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Buchungssystem für Lkw: Hamburg führt Zeitfenster im Hafen ein

Immer größere Schiffe mit mehr Containern – der Hamburger Hafen steht vor großen Herausforderungen. Um ein Chaos bei den Hinterlandverkehren zu verhindern, sollen Lkw künftig Zeitfenster für ihre Abfertigung vereinbaren.

Diese Slotbuchung kann laut Planung von Hamburger Hafen und Logistik (HHLA) bessere Abläufe gewährleisten. Disponenten und Fahrer müssen sich aber nicht nur hierauf einstellen. Zuvor soll Mitte nächsten Jahres an den Hamburger Seehafenterminals Eurogate, CTA, CTB und CTT eine generelle Vormeldepflicht für Lkw eingeführt werden. Ohne dass die Transportdaten im Voraus übermittelt wurden, läuft dort dann gar nichts mehr.

Rund 3,5 Millionen TEU wurden 2014 mit dem Lkw ins Hinterland transportiert, das entspricht laut Hafen Hamburg Marketing etwa 2,2 Millionen Containern oder rund 1,8 Millionen Lkw-Fahrten. Derzeit werden an einem Großcontainerschiff mehr als 7.000 Container umgeschlagen. Da die Schiffe immer größer werden, müssen mehr Container innerhalb weniger Tage per Lkw an- und ausgeliefert werden. Prognosen zufolge könnte sich das Umschlagpotenzial des Hamburger Hafens bis 2030 verdoppeln.

Die geplanten Maßnahmen sollen für alle Beteiligten Vorteile bringen, die Lkw-Abfertigung soll effizienter und planbarer werden, so die Vorstellung der HHLA-Verantwortlichen. Die verlässliche Transportvormeldung ist dabei die Voraussetzung für die Einführung eines Slotbuchungsverfahrens (SBV). Mit Hilfe dieses gebuchten Zeitfensters soll das Lkw-Aufkommen an den Terminals gleichmäßiger verteilt und eine reibungslose Abfertigung sichergestellt werden.

Ressourcen optimal nutzen

Ziel der Hamburger ist eine optimale Nutzung der Ressourcen. Denn derzeit passiert außerhalb der Hauptverkehrszeit, also zwischen 19 und 6 Uhr, nicht allzu viel. Außerdem seien Lastspitzen nicht vorhersehbar. Die Transportvormeldung über TR02, Version 14, kann bereits heute an mehreren Terminals genutzt werden, aber nur wenige der Transportunternehmen nehmen bisher teil. Vorteile hiervon seien für Trucker die Vermeidung von Leerfahrten und Wartezeiten und ein geringerer Klärungsbedarf in der Vorprüfung.

Die Terminals profitierten durch eine verbesserte Parkplatzsituation und eine höhere Abfertigungskapazität in der Vorprüfung. Die Vorteile für beide Seiten würden aber nur voll wirksam, wenn eine flächendeckende Vormeldung der Daten stattfinde, heißt es seitens der HHLA. Sie soll ab Mitte 2016 eine Voraussetzung für die Lkw-Abfertigung sein. Denn die Daten sind zwingend notwendig für die Slotbuchung.

Bei der Slotbuchung ist ein Zeitfenster von einer Stunde mit einer Toleranz von 30 Minuten geplant (Prio 1). Wer bis zu 90 Minuten verspätet ist, wird weniger bevorzugt abgefertigt (Prio 2). Wer dann immer noch nicht da ist, wird abgewiesen und muss neu buchen. Die Slots können bis zu drei Werktage im Voraus reserviert werden, bei möglichem Tausch, Änderung oder Storno. Die Auslastung bei der Abfertigung und freie Kapazitäten werden unter anderem bei www.truckgate.de kommuniziert.

Autor

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HHLA/Sven Glage

Datum

11. September 2015
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