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Conti Service Check: Wandel bringt Chancen

Dekra Global Account-Direktor Matthias Stenau über den Umbruch in der Transportbranche.

Herr Stenau, was sehen Sie aktuell als die größten Herausforderungen für das
Transportgewerbe an?

Matthias Stenau: Zunächst haben sich die gesetzlichen Anforderungen an die Transportbranche verschärft. Das zeigen die verstärkten behördlichen Kontrollen im operativen und administrativen Bereich. Zudem haben sich der Stellenwert des Transportgewerbes und die Wahrnehmung der gesamten Branche aufgrund politischer Veränderungen verschlechtert. Heute kommt ein beachtlicher Anteil der Großflotten im grenzüberschreitenden Warenverkehr aus Osteuropa. Die Wettbewerbsfähigkeit der dortigen Logistikunternehmen wächst – während hiesige Transporteure unter einem zunehmenden Fachkräftemangel leiden.

Kann sich ein Transportunternehmer heute noch auf seine Kernkompetenzen konzentrieren?

Stenau: Aufgrund der Komplexität der Branche werden sich Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette künftig sicherlich in die Richtung eines Full Service Providers entwickeln. Deshalb werden Produzenten ihren Fokus künftig wieder auf die Herstellung und professionelle Transportdienstleister auf Organisation, Transport, Lagerung, Veredelung, Aus- und Rücklieferung sowie Entsorgung setzen können.

In welcher Form unterstützt Dekra seine Flottenkunden bei diesen Aufgaben?

Stenau: Dekra wurde 1925 in Berlin von Fuhrparkbetreibern und Industriellen zur Selbstüberwachung derer Fahrzeuge gegründet. In der Satzung des Dekra e.V. ist die technische Betreuung und Beratung der Mitgliedsunternehmen fest verankert. Heute bietet Dekra, neben der klassischen wiederkehrenden technischen Hauptuntersuchung und Begutachtung von Fahrzeugen, auch Dienstleistungen an rund um Organisation und Betrieb des Transport- und Logistikunternehmens. Diese reichen von der technischen und kaufmännischen Beratung zur Fuhrparkoptimierung bis hin zu Personalbelangen wie Rekrutierung, Qualifizierung und Aus- und Weiterbildung. Bei der Prüfung und Beratung in Belangen der betrieblich-technischen Infrastruktur unterstützt Dekra genauso wie bei der Zertifizierung gemäß bestehender Normen, Standards oder spezieller Kundenanforderungen.

In welchem Bereich ist der Service-Bedarf am höchsten?

Stenau: Dekras stärkster Dienstleistungsbereich ist nach wie vor die technische Fahrzeugprüfung und -begutachtung. Nutzfahrzeuge sind Investitionsgüter und werden in der Regel geleast oder fremdfinanziert. Hierbei ist die neutrale technische Kompetenz von Dekra für den Nutzer und den Finanzier von höchster Bedeutung. Dekra begutachtet und bewertet mit seiner über 90-jährigen Nutzfahrzeugkompetenz beim Kunden vor Ort oder in den Fachwerkstätten. Die neutrale und transparente Expertise als Sachverständigenorganisation spiegelt den Stand der Technik wider und beziffert die Schaden- und Fahrzeugwerte. Sie dient als Verhandlungsgrundlage für den An- und Verkauf von Fahrzeugen, sowie den Endabrechnungen bei Leasing und Finanzierung.

Was kann ein Spediteur präventiv tun, um die Sicherheit seiner Flotte zu gewährleisten?

Stenau: Mit dem Dekra-Flottencheck haben Kunden und Mitglieder die Möglichkeit, dass sämtliche gesetzlichen Fahrzeugprüfungen fristgemäß bundesweit zentral oder dezentral durchgeführt werden. Dies gilt für Hauptuntersuchungen, Sicherheitsprüfungen, Gefahrgutprüfungen, Arbeitsschutz- und Ladungssicherung und weitere spezielle Prüfvorschriften nach Kunden- und Verladevorschriften.

Der gläserne Lkw ist im Rahmen von Logistik 4.0 ein wichtiges Zukunftsprojekt. Schon heute werden kontinuierlich Messungen vorgenommen, die eine fast 100-prozentige Pannenprävention schaffen und Standzeiten reduzieren sollen. Welche Veränderungen in der Servicelandschaft wird diese Entwicklung mit sich bringen?

Stenau: Das ist ein erstrebenswertes und meines Erachtens unverzichtbares Ziel. Hierzu gibt es noch viele zu bewältigende Herausforderungen in allen Bereichen. Persönlich bin ich äußerst zuversichtlich, dass wir diese meistern werden. Denn vor zehn Jahren hätte auch noch niemand daran geglaubt, dass wir heute unsere Lebensmittel und Konsumgüter via App bestellen und uns direkt nach Hause liefern lassen. Dieses beweist den schnellen Wandel und die neuen Chancen für die Transportbranche.

Herr Dr. Multhaupt, das Angebot an Nutzfahrzeugreifen ist so groß wie die Bandbreite der Transportaufträge. Warum ist die Wahl des richtigen Reifens so wichtig?

Dr. Marco Multhaupt: Bis zu 40 % der Gesamtbetriebskosten eines Fahrzeugs sind den Reifen zuzuordnen. Der Weg zu den effektiv niedrigsten Gesamtkosten beginnt somit bei der Wahl der richtigen Reifen, bei der wir als Service Partner die Flotten unterstützen. Wir sorgen – einsatzbedingt –  für die richtigen Reifen und deren korrekte Montage. 

Wie unterstützt Continental seine Kunden dabei, den passenden Reifen zu finden?

Dr. Multhaupt: Der gesamte Service ist darauf ausgerichtet, die richtigen Reifen für den geplanten Einsatzbereich zu definieren. Dabei werden dem Kunden von unseren Experten neue wie auch runderneuerte Reifen angeboten.

Je nach Flottengröße ist es für einen Fuhrparkleiter schwierig alle Reifen im Blick zu behalten von der zeitraubenden regelmäßigen Überprüfung von Profiltiefen ganz zu schweigen. Wie kann Continental den Flottenmanager hier entlasten?

Dr. Multhaupt: Conti 360° Fleet Services bieten europäischen Flotten einen professionellen Rundum-Reifenservice, beim dem der Flottenmanager in vielerlei Hinsicht entlastet wird: Von der Unterstützung bei der Reifenwahl über Montage und schnelle Hilfe im Pannenfall bis zu regelmäßigen Kontrollen und der Erstellung umfassender Reports für den gesamten Reifenbestand der Flotte. Wir kümmern uns auch um die vorschriftsmäßige Entsorgung abgenutzter Reifen.

Bis zum Ende seiner Nutzungsdauer kann ein Nutzfahrzeugreifen durch Nachschneiden und Runderneuerung mehrere Reifenleben erreichen. Wie behält ein Spediteur hier den Überblick? Und was passiert mit den Reifen, die ihre Nutzungsdauer erreicht haben?

Dr. Multhaupt: Durch unseren regelmäßigen Conti Fleet Check haben wir zum einen die Möglichkeit früh genug zu erkennen, wann ein Reifen runderneuert werden sollte und wann seine Nutzung endgültig abgelaufen ist.  Falls das Profil abgefahren ist, nehmen wir die Reifen für die Runderneuerung zurück. Mit unseren hochwertigen Runderneuerungen Conti Re und Conti Tread bekommen die abgefahrenen Reifen ein zweites Leben, ohne dabei Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen. Um unseren Kunden das Reifenmanagement abzunehmen, bieten wir eine umfassende Karkassen-Verwaltung an. Dabei werden die gebrauchten Karkassen beim Kunden abgeholt. Vor der fabrikmäßigen Runderneuerung erfolgt eine Karkassen-Inspektion und –Bewertung im Hinblick auf die Wiederverwendbarkeit eines Reifens und wir kaufen Karkassen an, die für die Conti Re-Produktion geeignet sind.

Die Ergebnisse des ContiFleetChecks werden von Continental analysiert und in einem Bericht zusammengefasst. Was hat ein Spediteur davon?

Dr. Multhaupt: Beim Conti Fleet Check werden alle Reifen des Fuhrparks hinsichtlich des korrekten Reifendrucks, der Reifenprofiltiefe, der Laufleistung, der sichtbaren Beschädigungen am Reifen und des Verschleißes hin regelmäßig überprüft. „Kleine Ursache, große Wirkung“ – das gilt in besonderem Maße für Lkw- und Bus-Reifen. Wenn die Reifen zu früh gewechselt werden, werden wertvolle Millimeter und bares Geld vergeudet. Dasselbe gilt auch für den Reifendruck: Wenn er zu niedrig oder zu hoch ist, führt das zu unnötig hohem Verschleiß, deutlich höheren Kraftstoffkosten und Beschädigungen an den Reifen. D.h. wir stellen den Zustand eines Reifens fest und ziehen ihn aus dem Verkehr, wenn an ihm Mängel erkannt werden, die über kurz oder lang zu seinem Ausfall führen können.

Continental verspricht, dass der Kunde durch die Analyse der Reifendaten Kosten einspart. Wo liegen die Potentiale und in wie weit lassen sich dadurch die Betriebskosten senken?

Dr. Multhaupt: Mit den richtigen Informationen sind Einsparungen ein Kinderspiel. Daher umfasst unser Conti Fleet Reporting eine vollständige Analyse aller Reifen- und Servicekosten einerFlotte. So lassen sich rasch etwaige Optimierungs- und Einsparmöglichkeiten identifizieren. Conti Fleet Reporting steht online zur Verfügung, damit der Kunde jederzeit auf alle Daten zugreifen kann. Die Daten, die der Kunde einsehen kann, beinhalten Informationen über die Anzahl der gelieferten und montierten Produkte, die Anzahl der erbrachten Conti Breakdown Services, die Anzahl der durchgeführten Conti Fleet Checks und alle mit den bereitgestellten Produkten und Services verbundenen Kosten. 

Je größer der Fuhrpark, desto komplexer die Kostenstruktur für Reifendienstleistungen. Verliert ein Spediteur da nicht den Überblick?

Dr. Multhaupt: Der Conti360°-Vertrag bietet ein professionelles Reifenmanagementpaket mit vereinbarten Service-Standards und Preisen, die sehr übersichtlich sind. Der Kunde kann sich zwischen zwei Wegen, die jeweils zu den effektiv niedrigsten Gesamtkosten einer Flotte führen entscheiden. Zum einen haben wir den Conti 360° Service-Vertrag und zum anderen den  Conti 360° Kilometer-Vertrag. Beide Verträge modular aufgebaut, sie lassen sich genau an die Bedürfnisse eines Kunden anpassen. Beim Conti 360° Service-Vertrag stehen die Standards und Preise fest, wobei der Kunde die erbrachte Serviceleistung und/oder das Produkt je nach Inanspruchnahme bezahlt. Der Conti 360° Kilometer-Vertrag beinhaltet einen festen Kilometerpreis, unabhängig davon wie viele Serviceleistungen oder Produkte in Anspruch genommen wurden.

Stichwort Prävention: Wie lassen sich durch den ContiFleetCheck Pannen minimieren?

Dr. Multhaupt: Grundsätzlich ist es unser Ziel, durch technische Innovationen für ein Minimum an Ausfällen   zu sorgen. Wir wissen um die aktuellen Bemühungen der Datenvernetzung im Rahmen Logistik 4.0 mit dem Ziel,  den Straßengüterverkehr deutlich leistungsfähiger zu gestalten, um Wartezeiten, Leerfahrten und Staus, ja sogar Unfälle zu vermeiden. Wir wissen aber auch, dass dieses alles nicht ohne zusätzliche Kosten ablaufen wird. Für den, der sich die technischen Komponenten einer Logistik 4.0 nicht leisten kann oder will, bieten wir Conti Fleet Check, bei dem wir mögliche Reifenausfälle frühzeitig erkennen und so vermeiden können. Beim Stichwort Prävention möchte ich aber auch auf unser Luftdrucküberwachungssystem Conti Pressure Check (CPC) verweisen. Durch dieses System schaffen wir einen intelligenten Reifen, der vor Minder-/Überdruck warnt und dabei kontinuierlich die Reifentemperatur misst. Das CPC ist mittlerweile seit einigen Jahren im Markt, vielfach erprobt und lässt sich u.a. auch in bestehende on Board-Units  integrieren. Unsere neuste Lösung für das Reifenmanagement nennen wir Conti Connect. Aufbauend auf dem CPC bieten wir erstmalig die Möglichkeit den Luftdruck aller Fahrzeuge eines Fuhrparks online und in Echtzeit zu überwachen. Dies wird zukünftig die Basis sein, Ausfallzeiten von Fahrzeugen oder Anhängern auf ein Minimum zu reduzieren.

Was tut Continental, um seinen Kunden auch im Ausland die bestmögliche Unterstützung bei einer Reifenpanne zu bieten?

Dr. Multhaupt: Im Fall einer Reifenpanne halten wir unsere Kunden mobil: und zwar überall in Europa, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Und das mit minimaler Ausfallzeit. Seit mehr als 30 Jahren ist Continental im Segment für Reifenpannen-Services sehr erfolgreich – mit einem verlässlichen und transparenten Abwicklungssystem. Mit unserer Drive-on-Time-Garantie stellen wir sicher, dass  Pannen so schnell wie möglich behoben werden und das überall in Europa. Im Falle einer Reifenpanne garantieren wir in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Niederlande, Polen, Schweden, Slowakei und Tschechien eine maximale Ausfallzeit von drei Stunden -  in Estland, Finnland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Norwegen, Portugal, Schweiz, Spanien, Ungarn, Österreich eine Standzeit von maximal 4 Stunden.

Knut Zimmer

Autor

Foto

Continental

Datum

22. September 2016
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