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Containerexport: Exportprobleme mit Containern

Spediteure haben in ganz Europa weiterhin mit knappen Kapazitäten und hohen Raten für Seefracht zu kämpfen.

Bei einer Krisensitzung, die der Dachverband der europäischen Verlader, der European Shippers’ Council (ESC), in Brüssel einberufen hatte, sorgte man sich um die europäischen Exporte und die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Wirtschaft.
 
Die gegenwärtigen Kapazitäten reichten bei weitem nicht aus, so dass es Wartezeiten von bis zu acht Wochen gibt, berichtet der ESC. Es gebe keine Garantie seitens der Reeder, dass alle Güter einer Sendung mitgenommen würden, häufig blieben einige Container am Kai stehen. Gleichzeitig stiegen zusätzlich die Preise. Dies führe dazu, dass von Seiten der Händler Verträge gekündigt würden.
 
 
Richtung Fernost ist es besonders schwierig
 
"Insbesondere Richtung Fernost gibt es Probleme bei der Buchung, Engpässe führen zu Wartezeiten von sechs bis acht Wochen", sagte Stefan Saß, Geschäftsführer des Vereins Hamburger Spediteure. Die Raten seien je nach Destination "extrem angehoben worden", sagte er trans aktuell. Buchungen würden zum Teil einfach aufgekündigt oder es würden heftige Zuschläge - Emergency Surcharges - verlangt, bestehende Verträge seien nicht mehr viel Wert. Man habe die Reeder aufgefordert, sich an die Vereinbarungen zu halten. Eine Klage sei zu langwierig und löse das akute Problem nicht.
 
Nachdem die Raten aufgrund eines zu großen Angebots jahrelang im Keller waren, haben die Reedereien Kapazitäten aus dem Markt genommen. Hintergrund ist nicht nur die Insolvenz der Reederei Hanjin im vergangenen Jahr. Hinzukommt auch die Neuordnung der Allianzen in der weltweiten Container-Linienschifffahrt zum 1. April verbunden mit neuen Fahrplänen. Eine Erhöhung der Raten war eigentlich erwartet worden, da sie nicht auskömmlich waren.
 
 
Zuverlässigkeit wichtiger als der Preis
 
Die Verlader können jetzt aber nicht einschätzen, ob die gegenwärtige Situation eine mehr oder weniger natürliche Anpassungsreaktion der Märkte ist oder ein künstliches Szenario, das von einigen Reedereien ausgelöst wurde.  Noch wichtiger ist für sie aber die Frage, wie lange der jetzige Zustand anhalten wird. Dabei seien eine Stabilisierung der Abläufe und mehr Zuverlässigkeit wichtiger als der Preis, sagte ein Spediteur. "Für den Kunden ist es egal, wo die Kiste steht. Der sieht nur, dass sie nicht verschifft ist oder nicht reinkommt."
 
Im Raum stehen auch Wettbewerbsbedenken, nachdem am Markt eine große Konzentration stattgefunden hat. Offenbar ermittelt das US-Justizministerium derzeit bei Reedereien. Nach einem Bericht des Wall Street Journal wurden bei einem Zusammentreffen des  sogenannten "Box Clubs" in Kalifornien Vorladungen an Führungskräfte verteilt.

Autor

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Rathmann

Datum

12. April 2017
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