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Dekra-Dialog: Den Stau auflösen

Lässt sich der Verkehrskollaps vermeiden und der Investitionsstau auflösen? Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer (CSU) beantwortete beide Fragen beim Dekra-Dialog mit einem Ja.

 Zu der Veranstaltung hatte Prof. Dr. Gerhard Zeidler, Ehrenpräsident des Dekra-Präsidialrats, nach Stuttgart geladen, gekommen waren rund 400 Teilnehmer.
Die Fragestellung kommt nicht von ungefähr: Zeidler verwies auf Staus mit einer Gesamtlänge von 450.000 Kilometer, unter denen die Republik im Jahr 2011 zu leiden hatte. „Jeder Erwerbstätige stand statistisch gesehen fünf Tage im Stau“, sagte der Ehrenpräsident. Sein Eindruck: „Man kommt jedes Jahr schneller über den Atlantik, aber immer schlechter zur Arbeit.“

Ramsauer verhehlte gar nicht, dass es Engpässe in den Ballungszentren gibt, die seit Jahrzehnten Staus auslösen. Um den Verkehr flüssig zu halten, setzt er auf einen Mix an unterschiedlichen Instrumenten. Einmal müsse der Erhalt stärker im Blick sein – das gelte gerade für die Infrastruktur in den alten Bundesländern. Ferner ist der Minister überzeugt, dass Schiene und Wasserstraße noch erhebliches Potenzial haben, um Verkehre von der Straße zu übernehmen.

Also gelte es, die Verzahnung der Verkehrsträger zu verbessern, um ihren Einsatz und ihre Kombination zu erleichtern. Dann komme es darauf an, die Verkehrsträger effizienter zu gestalten. Mit Blick auf die Straße setzt Ramsauer hier unter anderem auf den Lang-Lkw.

Der Minister lässt aber auch keine Zweifel daran, dass trotz der Konzentration auf den Erhalt an Neu- und Ausbau kein Weg vorbei führt. Jedoch gelte es, hier stärker Prioritäten zu setzen. Allein bei den gemeldeten Ortsumfahrungen aus den Ländern sei die Wunschliste riesengroß. 850 Projekte seien gemeldet – und jede Umfahrung schlage im Schnitt mit 10 bis 15 Millionen Euro zu Buche.

Hier hängt alles am Thema Finanzierung. Ramsauer hob erneut die Aufstockung seines Etats um 750 Millionen Euro hervor. Doch auch das scheint nur ein Tropfen auf den heißen Stein, so dass man auch vermehrt auf privates Kapital im Rahmen von ÖBB-Betreibermodellen zurückgreifen müsse. „Auch die sind nicht allein selig machend“, sagt der CSU-Politiker. Doch für ihn zählt jede Million, die er zusätzlich für die Verkehrsinfrastruktur mobilisieren kann. Also gestattet er auch beim Thema Pkw-Maut keine Denkverbote. Anders sei der Verkehrskollaps nicht vermeiden.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Foto: Torsten Zimmermann/WWW.TOZIGRAFIE.DE

Datum

7. Dezember 2012
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