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Bosch: App soll Parkplatznot entschärfen

Bosch liefert mit Secure Truck Parking die erste Anwendung seiner IoT-Suite. Sie vermakelt freie und überwachte Lkw-Parkflächen nahe Autobahnen an Speditionen und Lkw-Fahrer.

Schon nachmittags bietet sich ein so bekanntes wie trauriges Bild: Lkw quellen förmlich aus den Ein- und Ausfahrten von Rasthöfen und sonstiger Parkbuchten entlang den Hauptverkehrsadern. Pro Jahr ereignen sich laut Daten der EU-Kommission (Stand 2013) 44 tödliche Unfälle durch verkehrswidrig abgestellte Lkw. Beim Technologiekonzern Bosch schätzt man, dass in Deutschland 14.000 Lkw-Parkplätze fehlen; laut Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) sind es zumindest 5.000 bis 7.000. Noch dazu sind die meisten der Stellplätze nicht bewacht, was Ladungsdiebstahl Tür und Heckportal öffnet. EU-weit gibt es nach Zahlen der EU rund 90.000 Überfälle auf parkende Lkw pro Jahr. Der volkswirtschaftliche Schaden soll sich allein Deutschland auf drei Milliarden Euro belaufen, schätzt die Organisation Tapa.
 

Vermietet werden nur Flächen von privaten Anbietern

Die Bosch-Dienstleistungssparte Service Solutions will nun einen Teil dazu beitragen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, die Nachtruhe der Fahrer zu verbessern und Ladungsdiebstählen zu erschweren. Bosch Secure Truck Parking ist ein Teil der sogenannten IoT-Suite (IoT: Internet of Things) von Bosch, also eine Cloud-basierte IoT-Anwendung, die Fahrzeuge beziehungsweise Flotten mit geeigneten und bewachten Stellplätzen in Autobahnnähe vernetzt. Dabei setzt der Stuttgarter Technologiekonzern auf Flächen in privater Hand. Das können Autohöfe genauso wie die Parkplätze von Firmen sein, die zu bestimmten Zeiten verfügbar sind, etwa vom Abend bis zum Morgen oder am Wochenende.

Belegung der Parkplätze wird in Echtzeit erfasst

Bosch erfasst diese Plätze und deren Belegung in der Cloud. Diese Daten stehen dort in Echtzeit zur Verfügung. Die registrierten Parkplätze lassen sich entweder über eine Anwendung in der Disposition oder per Smartphone-App reservieren. Das System gleicht dazu per GPS-Sender im Fahrzeug die Position des Lkw mit der Landkarte ab. Dann geht es an die Reservierung. Dabei wird das amtliche Kennzeichen des Lkw im System hinterlegt. Die Zufahrt zum umzäunten Parkgelände ist beschrankt. Eine vernetzte Kamera erkennt das Kennzeichen und gibt die Zufahrt erst dann frei, wenn ein Parkplatz reserviert ist – alles für den Fahrer berührungslos. Alternativ ist in die Bediensäule der Schrankenanlage ein Tablet-PC inklusive Kamera integriert, so dass auch ein QR- oder Barcode vom mobilen Endgerät gelesen werden könnte. Das Projekt sieht vor, dass die Parkgebühr direkt vom Flottenbetreiber eingezogen wird und der Fahrer aus dem Bezahlprozess herausgenommen wird. Er soll aber weiterhin einen Gutschein für den Besuch im Restaurant des Autohofs erhalten – der Kundenbindung wegen.

Kameras überwachen das eingezäunte Gelände

Zudem sollen die angeschlossenen Parkplätze von Kameras überwacht werden. Eine Überwachungszentrale hat Bosch dazu ebenfalls ins Leben gerufen. Sanitäre Anlagen befinden sich nahegelegen, müssen aber noch ausgeschildert werden. Selbst an einen Grillplatz haben die Verantwortlichen gedacht. Eine Live-Demonstration auf dem Mitarbeiter-Parkplatz am Teilelager der Bosch Aftermarket-Sparte in Karlsruhe nahe der A5 (Ausfahrt Karlsruhe-Durlach) zeigte, dass die Technik funktioniert. Neben der Pilotanlage am in Karlsruhe wird gerade der Autohof Thiersheim an der A93 mit der nötigen Technik ausgerüstet. Bosch Secure Truck Parking soll dort im Frühjahr 2017 den Pilotbetrieb aufnehmen. Dort sollen 50 Lkw auf dem abgesperrten Areal unterkommen.
 

Thomas Rosenberger lastauto omnibus Chefredakteur

Autor

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Bosch

Datum

18. Oktober 2016
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