht" mit Handynummer gibt es immer noch und verspricht wenig Freude. Seriöse Firmen inserieren heute im Internet mit konkreten Angaben zum Job. Eine moderne Firmenpräsentation auf Facebook, die besonders auf die Fahrer und ihren Stellenwert eingeht, lohnt einen genaueren Blick.

Der Arbeitsvertrag

Sollte dem Arbeitsvertrag kein Tarifvertrag zwischen den Landesverbänden der Arbeitgeber und der Gewerkschaft zugrunde liegen, kann er frei verhandelt werden. Beinhalten muss er bei pauschalen Löhnen den Nachweis über die effektiv zu leistenden Arbeitsstunden pro Monat. Vorsicht bei der Klausel: "Mit dem Lohn sind alle anfallenden Arbeiten und Nebentätigkeiten abgegolten." Dann fällt meist sehr viel Arbeit ohne Mehrbezahlung an. Auch Fahrern ohne Tarifvertrag steht nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts ein Zuschlag für Nachtarbeit zu. Entscheidend ist die Frage an die baldigen Kollegen: Kommt das Gehalt pünktlich?

Der Lohn

Er variiert sehr stark je nach Region. Die unterste Stufe ist der Mindestlon von 8,50 Euro pro Stunde. Wartezeit, Abladen oder Fahrzeugpflege sind Teile der Arbeitszeit. Spesen sind eine freiwillige Leistung des Unternehmens. Gut, wenn sie gezahlt werden, sonst muss man sie bei der Steuererklärung geltend machen, die Sätze sind gesetzlich geregelt.

Der Fuhrpark

Jedes Unternehmen hat in der Regel eine Flotte mit unterschiedlich alten Fahrzeugen. Als Neuling ist man meist Springer und bekommt die älteren Lkw. Man sollte sich nicht nur von den Zugmaschinen blenden lassen, ein Blick in Auflieger oder Staukästen verrät mehr über den Zustand der Wartung und der Fluktuation.

Die Disposition

Hier entscheiden sich das Wohl und Wehe der zukünftigen Arbeit. Nach dem Bewerbungsgespräch ruhig mal einen Blick in die Disposition werfen und zuhören, wie mit den Fahrern gesprochen wird. Der Ton macht die Musik. Viele gut organisierte Firmen behalten über Telematik den Überblick über Lenk- und Ruhezeiten.

Der Chef

Bewerber sollten versuchen, im offenen Gespräch herauszufinden, wie der Chef in spe auf die eigenen Wünsche reagiert. Nicht mit leeren Versprechen abspeisen lassen, besser ist es, eigene Ziele, die der potenzielle Arbeitgeber akzeptiert, mit einem Umsetzungsdatum zu fixieren. Deutlich machen, dass er nicht der Einizge ist, der Fahrer sucht.

Autor

Foto

Jan Bergrath

Datum

9. Juni 2016
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