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Daimler: Drei neue Euro-6-Unimog für das THW

Versprechen eingelöst: Daimler spendet dem Technischen Hilfswerk drei nagelneue, hochgeländegängige Euro-6-Unimog samt Aufbau.

„Warum sind wir heute hier?“, fragt Daimler-Vorstand Dr. Wolfgang Bernhard in die Runde. Hinter ihm stehen drei nagelneue, ultramarinblaue Unimog mit Blaulicht und Ladekran, vor ihm zahlreiche Behördenvertreter und Journalisten. Die Antwort gibt er sogleich selbst: „Um ein Versprechen einzulösen, das wir beim Jahrhunderthochwasser 2013 gegeben haben.“ Damals stellte Daimler nicht nur die ehrenamtlich im Katastrophenschutz tätigen Mitarbeiter frei, sondern unterstützte auch den Wiederaufbau finanziell. Doch damit nicht genug: „Wir wollen auch langfristig helfen und haben daher versprochen, drei Unimog an das THW zu übergeben.“

Die Wahl fiel dabei auf die Ortsverbände Sangerhausen, Bautzen und Laaber. Sie liegen in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt – den Bundesländern, die am stärksten vom Hochwasser betroffen waren. Doch warum können sich die THW-Kraftfahrer erst jetzt, im Dezember 2014, ans Steuer ihres neuen Alleskönners setzen? „Weil wir die modernsten Fahrzeuge spenden wollten“, erklärt Bernhard. Und in der Tat gehören die drei U 5023 zu den ersten hochgeländegängigen Unimog der Euro-6-Version, die im Werk Wörth vom Band gelaufen sind. Ihr Vierzylindermotor liefert eine Leistung von 170 kW (230 PS) und 900 Nm Drehmoment. Dank der Bereifung 395/85  R  20 und der Portalachsen sind Gewässer bis 1,20 Meter Tiefe kein Hindernis. Der verkürzte Pritschenaufbau misst 2,60 Meter Länge. Am Heck ist ein Atlas-Ladekran AT 96.2 mit einer Reichweite von bis zu zehn Metern angebracht. Die Arbeitshydraulik des Fahrzeuges ermöglicht den Anschluss einer Frontseilwinde, hydraulischer Arbeitswerkzeuge oder eines Schneepflugs.

Die drei Unimog zur Übergabe in den Eingangsbereich des Daimler-­Museums in Stuttgart zu bekommen sei gar nicht so einfach gewesen, berichtet Bernhard. Nicht nur wegen des Leergewichts von jeweils zehn Tonnen, sondern auch wegen der Höhe. „Damit haben Daimler und das THW dasselbe Problem“, scherzt THW-Präsident Albrecht Broemme. „Die Fahrzeuge werden immer höher und passen nicht mehr durch die Hallentore.“ Nun gehen die Unimog „für eine juristische Sekunde“ in den Besitz der THW-Stiftung unter MdB Stephan Mayer über und landen direkt im Anschluss im Fuhrpark der Ortsverbände. „Ohne die Wirtschaft könnte der Bund vieles nicht leisten“, betont Mayer und bedankt sich bei Daimler für dieses Bekenntnis zum THW. Er sei sich sicher, dass die drei Unimog nicht lange auf ihren ersten Einsatz warten müssen.

Schließlich nimmt Broemme den symbolischen Fahrzeugschlüssel entgegen – und revanchiert sich mit einem Spielzeug-Unimog aus seiner Kindheit, der im Daimler-Museum sicher einen würdigen Platz finden wird. Der THW-Präsident betrachtet die Allradler auch als Motivationsschub und Anziehungspunkt für neue Helfer. Wie Recht er damit hat, beweist Joachim Bauer, der Ortsbeauftragte des OV Laaber: „Wir sehen den neuen Unimog zum ersten Mal. Absolut super, geil, Hammer! Wir haben einen alten U 1300 L und fragten uns schon lange: Was machen wir, wenn der mal den Geist aufgibt?!“ Diese Frage stellt sich nun nicht mehr.

Johannes Roller, Redakteur FERNFAHRER

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THW

Datum

10. Dezember 2014
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