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Contargo Rail Services: Mehr Angebote für die Schiene

Geschäftsführer der Contargo Rail Services wollen mehr Effizienz und Angebote auf die Schiene bringen.

Die Weichen sind gestellt. Seit 1. Juli komplettiert die Contargo Rail Services das Trio der Transportgesellschaften bei Contargo. Ziel der neuen Struktur sind einheitliche Prozesse, mehr Effizienz und mehr Verbindungen. "Damit sind wir erstmals in der Lage, Züge auch losgelöst von unserem Netzwerk aufzusetzen", sagt Michael Lückenbach, Geschäftsführer der neuen Contargo Rail Services (CRS) mit Sitz in Mannheim. "Wir wollen die neue Gesellschaft als leistungsstarken KV-Operateur im intermodalen Sektor Straße/Schiene etablieren", ergänzt Co-Chef Andreas Mager. 

Bisher ist das Team noch recht klein – bestehend nur aus dem Duo Lückenbach/Mager. Ihre bisherige Erfahrung im kombinierten Verkehr (KV) bei DB Cargo/DB Intermodal und Transfracht sowie beim Operateur Hupac wollen die Manager nutzen, um ein klares, einheitliches Bahn-Portfolio für Contargo zu erstellen. "Wir wollen die Züge dauerhaft und strategisch in den Fokus nehmen – als feste Säule und nicht nur als Alternative bei Niedrigwasser auf dem Rhein", sagt Lückenbach. 

2012 hatte Contargo durch die Übernahme von sechs Wincanton-Standorten und der Spedition Pöhland die Zahl der eigenen Terminals auf 25 erhöht. Nach der Integration folgt nun der nächste Schritt hin zum Komplettanbieter, indem die Bahn-Dienstleistungen konsolidiert und weiterentwickelt werden. 

Zentrale Herangehensweise

Statt regional wird künftig zentral gedacht, etwa beim Einkauf der Traktionsleistungen am Markt, den bisher die Terminals selbst übernahmen. Damit einher gehen auch Folgeleistungen, die künftig die neue Bahn-Sparte übernehmen wird. Dazu gehören Agenturleistungen für die Seehäfen sowie die Betreuung von Terminals und Kunden – letztere gemeinsam mit einem zentralen Verkaufsteam. 

Von der neuen Struktur erhoffen sich die Bahn-Manager einen besseren Überblick, einheitliche Standards und einen effektiveren Einkauf. Neben dem Service soll sich auch das Bahn-Angebot verbessern. Mit einheitlichen Prozessen wollen die CRS-Geschäftsführer für mehr Effizienz und Zugabfertigungen sorgen, was wiederum mehr Verbindungen ermöglicht und Zeiten verkürzt. Auch das Entwickeln von Best-Practice-Beispielen trägt zur Effizienzsteigerung bei. 

Damit die Züge rechtzeitig fahren und pünktlich ankommen – vom Standort über die Hauptstrecke bis zu Seehafen oder Terminal – müssen viele Informationen fließen und alle Bausteine stimmen. Da die Contargo nur die Terminals selbst betreibt und Wagen sowie Traktionsleistungen bei Eisenbahn-Verkehrsunternehmen einkauft und selbst den Wagenmeister mietet, sind eine Vielzahl an Absprachen mit externen Stellen nötig, bis hin zu den Slots bei den Seehafenterminals. "Der Informationsfluss muss passen, sonst hängt es an einer Stelle", sagt Mager – und sonst steht alles. 

68 Züge in Eigenregie

Zurzeit lässt Contargo 68 Züge pro Monat in Eigenregie fahren.  Auf weiteren 88 Zügen pro Monat arbeitet Contargo mit Partnern per Slotcharter-Basis zusammen. "Mit der CRS kann uns der Kunde erstmals als Komplettanbieter wahrnehmen", freut sich Lückenbach. "Wir können auch Bahn", heißt die neue frohe Botschaft. 

Mit der neuen Gesellschaft sollen auch Lücken im Contargo-Netz geschlossen werden. Traditionell hat sich Contargo als Container-Verschiffer entlang des Rheins entwickelt. In Hof und Glauchau betreibt das Duisburger Unternehmen ein Terminal, das mit dem Kauf der Pöhland-Gruppe im November 2011 übernommen wurde. Dort bietet die Contargo Network Logistics auch Speditionsleistungen wie Lagerhaltung an. Bis zu 40 Shuttlezüge nach Hamburg und Bremerhaven werden dort laut Lückenbach pro Monat im Rundlauf abgefertigt. 

"Wir haben ein vitales Interesse daran, die Straße zu entlasten", sagt der Manager – um die eigenen und die CO2-Ziele der Kunden zu erreichen. Kaum genutzt werde Contargo bisher von Speditionen im Kontinentalverkehr, um KV-fähige Trailer auf die Schiene zu setzen: "Der Anteil der Wechselbrücken geht gegen null". Auch hier ist also noch viel Luft nach oben – und die wollen die neuen Bahn-Manager der Contargo sukzessive erobern. 

Das Unternehmen

  • Contargo trimodal: Alle Dienste auf der Straße, Schiene und Wasserstraße sind in eigenen Gesellschaften gebündelt
  • 25 eigene Containerterminals in Europa
  • 869 Mitarbeiter, 405 Millionen Euro Umsatz (2015) 
  • Contargo Rail Services wird geleitet von Andreas Mager (früher Hupac) und Michael Lückenbach (früher DB Cargo/ 
  • DB Intermodal, Transfracht)
Dieser Artikel stammt aus Heft trans aktuell 17/2016.
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Claudia Wild

Datum

25. August 2016
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