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Bundestagswahl 2013: Logistiker sind Bundeskanzler

trans aktuell hat im Vorfeld der Bundestagswahl Logistikunternehmer aus ganz Deutschland danach befragt, welche Schwerpunkte sie setzen würden, wenn sie Bundeskanzler wären.

Wenn ich Bundeskanzler wäre ...

… würde ich umgehend ein transparenteres und einfacheres Steuer- und Abgabensystem angehen, das den Leistungsträgern in der Mitte der Gesellschaft gerecht wird.
Die Ausgabenseite der öffentlichen Haushalte muss konsequent und nachhaltig gekürzt werden, der Staat hat mehr als genug Mittel zur Verfügung. Darüber hinaus muss der Stillstand bei dringendem Reformbedarf wie beim Gesundheitssystem, der Finanzierung der Infrastruktur sowie der Finanzierung und Handlungsfähigkeit der Kommunen beendet werden.

Generell würde ich den staatlichen Einfluss zu Gunsten der individuellen Verantwortung  zurückzufahren.

André Theilmeier (47), Geschäftsführung
Frankenfeld Spedition, Verl




Wenn ich Bundeskanzler wäre ...

… würde ich endlich dafür Sorge tragen, dass in den Unternehmen mit den politischen Vorgaben wieder eine Planungssicherheit gegeben wird. Auch würde ich politische Entscheidungen, welche auf dem Rücken des Klein- und Mittelstandes  ausgetragen werden eindämmen (Bsp. Energiepolitik). Das auch im Logistik- und Transportdienstleistungssektor der Fachkräftemangel berücksichtigt wird und weitere Rahmenbedingungen geschaffen werden, die diese Branche, welche als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gesehen wird auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt.

Andreas Huster, Geschäftsführer Huster Spedition, Oelsnitz


Wenn ich Bundeskanzler wäre ...

… würde ich dafür sorgen, dass die Einnahmen aus der Maut in vollem Umfang  für den Ausbau und die Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur  verwendet werden. Dabei geht es um die dringend erforderliche Sanierung und den Ausbau des deutschen Fernverkehrsstraßennetzes, sowie die Sanierungen von Brücken. Darüber hinaus würde ich eine entfernungsabhängige Pkw-Maut auf Bundesautobahnen unter Berücksichtigung von Berufspendlern einführen in Verbindung mit einer gleichzeitigen Entlastung bei der Kfz-Steuer. Somit werden auch die Transitfahrzeuge nach Inanspruchnahme gleichermaßen mit zur Kasse gebeten.

Axel  Wienandts  (51),
Geschäftsführer Nellen & Quack – The Green Line, Gronau

Wenn ich Bundeskanzler wäre ...

... würde ich die außergewöhnliche geografische Lage Deutschlands im Herzen Europas und in der Mitte zwischen den Märkten in Asien und Amerika nutzen, um wirtschaftliches Wachstum zu schaffen. Für nachhaltigen Wohlstand braucht es eine moderne und gut ausgebaute Infrastruktur. Ich würde dafür sorgen, dass marode Brücken, Schienen und Autobahnen rechtzeitig instand gesetzt, Wasserstraßen und leistungsfähige Schleusen auch für große Transportschiffe befahrbar gemacht würden und Flughäfen Tag und Nacht abfertigen dürften. Denn ein Bundeskanzler, der so handelt, übernimmt Verantwortung, ist zukunftsorientiert und realisiert unsere Potentiale in einer global vernetzten Welt.

Klemens Rethmann Vorstandsvorsitzender Rhenus Holzwickede

Wenn ich Bundeskanzler wäre ...

1.    würde ich die mittelständischen Familienunternehmen mehr unterstützen und fördern, um  Arbeitsplätze zu erhalten und ausbauen.
2.    würde ich die Infrastruktur deutlich mehr Geld einfließen lassen, um unsere Wirtschaft und Mobilität aufrecht zu erhalten.
3.    würde    ich alle Subventionen abschaffen.
4.    würde ich das Image der Logistik – eine der drei größten und bedeutendsten Branchen Deutschlands – in allen Bereichen fördern und unterstützen anstatt Steine in den Weg zu legen (Lang-Lkw, Ansiedlung Logistikflächen usw.).


Harald Seifert Geschäftsführer Seifert Logistics, Ulm/Donautal



Wenn ich Bundeskanzler wäre ...

... …hätte ich schon längst erkannt, welche zentrale Rolle die mittelständisch geprägten, deutschen Güterkraftverkehrsunternehmen für unsere Wirtschaft einnehmen. Sie sind der Motor unseres Landes und haben wesentlich zum Wohlstand Deutschlands beigetragen. Ich würde alles tun, um das nationale Lkw-Gewerbe mit seinen mehr als eine Million Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern zu schützen und zu erhalten. Dabei würde ich Rahmenbedingungen schaffen, die ein Überleben des hiesigen Gewerbes sichern.   Eine wesentliche Aufgabe meiner Regierung wäre somit, EU-Richtlinien zu vermeiden, die den deutschen Lkw benachteiligen und den Standort Deutschland schwächen. 

Jochen Eschborn Vorstand Elvis, Alzenau

Wenn ich Bundeskanzler wäre ...

... würde ich versuchen durchzusetzen:

1.    Schluss mit der Mindestlohndebatte: Die Politik sollte sich aus der Wirtschaft und der Tarifautonomie heraushalten. Ein bedingungsloser Mindestlohn geht gar nicht und würde jeglichen Anreiz zu Bildungserfolgen vernichten. Angesichts der sinkenden Bevölkerungszahlen wird sich dieses Problem von selbst lösen, da Leistungsträger schon jetzt nur gegen angemessene Entlohnung zu bekommen sind. Die These, dass jeder Vollbeschäftigte von seiner Arbeitsentlohnung leben können muss, geht fehl: Es wird immer Menschen geben, die nicht von ihrem Arbeitsertrag leben können und wo nach wie vor die Gesellschaft zur Unterstützung gefordert sein wird.
2.    Verbesserung des Bildungssystems: Ich selbst begleite mehr als zehn Ehrenämter und in nahezu jeder Veranstaltung wird die mangelnde Bildungsfähigkeit der Azubi-Bewerber beklagt. Es sind bundeseinheitliche Bildungsinhalte vonnöten, wobei Schulen und Bildungseinrichtungen durchaus privatisiert werden könnten. In Fahrschulen wird sogar nach europäischen Vorgaben ausgebildet und des bedarf keiner „staatlichen Fahrschulen“. Das würde den echten Wettbewerb der Schulen fördern und ganz sicher die Kosten senken.
3.    Weg von den Lkw-Fahrverboten an bundesuneinheitlichen Feiertagen: Das behindert die Verkehrswirtschaft immens. Zumindest auf Autobahnen sollte es an diesen Tagen aufgehoben werden.
4.    Weg mit der fahrzeug- und mitarbeiterbezogenen Rundfunkgebühr für die Unternehmen: Das ist reine Abzocke und rechtlich fragwürdig. Schließlich bezahlen die Mitarbeiter ihre Rundfunkgebühr bereits zu Hause.
5.    Regional für Thüringen: Die Sperrung der Rennsteigtunnelkette für Gefahrgüter muss aufgehoben werden. Die Umleitung für diese Güter durch das Mittelgebirge über den Rennsteig ist gefährlich und auch unwirtschaftlich. Hier muss eine Lösung her.
6.    Das Vorschriftenwerk hinsichtlich der Lenk- und Ruhezeiten muss deutlich vereinfacht werden: Mittlerweile ist es derart kompliziert und teilweise in sich widersprüchlich, dass fast niemand mehr versteht und es unseren Fahrern nicht zugemutet werden kann.
7.    Die Steuergesetzgebung muss deutlich vereinfacht werden: Es kann nicht sein, dass alles derart kompliziert und undurchschaubar ist, dass die Unternehmen bei Betriebsprüfungen der Willkür der Prüfer schonungslos ausgesetzt sind.
8.    Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall muss reglementiert werden: 100 Prozent Lohnfortzahlung ab dem ersten Krankheitstag hat es noch nicht einmal im DDR-Sozialismus gegeben! Im Übrigen sollten für die Lohnfortzahlungen die Sozialversicherer aufkommen.
9.    Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, Entschärfung des Kündigungsschutzes: In meiner Eigenschaft als ehrenamtlicher Arbeitsrichter weiß ich um die Probleme, bei Wegbrechen von Aufträgen die Mitarbeiterzahl zu reduzieren. Selten sind die Sozialauswahlen rechtssicher. Betriebsbedingte Kündigungen müssen einfacher möglich werden.
Aber leider bin ich kein Bundeskanzler und die Chancen, es zu werden, stehen auch denkbar schlecht. Deshalb werden das leider nur Wunschträume bleiben.

Jürgen Schmidt, Geschäftsführer Werra-Blitz Transportgesellschaft, Barchfeld


Wenn ich Bundeskanzler wäre ...

... würde ich eine Steuerreform einleiten:  weniger Bürokratie und eine Vereinfachung der Steuergesetze. Ich würde auch unser Schulsystem verändern: Abschaffung der Hauptschulen, nur zwei Abschlüsse, nämlich Mittlere Reife und Abitur, gleichzeitig Ganztagsschulen, um eine Chancengleichheit für alle Schüler zu schaffen. Ich  würde ferner das Rentenalter wieder auf 65 absenken, um eine Altersarmut zu verhindern. Die meisten Arbeitnehmer schaffen eine Erwerbstätigkeit bis 67 nicht und erhalten dadurch eine geminderte Rente.   Und noch vieles mehr würde ich als Bundeskanzler verändern.

Lothar Pfähler, Geschäftsleitung Transportgesellschaft Böhm und Besold, Neu-Ulm


Wenn ich Bundeskanzler wäre ...

... würde ich zuerst eine gerechte Steuerreform zur Verschlankung des Steuersystems ernsthaft in Angriff nehmen, die Pkw-Maut und gleichzeitige Absenkung der Kfz-Steuer schnell und zügig einführen und alles daran setzen, dass Deutschland und die Wirtschaft weiterhin so erfolgreich bleiben und dabei insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen stärker fördern. In Bezug auf die Verkehrspolitik würde ich zuerst die Barrieren und Schnittstellen zwischen den Verkehrsträgern bereinigen und mehr den intermodalen Verkehr Schiene– Straße–Wasserwege fördern. Zudem bedarf es einer politischen Imageförderung des Gütertransports mittels Lkw. Denn der Transport, der Güterfluss und die Versorgung mittels Lkw steht grundsätzlich im öffentlichen und im wirtschaftlichen Interesse sowohl in der Gegenwart wie auch in der Zukunft.

Michael Schaaf Geschäftsführer Bay Logistik Waiblingen

Wenn ich Bundeskanzler wäre ...

... würde ich gemäß dem Motto „Privat vor Staat“ einen politischen Rahmen schaffen, innerhalb dessen sich privatwirtschaftliche Unternehmen entwickeln können und sich unternehmerisches Risiko wieder lohnt. Ich würde die Bürokratie so verschlanken, dass sich Unternehmen wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können und für ein Geschäftsklima sorgen, in dem durch Wettbewerb Innovationen geschaffen werden die Deutschland eine Top-Platzierung im weltweiten Ranking sichern.

Oliver Gross Geschäftsführer Sita Deutschland, Köln

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Datum

9. September 2013
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