Bernhard Simon, Dachser Zoom

Dachser: Mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz

Im vergangenen Jahr noch hatte Dachser-Firmenchef Bernhard Simon die Öffentlichkeit darauf eingestellt, dass die Zeit der hohen Zuwächse sich dem Ende nähern würde.

In gesättigten Märkten müsse man sich weg vom schieren Mengenwachstum hin zur nachhaltigen Profitabilität bewegen. Diesem wertorientierten Ansatz sei man 2014 konsequent gefolgt, erklärte Simon bei der Bilanzvorlage am Dienstag in München.
Vor dem Hintergrund hätte wohl keiner mit hohen Umsatz- und Mengenzuwächsen bei Dachser gerechnet. Eingetreten sind sie trotzdem: Das Unternehmen nahm beim Umsatz die Fünf-Milliarden-Hürde mit Leichtigkeit und steigerte nach vorläufigen Geschäftszahlen 2014 die Erlöse gegenüber 2013 um 5,2 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Die Belegschaft sei gleichzeitig nur um 0,3 Prozent auf 24.988 Mitarbeiter gewachsen - das spricht laut Simon für signifikante Produktivitätsgewinne. Das Ergebnis sei sogar noch deutlich stärker als der Umsatz gestiegen, erklärte der Chief Executive Officer (CEO), ohne jedoch eine genaue Zahl zu nennen.
Beide großen Geschäftsfelder - Landverkehr sowie Luft- und Seefracht - trugen zu dem Wachstum bei. Im Landverkehr - der neuerdings als Road Logistics firmiert und sowohl die europäischen Logistikaktivitäten als auch die Lebensmittel-Logistik umfasst - gab es ein Plus von fünf Prozent auf 3,86 Milliarden Euro. In der Luft- und Seefracht stiegen die Erlöse um acht Prozent auf 1,58 Milliarden Euro. Über alle Sparten hinweg wickelten die Dachser-Mitarbeiter an 437 Standorten weltweit 73,7 Millionen Sendungen ab. Zugrunde liegt eine Steigerung von 4,4 Prozent.
Im laufenden Geschäftsjahr wollen die Dachser-Verantwortlichen ihre Netzwerke noch weiter stärken. Auch ist geplant, die einzelnen Netzwerke miteinander zu verknüpfen. Was die Stärkung angeht, sind Investitionen von 116 Millionen Euro vorgesehen (nach 90 Millionen Euro im vorigen Jahr). Sie sollen überwiegend in das Landverkehrsnetz fließen. In Deutschland entsteht aktuell ein Logistikzentrum mit 19.500 Palettenstellplätzen in Öhringen, und im hessischen Erlensee soll mit 8.500 Quadratmeter gekühlter Umschlagfläche ein weiteres Drehkreuz für die Lebensmittellogistik errichtet werden.
Was die geplante Verknüpfung der einzelnen Netzwerke - also Landverkehr sowie Luft- und Seefracht - angeht, lautet das Zauberwort bei Dachser "Interlocking". "Interlocking bedeutet nicht Integration, sondern die enge Verknüpfung zweier starker, schlagkräftiger Geschäftsfelder mit ihren Netzen und Services", erläuterte Simon. Es geht ihm dabei vor allem um Synergien in den Bereichen IT und Verkauf. Durch diese Verknüpfung könne man gemeinsame Lösungen entwickeln.
"Und damit generieren wir einen beachtlichen Mehrwert für multinationale Kunden", betonte der Firmenchef. Denn Outsourcing-Projekte beschränkten sich immer seltener nur auf Distributions- oder Kontraktlogistik. Verlader verlangen laut dem Dachser-Chef zunehmend nach intelligenten Lösungen für die komplette Supply Chain. Hierauf stellt sich Dachser noch stärker ein.
Matthias Rathmann

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Dachser

Datum

14. April 2015
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