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Branche als Jobmotor: NRW: Groschek sieht Potenziale der Logistik

Das neue Logistikkonzept des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) findet überwiegend die Zustimmung der Wirtschaft.

Führende Verbände aus der Verkehrswirtschaft haben die am Montag von Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) vorgestellten Pläne begrüßt, in manchen Teilen aber auch Korrekturen angemahnt. "Es war wichtig, dass die strategische Ausrichtung der wirtschafts- und verkehrspolitischen Ziele der Landesregierung an die neuen Herausforderungen der Logistikwirtschaft in NRW angepasst worden sind", erklärte Dr. Christoph Kösters, Hauptgeschäftsführer des Verbands für Verkehrswirtschaft und Logistik (VVWL) NRW und Manager des Branchenclusters Logistik NRW in einer gemeinsamen Mitteilung von VVWL, Logistik NRW und den Industrie- und Handelskammern (IHKs) im Land.

Forderung Landesregierung muss Treiber sein

Die Akteure mahnen, dass die Landesregierung bei den weiteren Bemühungen zur Förderung des Logistikstandorts sich nicht auf eine Moderatorenrolle zurückziehen dürfe, sondern sich im Schulterschluss mit der Logistikwirtschaft als Treiber der weiteren Entwicklungen verstehe. Nach Einschätzung der Landesregierung ist NRW der Logistikstandort Nummer eins in Deutschland. Entsprechend gelte es, die Interessen der dortigen Unternehmen gegenüber dem Bund noch deutlicher zu machen und die Potenziale einer noch engeren Zusammenarbeit aller an der Logistikwirtschaft Beteiligten im Land noch stärker zu nutzen, erklären die Verbände. Als kritisch sehen sie es zum Beispiel an, dass der Bund in seiner Seeverkehrsprognose 2030 den Entwicklung der niederländischen und belgischen Häfen unterschätzt habe. "Die Prognosen haben eine große Bedeutung für den weiteren Ausbau der nationalen Verkehrsinfrastruktur. Deshalb hätten wir uns hier eine nachhaltigere Reaktion der NRW-Landesregierung gegenüber dem Bund gewünscht", heißt es.

Logistik in NRW setzt 70 Milliarden Euro um

Doch auch die Binnenhäfen in NRW müssen sich nicht verstecken, wie aus der Analyse der Landesregierung hervorgeht. Das Land verfügt über 720 Kilometer schiffbare Wasserstraßen auf dem Rhein und weiteren Kanälen, in insgesamt 118 Häfen im Land werden demnach mehr als 120 Millionen Tonnen Güter und eine Million Standardcontainer jährlich umgeschlagen und transportiert. Die Hafenwirtschaft ist aber nur ein Teil der Logistikwirtschaft in NRW, die insgesamt für 317.000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 70 Milliarden Euro steht. 

Für Verkehrsminister Groschek steht fest, dass die Branche Potenzial hat und er dadurch die Weichen für weiteres Wachstum und weitere Jobs stellen muss. Er glaubt, dass sie noch weitere Tausende von Arbeitsplätzen schaffen kann. "Diese Potenziale wollen wir bestmöglich erschließen, indem wir die Themen 'Flächen für Logistik', 'Image der Branche' und 'Fachkräftegewinnung' beackern", erklärt er. Was das Thema Flächen angeht, hält er eine vorausschauende Flächenpolitik für notwendig. Allein die Häfen bräuchten bis 2030 rund 255 Hektar an zusätzlichen Flächen. Was weitere Logistikflächen außerhalb der Häfen angeht, sieht Groschek mehr als 30 Areale als geeignet an. Insgesamt hat sein Haus landesweit mehr als 380 Standorte untersucht und auf eine Logistikeignung überprüft.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Matthias Rathmann

Datum

13. April 2016
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