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Foto: Mann+Hummel

Beste Marken 2017

Ergebnisse und Gewinner in "Komponenten"

Bremsen, Retarder, Getriebe und Filter gehören zwar zu den wesentlichen Bauteilen im Nutzfahrzeug, doch werden sie nur selten mit Emotionen verbunden. Das ändern die Gewinner der Best Brands in der Kategorie Komponenten.

Das hochautomatisierte Fahren beschäftigt alle Fahrzeughersteller und Zulieferer. Es könnte den Verkehr revolutionieren. Ohne Assistenzsysteme wie Abstandstempomat und Notbremsassistent wäre die neue Technik erst gar nicht möglich. Doch viele Fahrer sind sich dessen gar nicht so bewusst. Daher will der diesjährige Gewinner der Best Brands in der Kategorie Bremsen, Knorr-Bremse, den Kunden möglichst plakativ zeigen, wie diese Systeme zusammenarbeiten. "Wir haben auf der IAA 2016 das System für Autonomes Yard Maneuvering vorgeführt – eine Entwicklung von Knorr-Bremse zum Megatrend autonomes Fahren. Mit dieser Innovation kann ein Lkw auf dem Speditionshof auch ohne Fahrer autonom rangieren und an die Laderampe fahren", erläutert Bernd Spiess, Vorsitzender der Geschäftsführung der Knorr ­Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH.

Die Inge­ni­eure des Unternehmens haben dazu verschiedene Komponenten miteinander verknüpft, wie die neue Bremssteuerung GSBC, das Lenkungssystem iHSA und notwendige Sensoren samt Auswertungselektronik.

Knorr-Bremse hat die Nase vorne

"Aus dieser technischen Weiterentwicklung resultieren großartige Möglichkeiten und genau die wollen wir für unsere Kunden sichtbar und fassbar machen, um gemeinsam die zukünftige Spezifikation eines Produkts festzulegen. Das sehen wir als unsere Hauptherausforderung und -aufgabe im Marketing", sagt Spiess. Diese Emotionalisierung der Produkte hat auf die Marke weiterhin einen positiven Einfluss. Knorr-Bremse liegt mit 55,3 Prozent klar vor Wabco mit 46,1 Prozent. Doch auch diese Marken müssen im Vergleich zum Vorjahr Verluste hinnehmen. Bei Wabco sind es 7,5 Prozentpunkte und bei Knorr sogar 9,3 Prozentpunkte. Die Kategorie Bremsen scheint damit in diesem Jahr nicht so viele Wähler interessiert zu haben. Das trifft auch Haldex (22,5 Prozent) mit einem Minus von 2,3 Prozentpunkten. Nur Meritor kann sich in diesem Jahr über ein Plus von 1,6 Prozentpunkten freuen. Mit jetzt 9 Prozent nähert sich der Viertplatzierte der 10-Prozent-Marke.

Filter gehören unter jede Motorhaube. Ohne sie würden die Motoren viel schneller verdrecken und müssten häufiger gewartet werden. Wenn es also keine Filter geben würde, dann müsste man sie wahrscheinlich erfinden. Sie werden umso wichtiger, je effizienter die Maschinen arbeiten müssen. Da können schon feinste Partikel dem Motor schaden. Trotz dieser wichtigen Rolle beim Antrieb eines Fahrzeugs ist es für die Hersteller schwer, die Produkte auch mit Emotionen zu verbinden. Mann Filter hat darauf eine Antwort gefunden. "Wir setzen auf Live-Kommunikation – z. B. im Rahmen unseres Engagements im Motorsport, in der Truck-EM oder im GT-Rennsport. Hier können wir hautnah erleben, wie gutes Marketing bei unseren Kunden pure Begeisterung und Adrenalin auslösen kann. Über all unseren Aktivitäten steht unsere Markenbotschaft ,Perfect parts. Perfect service‘", sagt Jörg Engels, Leiter Brand Management bei Mann Filter.

Mann Filter überzeugen mit 49,1 Prozent der Leserstimmen

Dieses Engagement dient auch dazu, die Position im Markt zu halten und das bei einer zunehmenden Internationalisierung und Konzentration in der Kundenlandschaft. Zudem gelingt es damit, die Position als Marktführer weiter auszubauen. "Es ist wichtiger denn je, Werte wie Vertrauen, Persönlichkeit, Emotionalität und Wiedererkennung zu stärken. Natürlich hilft uns dabei auch unser aufmerksamkeitsstarker gelb-grüner Markenauftritt", sagt Engels. Die Strategie des Unternehmens ist auf jeden Fall aufgegangen, wenn man die Ergebnisse der Best Brands in der Kategorie Filter betrachtet. Die Produkte von Mann Filter überzeugen in diesem Jahr 49,1 Prozent der Leser der Fachpublikationen des ETM Verlags. Zwar fällt Mann Filter (–4,4 Prozentpunkte) damit unter die 50-Prozent-Marke, kann sich aber gegenüber dem Verfolger Bosch sehr gut behaupten. Bosch verliert mit 5,4 Prozentpunkten etwas mehr und kommt auf 38,7 Prozent.

Gut etabliert hat sich in diesem Jahr auch Mahle, indem die Marke konstant bei 17,3 Prozent geblieben ist. Damit holt sich Mahle nach 2013 erstmals wieder den 3. Platz und lässt Hengst (16,7 Prozent) wieder hinter sich. Geschuldet ist das in ers­ter Linie aber dem Verlust von 7,6 Prozentpunkten bei Hengst. Der Negativtrend setzt sich auch bei K&N (11,2 Prozent) und Knecht (10,4 Prozent) fort, K&N verliert 1,8 Prozentpunkte. Knecht 2,9 Prozentpunkte gegenüber dem vergangenen Jahr.

Zoom ZF Traxon Foto: ZF
Neueste Technik von ZF: das Traxon Hybrid-Getriebe.

ZF behauptet sich als herstellerunabhängige Marke

In der Kategorie Getriebe bleibt der alte Sieger auch der neue. ZF kann sich als herstellerunabhängige Marke weiterhin vor den Fahrzeugherstellern mit ihren eigenen Produkten behaupten. Mit 50,8 Prozent muss das Unternehmen jedoch einen Verlust von 9,6 Prozentpunkten hinnehmen. Damit schrumpft der komfortable Vorsprung auf Mercedes auf 6,2 Prozentpunkte. Im vergangenen Jahr betrug die Differenz noch 12,8 Prozentpunkte. Denn im Gegensatz zu ZF kann Mercedes 2,4 Prozentpunkte hinzugewinnen und liegt jetzt bei 44,6 Prozent. Die beiden skandinavischen Unternehmen Volvo und Scania liefern sich weiterhin ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem in diesem Jahr Volvo mit 26,7 Prozent und einem leichten Plus von 0,7 Prozentpunkten die Nase vorn hat. Damit übernimmt Volvo auch den 3. Platz von Scania mit 24,5 Prozent und einem Verlust von 2,1 Prozentpunkten. Mit 12,9 Prozent folgt mit Voith Turbo wieder eine herstellerunabhängige Marke, vor Allison (8 Prozent) und Eaton (7,4 Prozent). Um sich am Markt zu behaupten, müssen die unabhängigen Hersteller aktiv ihre eigenen Visionen und Ideen vorantreiben.

Das macht ZF auf eindrucksvolle Weise mit der Vision Zero, wie es Winfried Gründler, Leiter der Lkw-und Van-Antriebstechnik in der ZF-Division Nutzfahrzeugtechnik, erläutert: "Konzernweit verfolgen wir die Vision einer Zukunft ohne Unfälle und Emissionen. Intelligente Mechanik von ZF sehen wir als Antwort auf diese Herausforderungen. Auch hier gilt, dass wir unsere Technologien als bestes Marketing begreifen. Mit unseren Produkten wollen wir Impulse setzen, wie diese Vision auch in der Logistik zu erreichen ist." Dazu zählen für Gründler der elektrische Zentralantrieb Ce-Trax, das Getriebe EcoLife samt seiner Start/Stopp-Funktion oder das modulare, automatische Getriebesystem TraXon.

Zoom TraXon Intarder ZF Foto: ZF
Aus dem Retarder wird bei ZF ein Intarder, der am Getriebe sitzt.

Auch in Kategorie "Retarder" bleibt ZF auf Platz 1

Das modular aufgebaute Getriebesystem Traxon von ZF besitzt auch die Möglichkeit, einen Intarder zu integrieren. Unter anderem mit diesem Produkt gelingt es ZF, in der Kategorie Retarder ebenfalls wieder die beste Marke zu sein. Die Intarder unterstützen aktiv das Bremssystem und ermöglichen ein Bremsen ohne Verschleiß und Fading. Dadurch können die Betriebsbremsen bis zu 90 Prozent entlastet werden. Die Folge sind geringe Wartungskosten und geringe Bremsstaubemissionen. Von der Nützlichkeit eines Intarders lassen sich immer mehr Fuhrparkbetreiber überzeugen, besonders dann wenn die Fahrzeuge in topografisch anspruchsvollen Gegenden unterwegs sind. Doch auch auf dem flachen Land amortisiert sich der Intarder über kurz oder lang. Von der Marke ZF sind in der Kategorie Retarder 55,6 Prozent der Leser der Fachzeitschriften des ETM Verlags überzeugt. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind es jedoch 3 Prozentpunkte weniger. Trotzdem kann ZF den Vorsprung auf Voith Turbo weiter ausbauen. Denn die Marke verliert 9,6 Prozentpunkte und kommt mit 36,5 Prozent auf den niedrigsten Wert seit Bestehen der Kategorie im Jahr 2007. Das mag auch daran liegen, dass die Marke in diesem Bereich nicht mehr so präsent ist.

Ein anderes Bild zeichnet sich bei Telma ab. Mit 21,9 Prozent kann sich das Unternehmen um 2,9 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr verbessern und festigt damit den 3. Rang. Kloft kann mit 10 Prozent nicht an Telma heranreichen, dafür hat das Unternehmen auch nach unten Luft. Frenelsa erreicht 3,2 Prozent und T.M.M. kommt auf 2,9 Prozent. Da könnte im kommenden Jahr ein Wechsel passieren. Wichtig wird es für alle Marken sein, sich in den nächsten Jahren aktiv an den Entwicklungen zu beteiligen und sich vielleicht noch breiter aufzustellen, so wie es ZF praktiziert. So hat das Unternehmen fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme für hohe und niedrige Tempobereiche auf den Weg gebracht. "Wir haben mit dem Projektpartner Wabco einen Ausweichassistenten realisiert, der als erstes Lkw-System das Potenzial bietet, statischen Gefahrenstellen wie Stauenden teilautomatisiert auszuweichen. Zweitens kann der neue Fahrspurassistent Highway Driving Assist von ZF Nutzfahrzeuge aktiv in der Spur halten. Und drittens bringt die ZF-Safe-Range-Funktion die Voraussetzungen mit, einen Sattelzug auf dem Betriebshof künftig vollkommen automatisiert und umsichtig an die Laderampe zu manövrieren. So setzen wir mit unseren Technologien Impulse für die gesamte Logistikbranche", meint Gründler.

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Datum

29. August 2017
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