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Foto: Achim Geiger

Connected Repair von Bosch: Software zur Vernetzung von Werkstatt-Systemen

Effizienz und Produktivität sind oft nur eine Frage der Software. Bosch bringt jetzt ein Programm auf den Markt, das Werkstatt-Systeme miteinander vernetzt.

Freie Werkstätten sind derzeit häufig noch mit angezogener Handbremse in Richtung Digitalisierung unterwegs. Zwar verfügen viele Betriebe über ein teures Arsenal an Systemen zur Diagnose und Prüfung. Mit der Vernetzung der Geräte untereinander hapert es jedoch in vielen Fällen. In der Praxis kann sich dieses Defizit auf die Effizienz und die Arbeitsqualität der Werkstatt auswirken. Das beginnt bei der Eingabe der Daten von Kunde und Fahrzeug. Steht zum Beispiel die Inspektion eines Lkw an, muss der Mechatroniker zur Fahrzeugsystemanalyse die entsprechenden Eingaben am Gerät vornehmen. Anschließend geht’s zum Klimaservice, der ebenfalls spezifische Daten abfragt.

Dieses Spiel lässt sich wiederholen, bis alle vorgesehenen Arbeitsstationen durchlaufen sind. Auch wenn die Mitarbeiter kräftig aufs Tempo drücken, wird die Eingabe der Kunden- und Fahrzeugdaten pro Gerät rund fünf Minuten in Anspruch nehmen. Rechnet man mit einem Durchlauf von fünf Fahrzeugen an vier Stationen pro Tag, addieren sich aufs Jahr die Kosten für unproduktive Arbeiten auf mehrere Tausend Euro.

Management-System führt Datenformate einheitlich zusammen

An diesem Punkt setzt der Werkstattausrüster Bosch mit Connected Repair den Hebel an. Auf der Automechanika 2016 erstmals vorgestellt, soll die Software Bosch-Systeme in den Sparten Werkstattsoftware (Esitronic 2.0), Klimaservice, Achsvermessung, Fahrzeugsystem- und Emissionsanalyse sowie Scheinwerfereinstellung miteinander vernetzen. Die Idee ist nicht neu. Bosch hat in der Vergangenheit tatkräftig am ASA-Werkstattnetz mitgewirkt, das einen Datenaustausch zwischen Werkstattgeräten über einen einheitlichen Schnittstellenstandard (asanetwork) ermöglicht. Mit Connected Repair gehen die Schwaben jetzt einen eigenen Weg. Die Software ist im Prinzip ein Management-System, das die einzelnen Systeme mit ihren unterschiedlichen Datenformaten im Netzwerk unter einer einheitlichen Oberfläche zusammenführt.

Das heißt in der Praxis, dass die an einem Gerät eingegebenen Daten zu Fahrzeug und Kunde danach auch den anderen Systemen zur Verfügung stehen. Dabei verwendet Connected Repair eine neuartige Fahrzeugidentifikation, die auch die spezifischen Parameter der einzelnen Prüfgeräte ergänzt. Neben den Daten lassen sich an jeder Arbeitsstation auch Messwerte und Protokolle der bereits durchgeführten Arbeiten aufrufen. Handfester Vorteil: Connected Repair macht Doppelarbeiten wie die Eingabe von Daten überflüssig. Das beschleunigt die Prozesse in der Werkstatt und verbessert Produktivität und Auslastung.

250 Euro Lizenzgebühren jährlich für Connected Repair

Das Handling der Software selbst gestaltet sich einfach. Die Funktionen sind als Toolbar übersichtlich quer im oberen Bereich des Bildschirms untergebracht, wobei man die Leiste bei Werkstattanwendungen im Vollbildmodus ausblenden kann. Mit einem Klick lassen sich das Menü für die Kundendaten öffnen, Aufgaben und Protokolle wählen, über die Arbeitskarte ein Auftrag anlegen und die Historie des Fahrzeugs aufrufen. Für die Eingabe der Fahrzeugdaten haben die Bosch-Ingenieure eine übersichtliche Maske mit Spezifikationen wie Marke, Modell, Baujahr und Motorkennzeichnung entwickelt. Eine Freitextsuche erlaubt außerdem durch Eingabe etwa der KBA-Nummer oder der Fahrzeug-Identifikationsnummer (VIN) die schnelle Zuordnung.

Ebenfalls an Bord ist eine Fotofunktion zur Dokumentation des Fahrzeugzustands. Die Daten zu einer Inspektion oder einer Reparatur lassen sich mit Connected Repair in übersichtlichen Protokollen aufbereiten. Damit kann der Serviceberater dem Kunden die durchgeführten Arbeiten im Detail erklären. Die Protokolle lassen sich als PDF drucken oder als Mail verschicken. Connected Repair gibt’s mitsamt ausführlicher Dokumentation als CD im Handel oder übers Internet. Die Kosten für die Lizenz betragen 250 Euro im Jahr. Dafür lassen sich sämtliche Netzwerk-Computer in der Werkstatt mit der Software bestücken. Die Installation selbst beschränkt sich auf ein Überspielen der Dateien auf die Geräte. Ein wichtiges Feature von Connected Repair betrifft die Datensicherheit. Bosch verzichtet bewusst auf eine Cloud-Lösung. Stattdessen bleiben sämtliche Daten über Kunden und Fahrzeuge grundsätzlich im Unternehmen.

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Datum

22. April 2017
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