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Dachser: Fünf Milliarden Euro Umsatz im Visier

Der Logistikdienstleister Dachser will im laufenden Jahr die Umsatzmauer von fünf Milliarden Euro durchbrechen. Erstmals werden im laufenden Jahr die beiden zu Jahresbeginn getätigten Firmenübernahmen auf der Iberischen Halbinsel berücksichtigt.

Das sind der Luft- und Seefrachtspezialist Transunion mit rund 235 Mitarbeitern und der Logistikdienstleister Azkar mit etwa 3.000 Mitarbeitern, letzterer ist nach Dachser-Angaben im spanischen Stückgutmarkt die Nummer eins.

Beide Firmen passen, was Werte, historische Entwicklungen und Strukturen angeht, gut zu Dachser, wie der Sprecher der Geschäftsführung, Bernhard Simon, am Mittwoch in München betonte. Beide Unternehmen schrieben schwarze Zahlen und seien sehr gut aufgestellt. Trotzdem sieht er es als eine der Hauptaufgaben für die nächsten Jahre an, diese Unternehmen in das Dachser-Netzwerk zu integrieren. Transunion werde man auf Dachser umflaggen, weil Luft- und Seefracht nur unter einer starken Marke erfolgreich betrieben werden könnten. Am Namen Azkar hält Simon fest. "Wir halten wenig davon, stolze gute Namen einfach zu zerstören", sagte Simon. Seit 2007 arbeitet das Unternehmen aus Kempten mit Azkar zusammen, seit 2008 hält es bereits zehn Prozent an ihm. Seitdem sei man wegen einer möglichen Übernahme am Verhandeln. Dass der Kauf in die Finanzkrise fallen würde, sei nicht absehbar gewesen. Sowohl bei Transunion als auch bei Azkar bleiben die bisherigen Chefs an Bord.

Dachser schlägt hohes Wachstumstempo an

Die beiden Übernahmen markierten bereits zwei Höhepunkte zu Beginn des Jahres, sagte Simon. Mit diesem Wachstumstempo wird es aber nicht weitergehen. Dachser schließt zwar Übernahmen nicht aus, will aber vor allem aus eigener Kraft wachsen.

Im vergangenen Jahr ist das in moderatem Umfang gelungen: Der Umsatz stieg um 3,7 Prozent auf 4,41 Milliarden Euro, die Zahl der Sendungen um ein Prozent auf 49,8 Millionen. Zum Ergebnis macht das Familienunternehmen mit seinen nun 24.800 Mitarbeiern traditionell keine Angaben. Man bewege sich aber im Rahmen wie im Vorjahr. "Wir hätten uns mehr erwünscht", sagte Simon. Doch vor allem im zweiten Halbjahr habe auch Dachser sich der konjunkturellen Abkühlung nicht entziehen können. Die Europalogistik als stärkste Sparte legte um 1,4 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro zu, die Luft- und Seefracht um 7,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro und die Lebensmittellogistik um 13,2 Prozent auf 573 Millionen Euro. Für 2013 gibt das Unternehmen keine genaue Prognose aus. Die Aussichten seien sehr verhalten, sagte Simon.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Dachser

Datum

20. März 2013
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